BUND Landesverband Bremen

Wassersparen nicht nur bei Hitze

19. August 2020 | Trinkwasser

BUND gibt Tipps zum nachhaltigen Umgang mit Wasser im Garten

Übermäßige Verschwendung. Mit Wassersparen hat das nichts zu tun.  (Daniel Borker auf Pixabay)

Angesichts der Hitzewelle und der anhaltenden Trockenperiode sowie der bereits angespannten Bremer Trinkwassersituation appelliert der BUND Bremen an alle Bürgerinnen und Bürger, auch nach dem Regen der letzten Tage weiterhin sparsam mit der Ressource Trinkwasser umzugehen. Der Umweltverband gibt dafür einige praktische Tipps.

„Die Regenfälle der letzten Tage sorgen zwar kurzfristig für Erleichterung“, meint Katharina Müller vom BUND Bremen. „Mittel- bis langfristig kann der dritte sehr trockene Sommer in Folge aber dazu führen, dass sich Grundwasserbestände auch im Winterhalbjahr mancherorts nicht ausreichend erholen können.“ Problematisch bewertet der BUND insbesondere den übermäßigen Gebrauch von Trinkwasser im Garten, vor allem zum Rasensprengen. „Trinkwasser ist ein Lebensmittel mit sehr hoher Qualität und sollte auch als solches wertgeschätzt werden“, betont Müller. „Für die Gartenbewässerung ist es wirklich zu schade und nicht gedacht.“ Statt den Garten mit Trinkwasser zu bewässern, empfiehlt der BUND, Regentonnen aufzustellen, in denen langfristig Wasser gesammelt wird. Mangelt es an Fallrohren, können auch leicht mehrere Tonnen nebeneinander aufgestellt und über einen Überlauf miteinander verbunden werden, um bei starkem Regen wie in den letzten Tagen möglichst viel Wasser für trockene Perioden zu sammeln. „Wer den Rasen trotzdem beregnen möchte, sollte dies, wie auch das Gießen anderer Pflanzen, am besten früh morgens tun“, erklärt Müller. „So verdunstet weniger Wasser.“ Sie empfiehlt außerdem, beim Beregnen eine Tasse im Bereich des Rasensprengers aufzustellen. Wenn diese mit zwei Zentimetern Wasser gefüllt ist, hat der Rasen für mindestens eine Woche genug Wasser erhalten. Ebenfalls ist es sinnvoll, den Rasen im Sommer seltener zu mähen. Bei einer Höhe von sechs bis acht Zentimetern bleibt er länger grün.

Wenn das Grundwasser nicht belastet ist, könnte das Schlagen eines Grundwasserbrunnens eine Möglichkeit für die Gartenbewässerung sein. „Doch auch wer einen eigenen Brunnen besitzt, sollte das Grundwasser mit Bedacht verwenden“, mahnt Müller. „Dass man mit dem eigenen Brunnen jederzeit und unbegrenzt den Garten wässern kann, ist nämlich ein Irrglaube. Das möchten wir auch denjenigen ans Herzen legen, die nach dem Wasserspar-Appel der SWB nun schnellstmöglich ihren eigenen Brunnen schlagen lassen möchten.“ Denn die Grundwasserneubildungsraten in den letzten trockenen Jahren waren und sind vielerorts, besonders nahe der Oberfläche, anhaltend niedrig, und Bäumen im direkten Umfeld des Gartenbrunnens wird durch die Brunnennutzung zusätzlich dringend nötiges Wasser von unten entzogen. So können vor allem die Auswahl der Pflanzen für den Garten, das Mulchen von Beeten oder die Verwendung eines Systems zur Tröpfchenbewässerung helfen, den Wasserverbrauch im Garten zu senken.

Ein weiteres Problem sieht der BUND in der Befüllung privater Pools. Ein eigener Pool ist ein Luxus, der wie kürzlich beobachtet, schnell zum Problem wird, je mehr Menschen sich einen anschaffen. „Das Befüllen eines Gartenpools verschlingt leicht mehrere 1.000 Liter Trinkwasser“, betont die Wasser-Expertin des BUND. „Häufig kann dieses Wasser aufgrund der Verunreinigung durch chemische Zusätze anschließend nicht einmal mehr zum Gießen genutzt, sondern muss als Abwasser in die Kanalisation abgeführt werden.“ Auch in Zeiten von Corona ist es möglich, zur Abkühlung beispielsweise die zahlreichen Bremer Badegewässer zu nutzen. Auch eine kurze kalte Dusche kann für Erfrischung sorgen – am besten mit Sparduschkopf.

Weitere Tipps, wie Wasser sowohl im Garten als auch im Haushalt und Alltag eingespart werden kann, gibt es unter https://www.bund-bremen.net/trinkwasser/wassersparen/. Oder direkt Kontakt aufnehmen: Katharina Müller, BUND Bremen, 0421 / 79 002 44

Hintergrund

In Bremen verbrauchen Bürger*innen täglich im Schnitt 121 Liter pro Person. Bremen ist zum Großteil auf Wasserimporte aus dem niedersächsischen Umland angewiesen. Im Stadtgebiet selbst werden lediglich 15 Prozent des Trinkwasserbedarfes gefördert und in Bremen Blumenthal aufbereitet. Bremen selbst verfügt zwar über große Grundwasservorkommen, lediglich in Blumenthal und Vegesack im Bremer Norden sind diese jedoch zur Trinkwassergewinnung geeignet. In Blumenthal kann die Fördermenge aufgrund der Verunreinigungen durch das Tanklager Farge allerdings auf absehbare Zeit nicht mehr erhöht werden. Und auch sonst sind die Förderkapazitäten an vielen anderen Stellen ebenfalls so gut wie ausgereizt. Die Erhöhung von Bezugsmengen aus bestehenden Lieferverträgen der SWB ist - wenn überhaupt - nur in sehr begrenztem Maße möglich. Darüber hinaus sorgt der Bremer Wasserverbrauch im Fördergebiet um das Wasserwerk Panzenberg bei Verden in Niedersachsen infolge einer starken Absenkung des Grundwasserspiegels bereits seit Jahrzehnten für massive ökologische Schäden.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb