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BUND Landesverband Bremen

Bewegung im Sand – Modellprojekt Ziegenbeweidung der Lankenauer Weserinsel überwiegend erfolgreich

09. Februar 2009 | Schutzgebiete, Stadtnatur

„Bewegung im Sand“ war der Titel eines BUND-Workshops, der Ende Januar an der Hochschule Bremen am Neustadtswall stattfand. Wer dabei an Beachvolleyball denkt, liegt allerdings falsch. Der Workshop fand anlässlich eines Naturschutzexperimentes statt, welches seit knapp drei Jahren auf der Lankenauer Weserinsel stattfindet. Mit Hilfe einer kleinen Ziegenherde werden dort wertvolle Sandlandschaften vor dem Zuwachsen bewahrt. Damit wird zugleich der Lebensraum für seltene Sandspezialisten aus dem Pflanzen- und Tierreich erhalten wie z.B. Sandsegge, Silbergras, bestimmte Heuschreckenarten oder auch Brutvögel, die ihre Nester auf offenen Sandflächen anlegen.

Das Modellprojekt, wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Deutschen Umwelthilfe und dem Bremer Umweltressort gefördert und hat - entgegen mancher Annahme – gezeigt, dass auch in unserem rauen Klima eine ganzjährige Freilandhaltung von Ziegen erfolgreich sein kann, wenn zugleich für Winterschutz gesorgt wird. Zugleich sind die Ziegen Garant dafür, dass die bisherige Waldentwicklung auf der Insel gestoppt wird und wertvolle Offenlandbereiche erhalten bzw. wiederhergestellt werden.

Während des Projektes wurde wissenschaftlich untersucht, welche Auswirkungen die Beweidung auf Flora und Fauna hat. Botaniker der Hochschule Bremen unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Zacharias stellten eine Stabilisierung der auf Sand spezialisierten Pflanzengesellschaften fest. Demgegenüber gab es zum Teil deutliche Bestandsrückgänge bei auf Sand spezialisierten Heuschrecken und Laufkäfern hervorgerufen durch die intensive Nutzung der Sandbereiche durch die Ziegen. Durch partielle Auszäunungen soll künftig sichergestellt werden, dass die Bestände dieser Arten schnell wieder anwachsen. Mittlerweile brüten Austerfischer regelmäßig und erfolgreich auf der Insel. Es ist zu erwarten, dass weitere Fluss orientierte Arten die Insel als Brutgebiet annehmen werden, zumal demnächst eine große Kolonie von Sturm- und Lachmöwen im Bereich der Überseestadt der fortschreitenden Bebauung weichen muss.
Auch wenn die Beweidung nicht alle Erwartungen erfüllt hat, so ist sie unter dem Strich als eine praktikable Möglichkeit zum naturnahen Management von Magerbiotopen zu werten. 

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