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BUND Landesverband Bremen

Fakten und Annahmen über das aktuelle Amselsterben

04. September 2018 | Stadtnatur

Amsel  (Georg Wietschorke)

Seit August dieses Jahres wird in Norddeutschland zum ersten Mal ein massives Amselsterben beobachtet mit bisherigem Schwerpunkt im Raum zwischen Bremen und Hamburg (Stand 3.9.2018).

Symptome: die Vögel bekommen ein struppiges Aussehen, kahle Stellen am Kopf, wirken scheinbar zutraulich und zugleich desorientiert. Innerhalb weniger Tage sterben sie. Derzeit sieht es so aus, als wäre der Bremer Amselbestand zu über 95% vernichtet. Die Krankheit betrifft hauptsächlich Amseln, aber es sind auch andere Singvögel und Eulen – allerdings weniger stark-  befallen.

Ursache: das sogenannte Usutu- Virus , benannt  nach einem Fluss im südlichen Afrika. Das ursprünglich tropische Virus wird über Mückenstiche übertragen und hat sich mittlerweile in europäischen Mückenpopulationen festgesetzt. Es sieht so aus, als ob die Ausbreitung des Virus durch hohe Sommertemperaturen stark begünstigt wird. Das war in diesem Sommer der Fall. Zugleich heißt es, dass das Virus Temperaturen bis zu Minus 20 Grad übersteht. Erste starke Ausbrüche gab es bereits vor einigen Jahren in Südwestdeutschland, die lokal zum Totalverlust von Amselpopulationen führten. Da die bisherigen Ausbrüche lokal begrenzt waren, haben sich die Bestände nach 1 bis 2 Jahren wieder erholt, allerdings reduziert um ca.20 bis 30 %. Wie es jetzt weitergeht, dürfte entscheidend davon abhängen, ob weitere heiße Sommer in Serie kommen oder nicht. Einige wenige Vögel scheinen Resistenzen zu entwickeln, d.h. sie überleben die Infektion. Dies gilt allerdings nicht für die Nachkommen. Das bedeutet, dass es unter Umständen für die Amsel als „Allerweltsvogel“, dem man bislang eigentlich im Alltag auf Schritt und Tritt begegnete, düster aussehen könnte. Derzeit werden vereinzelt Vögel gesichtet, die einen munteren Eindruck machen, wenn auch sehr wenige. Eine kleine Hoffnung bleibt.

Das Virus kann auch auf Menschen übertragen werden. Bislang sind aber bis auf ganz wenige Ausnahmen keine schweren Erkrankungen bekannt. Allerdings könnte es sich bei  der zurzeit ziemlich verbreiteten Sommergrippe partiell auch um Usutufälle handeln. Dies soll sich über eine Blutprobe leicht feststellen lassen.

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