BUND Landesverband Bremen

Online-Vortrag "Dülmener Pferde im Werderland"

11. Februar 2021 | Schutzgebiete

BUND Arbeitskreis Bremen-Nord lädt zu Online-Vortrag über das Beweidungsprojekt ein

Dülmener Pferde im Werderland  (Reinhard Schimke)

Birgit Olbrich vom BUND Bremen berichtet auf Einladung des BUND Arbeitskreises Bremen-Nord am Dienstag, 16. Februar 2021, 19 bis 20 Uhr über das „Beweidungsprojekt Werderland – Halboffene Weidelandschaft mit Wildpferden und Rindern auf einem alten Sandspülfeld“. Dabei informiert die Biologin über die Entstehung des Sandspülfeldes, die Idee, Pferde als „Landschaftspfleger“ für den Naturschutz einzusetzen sowie zum Status quo des Projektes. Wegen Corona findet der Vortrag als Onlineversion über Zoom statt.

Das zwischen den Jahren 1925 und 1935 mit Wesersanden aufgespülte Spülfeld Mittelsbüren unterlag seit dem unterschiedlicher Nutzungen. Noch vorhandene Fundament- und Mauerreste zeugen von ehemaligen Flakstellungen im zweiten Weltkrieg und Flüchtlingsbaracken in der Nachkriegszeit. Große Teile des Spülfeldes wurden mit bindigem Oberboden überdeckt, um Sandverwehungen zu vermeiden. So sind Teile des Spülfeldes immer offen gehalten worden oder im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen als Sandmagerrasenlebensräume hergestellt worden. Die an vielen Stellen offenen Sandflächen bilden einen Ersatzlebensraum für stark gefährdete Arten und Lebensgemeinschaften der Binnendünen. Diese so genannten Magerrasen sind ein wertvoller Lebensraum insbesondere für Flechten, Heuschrecken wie z.B. Blauflüglige Ödlandschrecke und Langfühler-Dornschecke, seltene Laufkäferarten und Tagfalter. Außerdem erfüllen die Sandflächen aufgrund ihrer Nachbarschaft zu Stillgewässern wichtige Teillebensraumfunktionen für die Kreuz- und Knoblauchkröte. In den Gehölzen des Spülfeldes leben Nachtigall und Neuntöter. Das Spülfeld Mittelsbüren ist somit das zoologisch wertvollste Sandspülfeld in Bremen.

Pferde und Rinder haben unterschiedliches Fress- und Sozialverhalten und ergänzen sich sehr gut in einem solchen Projekt. Die Rinder fressen Gras und Kräuter und schaffen durch den Tritt immer wieder offene Sandstrukturen. Das machen die Pferde auch, aber sie verbeißen auch gerne Rinde von Bäumen und Büschen und sorgen dafür, dass die Gehölze nicht zu stark zunehmen. Da die Tiere zur „Landschaftspflege“ ganzjährig auf den Flächen bleiben, eignen sich alte robuste Haustierrassen besonders gut für eine solche Haltungsform. Der Betrieb Haake stellt seine Angus Rinder zur Verfügung, der BUND hat Dülmener Stuten dazugekauft.

Die Veranstaltung findet per Zoomkonferenz statt. Wer teilnehmen möchte, meldet sich bitte bis Montag, 15. Februar 2021 unter E-Mail ak_bremen-nord(at)bund-bremen.net an. Weitere Infos gibt es unter https://www.bund-bremen.net/mitmachen/aktiv-im-bund/bremen-nord/.

Bei Rückfragen: Reinhold Koch, ak_bremen-nord(at)bund-bremen.net

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