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BUND Landesverband Bremen

Landwirtschaft und Naturschutz zum Anfassen

12. Dezember 2017 | Landwirtschaft, Massentierhaltung, Bavendamm

BUND fordert mehr ökologische Landwirtschaft nach dem Vorbild des Hof Bavendamm / breites Umweltbildungsprogramm / Grünkohlessen im Februar

Hof Bavendamm  (BUND / Georg Wietschorke)

Angesichts der zunehmenden Gefährdung der Gewässer und des Grundwassers im ländlichen Raum infolge von Überdüngung und Pestizideinsatz fordert der BUND mehr ökologische Landwirtschaft nach dem Vorbild des Bremer Hofs Bavendamm. Hier zögen Landwirtschaft und Naturschutz an einem Strang, so der Umweltverband. Im Rahmen von Veranstaltungen können auf diesem Hof außerdem kleine und große Besucher*innen die Natur des Bremer Blocklandes und die bäuerliche Landwirtschaft kennenlernen. Am 10. Februar 2018 bietet der BUND Bremen auf dem Hof Bavendamm ein Grünkohlessen an.

„Mittlerweile wissen alle, wie sehr die intensive Landwirtschaft durch Pestizideinsatz und Überdüngung unsere Gewässer und das Grundwasser belastet“, sagt Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. Während auf den Einsatz von Pestiziden nach Ansicht des BUND verzichtet werden müsste, sei der Wirtschaftsdünger als solcher aber nicht in jedem Fall schädlich für Gewässer und Grundwasser. So ist in der ökologischen Landwirtschaft ein maßvoller Einsatz gerade von Dung und Mist im Rahmen der Kreislaufwirtschaft nötig, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Rode: „Erst übermäßige Ausbringung von Gülle, Gärresten und Geflügelkot führt zur Gewässerverschmutzung.“ Dies sei eine unmittelbare Folge der Riesenställe in Zusammenhang mit der Fütterung großer Mengen importierten Kraftfutters. „Deshalb brauchen wir eine Agrarwende weg von der industrialisierten Landwirtschaft hin zu einer vielfältigen, ökologischeren Landwirtschaft“, fordert der BUND-Sprecher. „Auf Hof Bavendamm verdeutlichen wir zusammen mit der Landwirtsfamilie Wilkens, wie schonend mit und in der Natur gewirtschaftet werden kann und dass Landwirtschaft und Naturschutz kein Widerspruch sein müssen. Solche Beispiele müssen endlich auf breiter Front bundesweit Schule machen.“

Bereits seit 1990 entwickeln der BUND Bremen und die auf Hof Bavendamm wirtschaftenden Landwirte Naturschutz und ökologische Landwirtschaft gemeinsam weiter. Die Landwirtschaft ist ein selbstständiger Bio-Erwerbsbetrieb, der nach den Bioland-Richtlinien arbeitet und mit ca. 70 Milchkühen Biomilch und Biofleisch produziert. Zum Hof gehören 56 Hektar Feuchtgrünland, die als Teil der Jahrhunderte alten Kulturlandschaft des Blocklandes einen hohen Wert für den Naturschutz haben. „Die Natur schonende Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden schafft und erhält wertvolle Lebensräume für eine außergewöhnliche Artenvielfalt“, freut sich Dr. Georg Wietschorke, Hof-Betreuer beim BUND Bremen „Europaweit bedrohte Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel und Großer Brachvogel brüten hier in einer stabilen Kolonie.“ In den Gräben leben seltene Kleinfischarten wie Schlammpeitzger, Steinbeißer und Bitterling. In ehemaligen Bombenlöchern - heute Kleingewässer - leben Moorfrösche und andere Amphibien. Seltene Pflanzen finden hier Lebensraum: Englische Kratzdistel, Gräbenveilchen, Sumpfblutauge, Wiesenraute, Zungenhahnenfuß, Zwergwasserlinse und viele andere. Der Hof befindet sich über einen Erbpachtvertrag bis Mitte des Jahrhunderts im Eigentum des BUND, der ihn an die wirtschaftlich selbstständige Landwirtschaft der Familie Wilkens verpachtet hat.

Auf dem Hof Bavendamm bieten der BUND und die Familie Wilkens die Möglichkeit, die Natur des Bremer Blocklandes und die bäuerliche Landwirtschaft kennen zu lernen, z.B. bei Führungen und Kindergeburtstagen. Außerdem kann die 200 m2 große Fachwerktenne und das Hofgelände für Veranstaltungen gemietet werden. Am 10. Februar 2018, 14.30 Uhr lädt der BUND Bremen zu einem Grünkohlessen auf Hof Bavendamm mit Dr. Georg Wietschorke und Anne Peper ein. Nach einem Spaziergang entlang der kleinen Wümme warten auf Bavendamm eine Hofführung und danach hausgemachter Grünkohl mit den entsprechenden Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft. Kosten ca. 30,- Euro. Treffpunkt: Tierheim Hemmstraße. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich bis zum 1. Februar bei anne.peper(at)bund-bremen.net, Tel.: 0421/790020.

Weitere Informationen zum Hof Bavendamm gibt es hier...

Bei Rückfragen: Dr. Georg Wietschorke, Tel.: 0421/7900222 

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