BUND Landesverband Bremen

Nachhaltige Trinkwasserstrategie für Bremen nötiger denn je

12. August 2020 | Trinkwasser

BUND fordert Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten und Moratorium für Baugebiet in Vegesack

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Angesichts der sich zuspitzenden Trinkwassersituation in Bremen und im Umland fordert der BUND Bremen, dass die Stadtgemeinde jetzt umgehend ihre eigenen Quellen durch die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten schützt. Außerdem dürften nach Ansicht des Umweltverbandes im geplanten Trinkwasserschutzgebiet in Vegesack keine Bauvorhaben genehmigt und realisiert werden. Nötiger denn je brauche Bremen eine nachhaltige Trinkwasserstrategie, so der BUND.

„Wasser ist eine wertvolle Ressource, die nicht uneingeschränkt zur Verfügung steht“, betont Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. „Bremen ist zum Großteil auf Wasserimporte aus dem niedersächsischen Umland angewiesen. Im Stadtgebiet selbst werden lediglich 15 Prozent des Trinkwasserbedarfes gefördert und in Bremen Blumenthal aufbereitet.“ Bremen selbst verfüge zwar über große Grundwasservorkommen, lediglich in Blumenthal und Vegesack im Bremer Norden seien diese jedoch zur Trinkwassergewinnung geeignet. In Blumenthal kann die Fördermenge aufgrund der Verunreinigungen durch das Tanklager Farge allerdings auf absehbare Zeit nicht mehr erhöht werden. Und auch sonst sind die Förderkapazitäten an vielen anderen Stellen ebenfalls so gut wie ausgereizt. Die Erhöhung von Bezugsmengen aus bestehenden Lieferverträgen der SWB ist - wenn überhaupt - nur in sehr begrenztem Maße möglich. Darüber hinaus sorgt der Bremer Wasserverbrauch im Fördergebiet um das Wasserwerk Panzenberg bei Verden in Niedersachsen infolge einer starken Absenkung des Grundwasserspiegels bereits seit Jahrzehnten für massive ökologische Schäden.

„Besonders ärgerlich ist es daher, dass die Stadtgemeinde Bremen die eigenen Quellen im Stadtgebiet immer noch nicht vollständig geschützt hat“, bemängelt Rode. In Vegesack werden aktuell rund 0,5 Mio. m³ Grundwasser zur Trinkwassergewinnung gefördert, eine weitere halbe Million wäre möglich. Insgesamt ist die Förderung von 1 Mio. m³ bewilligt. Dafür wäre jedoch endlich die Ausweisung einer Schutzzone nötig. „Die eigenen Bremer Trinkwasserquellen zu sichern, sollte erste Hausaufgabe des Senats sein. Denn viele Bezugsquellen zu haben ist sinnvoll, um die Risiken zu minimieren, die mit zunehmender Grundwasserbelastung durch Nitrat und Pestizidrückstände verbunden sind und um Förderkapazitäten einzelner Standorte nicht zu überreizen“, meint der BUND-Sprecher. Deshalb bewertet der BUND das Bauvorhaben an der Straße „In den Wellen“ in Vegesack kritisch, welches aktuell die geplante Bauverbotszone der Schutzzone II tangieren würde. Laut BUND sollten Bebauungspläne erst dann aufgestellt werden, wenn entschieden ist, auf welches Gebiet die Trinkwasserschutzzone ausgeweitet wird. Bis dahin muss es ein Moratorium für jede weitere Entscheidung zu Bauabsichten im Bereich des Vegesacker Trinkwasserbrunnens geben.

In Bremen verbrauchen Bürger*innen täglich im Schnitt 121 Liter pro Person. „Wir können einfach den Wasserhahn aufdrehen und schon fließt das kühle Nass aus der Leitung – sei es für die Körperpflege, zum Kochen, Waschen, Zähneputzen oder einfach zum Trinken. Gerade jetzt, während der aktuellen Hitzewelle, wissen dies viele zu schätzen“, sagt Rode. „Doch Trinkwasser ist kostbar, auch wenn uns dessen Verfügbarkeit in der Regel selbstverständlich erscheint.“

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