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BUND Landesverband Bremen

Wespe ist nicht gleich Wespe

16. September 2019 | Stadtnatur

BUND informiert über diese Insekten und gibt Tipps zum richtigen Umgang

Die für uns im Spätsommer aufdringlichen Wespenarten heißen Gemeine Wespe (lat. Vespula vulgaris) und Deutsche Wespe (Vespula germanica), informiert der BUND Bremen. Dies sind sozial lebende Arten wie die Honigbienen, die in dunklen Hohlräumen nisten und für den Nestbau Holz verwenden. Diese typisch schwarz-gelb gestreiften Wespen gesellen sich zum Ende ihres Lebens gerne zu uns, um von unseren Speisen im Freien zu schlemmen.

„Leider trifft der Zorn der genervten Mitmenschen nicht selten fälschlicherweise die Arten, welche ihre Nester im Freien am Baum oder unter dem Vordach bauen, wie zum Beispiel die Langkopfwespenarten Mittlere Wespe und Sächsische Wespe“, erklärt Heike Schumacher, wissenschaftliche Mitarbeiterin Stadtnatur beim BUND Bremen. „Sie sind aber friedfertig und lassen uns Menschen in Ruhe, solange das Nest nicht bedroht wird. Das gilt eigentlich für alle der über hundert lebenden Wespenarten in Deutschland.“ Im Bremer Raum kommen von den sozialen Faltenwespen die Hornisse, die Gemeine, Deutsche, Mittlere, Sächsische, Rote Wespe und die Haus-Feldwespe vor.

Auf dem Wespenmenü stehen Insekten wie Blattläuse, Mücken und Fliegen. Aber auch an Tierkadavern bedienen sich einzelne Wespenarten. Um Insekten zu fangen, setzen die Tiere, abhängig vom gejagten Insekt, ihre Beiß-Werkzeuge, den Stachel oder eine Kombination von beidem ein. Verfüttert werden die Insekten dann hauptsächlich an die Larven. Pflanzensäfte, Blütennektar und Fallobst, sowie Süßes von der Kaffeetafel sind der Treibstoff für die gestreiften Flieger, letzteres allerdings nur für die Gemeine Wespe und Deutsche Wespe. Diese beiden Arten tauchen nun, wo Ihre Staaten am Größten sind und das Nahrungsangebot in der Natur knapper wird, häufiger auf der Kaffeetafel auf. „Wir sollten aber nicht vergessen, dass sie nützliche Schädlingsbekämpfer sind und auch Pflanzen bestäuben“, so Schumacher.

Je nach Art und Witterung lösen sich die Sommerstaaten der sozialen Wespen ab Juli/August auf. In dieser Zeit ist das Bestandsmaximum eines Staates erreicht. „Teilweise hat das Phänomen schon stattgefunden, die Staaten der Hornisse, der Deutschen und Gemeinen Wespe bestehen allerdings noch“, erläutert der Biologe und Wespen- und Wildbienenexperte Rolf Witt. Mit dem Zeitpunkt, zu dem junge Königinnen und Männchen das Nest verlassen, neigt sich das Leben der Arbeiterinnen und ursprünglichen Königin zum Ende. Zum eigenen Erhalt sammeln jene Wespen zuckerreiche Nahrung, bis der erste Frost ihr Ende herbeiruft. Einzig und allein die jungen Königinnen haben eine Chance, den kalten Winter zu überleben. Frostgeschützte Ecken und Spalten und ihr körpereigenes Frostschutzmittel lassen hoffen, dass sie im kommenden Jahr zwischen März und Mai einen neuen Wespenstaat gründen können. Für den richtigen Umgang mit Wespen gibt der BUND folgende Tipps:

  • Ruhe bewahren! Wespen stechen, sobald sie sich bedroht fühlen, und nehmen hektische Bewegungen als Warnsignal war.
  • An- und Wegpusten vermeiden! CO2 ist für Wespen ein Alarmsignal.
  • Nahrungsmittel und Getränke abdecken und Essensreste entfernen.
  • Reifes Obst aus dem Garten entfernen.
  • Sicherheitsabstand zum Nest halten und nicht in die Flugbahn stellen.
  • Sprühflasche mit Wasser bereithalten! Simulierter Regen lässt die Wespen den Heimweg antreten.
  • Stark duftende Parfums oder Cremes vermeiden! Sie könnten bei Wespen beliebt sein.
  • Schmerz und Schwellung eines Stiches mit einer frischen Zwiebel lindern.

Weitere Infos über die Stadtnatur gibt es unter www.BUND-Bremen.net.

Bei Rückfragen:

Heike Schumacher, Tel.: 0421 / 7900256, eMail: heike.schumacher(at)bund-bremen.net

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