BUND Landesverband Bremen

BUND-Fachtag zu Grau- und Regenwassernutzung am 19.11.

28. Oktober 2021 | Trinkwasser

BUND Bremen führt Fachveranstaltung durch / Planung für Neubauten gleich mitdenken

 (BUND Bremen)

Am Freitag, 19. November 2021, 10 bis 12.30 Uhr veranstaltet der BUND Bremen einen Online-Fachtag zum Thema Regen- und Grauwassernutzung zur Einsparung von Trinkwasser. Damit trägt der BUND dazu bei, Bausteine für eine nachhaltige Trinkwasserversorgung der Stadt Bremen zu entwickeln. Denn auch im vermeintlich regenreichen und nassen Bremen ist Trinkwasser eine schützenswerte und endliche Ressource. Etwaige zukünftige Mehrbedarfe sind zum Teil noch ungedeckt und die Trinkwasserförderung im Landkreis Verden für die Versorgung der Stadt Bremen sorgt vor Ort seit Jahrzehnten für massive ökologische und Infrastrukturschäden.

Erst im Juni 2021 stellte die Bundesregierung nach zwei Jahren Arbeit in den Nationalen Wasserdialogen ihre Nationale Wasserstrategie vor, eine Strategie, mit deren Hilfe sich Deutschland bis 2050 den Herausforderungen der Wasserwirtschaft stellen will. Nun sind die Länder gefragt, dieses Rahmenwerk mit konkreten Maßnahmen zu füllen. Umso wichtiger ist es, dass nun im Zuge der Erarbeitung einer Bremer Wasserstrategie alle Weichen in Richtung einer langfristig nachhaltigen Trinkwasserversorgung gestellt werden. Wichtiger Bestandteil dabei muss die Einsparung und Substitution von Trinkwasser sein. Dies kann nur gelingen, wenn Wasserspartechnik und innovative Techniken zur Aufbereitung und Mehrfachnutzung von Trinkwasser vielerorts zum Einsatz kommen. Den Schwerpunkt der Veranstaltung werden deshalb Beiträge zum Thema Grauwassernutzung bilden. Grauwasser ist gering verschmutztes, fäkalienfreies Abwasser, welches nach einer Reinigung vor Ort erneut genutzt werden kann. Und auch die bereits gut erprobte Nutzung von Regenwasser muss in Zukunft noch weiter ausgebaut werden.

Verschiedene Referent*innen aus Forschung und Praxis werden bei dem Fachtag am 19.11. Innovationen, Projektergebnisse sowie Fördermöglichkeiten und -bedarfe für Regen- und Grauwassernutzung im Land Bremen vorstellen. Denn gerade bei der Planung von größeren Gebäudekomplexen, bei Turnhallen, Schwimmbädern u.a. oder Sanierungsmaßnahmen können entsprechende Maßnahmen mitberücksichtigt werden.

Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung für den Fachtag am 19.11.

Bei Rückfragen:

Katharina Müller, BUND Bremen, Tel.: 0421-7900244, eMail: Katharina.Mueller(at)bund-bremen.net

Hintergrund

In Bremen verbrauchen Bürger*innen täglich im Schnitt 120 Liter Trinkwasser pro Person. Bremen ist zum Großteil auf Wasserimporte aus dem niedersächsischen Umland angewiesen. Im Stadtgebiet selbst werden lediglich etwa 15 bis 17 Prozent des Trinkwasserbedarfes gefördert und in Bremen Blumenthal aufbereitet. Bremen selbst verfügt zwar über große Grundwasservorkommen, lediglich in Blumenthal und Vegesack im Bremer Norden sind diese jedoch zur Trinkwassergewinnung geeignet. Im Fördergebiet um das Wasserwerk Panzenberg bei Verden in Niedersachsen sorgt der Bremer Wasserverbrauch infolge einer starken Absenkung des Grundwasserspiegels bereits seit Jahrzehnten für massive ökologische und Infrastrukturschäden. Etwa ein Viertel des Bremer Trinkwassers stammt von dort. Größere Mengen Trinkwasser aus anderen Quellen stehen absehbar jedoch nicht zur Substitution der Menge aus Verden zur Verfügung. Auch für zukünftige, etwaige Mehrbedarfe fehlen weitere Quellen, um diese abzudecken. Ziel muss es daher sein, mittel- und langfristig Trinkwasser einzusparen mehrfach zu nutzen und dort zu ersetzen, wo keine Trinkwasserqualität benötigt wird.

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