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BUND Landesverband Bremen

Bodenforscher*innen unterwegs im Bremer Stadtwald

11. Juli 2019 | Kinder und Jugend, Lebensräume, Wälder

Schüler*innen entdecken spielerisch den Mikrokosmos des Waldbodens im Bremer Stadtwald – im Rahmen eines Umweltbildungsprojekts des BUND.

Nach dem Motto „In die Welt der unbekannten Wesen – Natur vor der Haustür entdecken“ arbeitet der BUND regelmäßig mit Lehrer*innen und Schulklassen zusammen, um sie für unsere Natur zu sensibilisieren. Kurz vor den Ferien ging beispielsweise eine 6. Klasse vom Gymnasium Horn mit dem BUND in den Stadtwald. Das Thema dieser Aktion betraf jedoch nicht die Tiere, die uns um die Nase schwirren oder über den Köpfen hinweg fliegen – sondern die, die sich unter uns auf dem Boden tummeln. Es ging um den Boden im Wald und die natürlichen Prozesse, die sich dort abspielen.

Der Bremer Stadtwald ist damit nicht nur ein Ort zum Entspannen, sondern auch zum Forschen. Die Kinder konnten in verschiedenen Spielen und kleinen Versuchen ihr Wissen über die Zusammensetzung des Waldbodens und seiner Bewohner erweitern. Mara Roß, Umweltpädagogin und Vermittlerin von Artenkenntnissen beim BUND Bremen, leitete die Gruppe an und begann die Exkursion ins Grüne mit einem Memory-Spiel. Beim „Wald-Memory“ waren die Schüler*innen dazu aufgefordert, sich die von Frau Roß zuvor vom Waldboden aufgesammelten Gegenstände – Stöcke, Blätter, Steine, Moos, Früchte u.v.m. - zu merken und gleichartige „Partner“ zu suchen. Damit wurde ihr Blick für typische Bestandteile dieses Lebensraumes geschult, das Gelände erkundet und spielerisch die Hemmschwelle überwunden, Naturmaterial vom Boden anzufassen.

Anschließend ging es um den Unterschied zwischen Waldboden und Kompost: „Gestern im Kompost haben wir Reste von Früchten, Gemüse und Pflanzenresten gefunden, während hier nur Blätter sind“ stellte ein Kind fest. Bei einer sogenannten Schlämmprobe, die durch die Mischung einer Schaufel Boden mit Wasser in einem Glas gewonnen wird, wurde die Zusammensetzung des Waldbodens sichtbar gemacht. Nach kräftigem Schütteln und einer kurzen Wartezeit sanken die verschiedenen Bestandteile hinab bzw. sammelten sich an der Wasseroberfläche. Die entstandenen Schichten konnten nun genauer betrachtet werden. Nach dieser Demonstration von Mara Roß waren die Kinder an der Reihe. Sie bekamen die Aufgabe, die Schichten des Waldbodens in richtiger Reihenfolge auf einem weißen Tuch anzuordnen. Voller Tatendrang nahmen die Kinder die Schaufeln in die Hände und machten Oberboden-, Humus- und Laubstreuhaufen.

Bei der Bodenschicht-Aufgabe tauchten zwischendurch immer schon die tierischen Bewohner des Waldes auf und sorgten für Aufregung. Jetzt wurden sie endlich - wortwörtlich - unter die Lupe genommen! Mit Becherlupen ausgestattet, fanden die Schüler*innen Bodentiere wie Asseln, Schnecken und Laufkäfer. Das Highlight aber war ein kleiner Grasfrosch. Der kleine Kerl sprang anschließend selbstverständlich wieder seines Weges. Nach diesen großen Forschungs-Anstrengungen ging es heraus aus dem Dickicht auf eine große Lichtung, auf der sich die Kinder im Spiel „Springschwanz und Raubmilbe“ auch wieder in Bewegung setzten. Begeistert lernten sie so spielerisch und am eigenen Leib Räuber-Beute-Beziehungen kennen, denn gibt es viele Beutetiere, erhöht sich die Anzahl der Räuber und gibt es dann viele Räuber, sinkt die Anzahl der Beutetiere. „Lernen funktioniert sehr gut über eigene, über neue Erfahrungen und über Fragen, die die Schüler*innen sich an so einem Forschertag stellen“, erläutert Projektleiterin Tanja Greiß. „Die wenigen Stunden im Wald wirken bei manchen Kindern wie das Aufstoßen eines Fensters in eine neue Welt. Es eröffnet ganz neue Horizonte“, stellt die Umweltpädagogin immer wieder fest. Am Ende des Vormittags waren sich alle einig: Waldboden ist sehr lebendig und ein spannendes Forschungsthema.

Projekte wie diese zeigen die Notwendigkeit der Umweltbildung, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Bremen mithilfe von Fördergeldern, in diesem Fall der Postcode-Lotterie, und Spenden immer wieder aktiv umsetzt. Dabei ist er auf die Kooperation mit Schulen, Lehrer*innen und natürlich den Schüler*innen angewiesen, die stets großes Interesse an den Thematiken zeigen. Idealerweise verteilen sich praxisnahe, erfahrungsreiche Tage in der Natur über ein ganzes Schuljahr und werden nicht nur zum Schuljahresabschuss angeboten, wünscht sich der BUND, denn erstens lernen die Kinder dann besser und zweitens könnte der BUND mehr Projekttage mit Schulen durchführen, wenn nicht alle in den gleichen Wochen ihre Exkursionen und Projektwochen anbieten würden. Interessierte Schulen können gerne auch nach den Sommerferien mit dem BUND „In die Welt der unbekannten Wesen eintauchen“ und die Natur vor der Haustür entdecken. Ansprechpartnerin dafür ist Mara Roß: mara.ross(at)bund-bremen.net oder Tel. 0421/7900241.

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