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BUND Landesverband Bremen

Bombenräumung für die Tierwelt

08. März 2011 | Naturschutz, Schutzgebiete

Kleingewässerpflege im Blockland erfreut Landwirte und Naturschützer gleichermaßen

 (Arno Schoppenhorst, 04.03.2011)

Seit 2009 kümmern sich die Hanseatische Naturentwicklung GmbH (haneg) und der BUND Landesverband Bremen auf Basis einer EU-Kofinanzierung um das neue Landschaftsschutzgebiet „Blockland - Burgdammer Wiesen“. Neben Aufgaben wie die ökologische Grabenunterhaltung oder Hilfsmaßnahmen zur Erhaltung seltener Pflanzen- und Tierarten steht seit 2010 auch ein Pflegeprogramm für Kleingewässer auf dem Plan. Diese gibt es auf den Wiesen des Bremer Blocklandes seit dem 2. Weltkrieg überaus zahlreich, denn im Ursprung sind die Gewässer aus Bombenlöchern hervorgegangen. Heute sind die 7 bis 10 Meter breiten Bombenkrater in der Landschaft noch immer sichtbar und stellen Lebensräume für Frösche, Libellen oder Vögel dar. Da viele der winzigen Teiche jedoch im Laufe der Jahre verlandet und trocken gefallen sind, werben BUND und haneg bei den Landwirten um Teilnahme an dem Pflegeprogramm. „Pro Jahr können wir bis zu 15 dieser Standorte mit dem Bagger als Kleingewässer wiederherstellen“, berichtet A. Schoppenhorst vom BUND. Da im Blockland allerdings überall mit Blindgängern im Boden zu rechnen ist und damals häufig auch alte Munition in Bombenkratern entsorgt wurde, müssen die Naturschützer eng mit dem Kampfmittelräumdienst der Polizei kooperieren. Eine Vorstellung darüber, wie wichtig genau diese Zusammenarbeit ist, konnte man letzten Donnerstag auf den Flächen im westlichen Blockland erleben. Da lagen den Naturschutzplanern plötzlich 11 jeweils 250 kg schwere Brandbomben mit noch hochexplosivem Kern vor den Füßen. Keine englischen, sondern deutsche Fliegerbomben, vor ca. 65 Jahren ganz hinten im Waller Feld auf den Flächen des alten Bavendamm-Hofes entsorgt.

Landwirt Jürgen Wilkens ist jetzt, wo seine Flächen als bombenfrei gelten, deutlich erleichtert. Und der Bagger hat am Freitag binnen kürzester Zeit aus völlig zugewachsenen Bombenlöchern wieder ein paar hochwertige Kleingewässer modelliert. „In wenigen Tagen, wenn die Laichzeit der Amphibien und die Brutzeit der Wiesenvögel beginnt, werden wir uns von der ökologischen Wirkung dieser Pflegemaßnahme überzeugen können“, so die Prognose von A. Schoppenhorst als Betreuer des Landschaftsschutzgebietes, der das Programm erstmal noch bis 2013 fortführen kann.  

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