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BUND Landesverband Bremen

BUND-Aktive übergeben Umweltminister*innen Bienen-Aktionsplan und Häkelbienen

07. Juni 2018 | BUND, Massentierhaltung, Schmetterlinge, Stadtnatur

Anlässlich der Umweltministerkonferenz in Bremen demonstrierten Aktive des BUND vor der Meierei für mehr Insektenschutz. Damit bekräftigt der BUND Bremen die Notwendigkeit für einen effektiven Bienenschutz. Mit Transparenten, Bienenkostümen und Informationen rund um die Wildbienen trafen die Aktiven des BUND auf die Umweltminister*innen, um für ihr Anliegen zu werben und ihnen Häkelbienen zu übergeben. Diese sollen sie immer an den Insektenschutz erinnern.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bremens Umweltsenator Joachim Lohse nehmen den Bienenaktionsplan des BUND entgegen (Foto: O. Perkuhn)

Im Rahmen ihrer Konferenz beschäftigen sich die Umweltminister*innen unter anderem auch mit den Möglichkeiten und Maßnahmen zum Bienenschutz. "Der anhaltende Insektenschwund hat dramatische Ausmaße angenommen. Es ist höchste Zeit zum Handeln", sagt Dieter Mazur, Vorsitzender des BUND Bremen. So schrumpft die artenreichste Tiergruppe sowohl bei den Arten als auch bei den Tieren pro Art. Um 75 Prozent nahm die Biomasse der Insekten in den letzten 27 Jahren ab. "Wir fordern von den Umweltminister*innen und Landesregierungen weitreichende, effektive und sofortige Maßnahmen für die Bienen und alle Insekten. So ist über die Hälfte der heimischen Wildbienen in ihrem Bestand gefährdet. Gerade für den Menschen ist der Schutz der kleinen Bestäuber überlebenswichtig. Zwei Drittel unserer Nahrungsmittel sind auf Bestäubung durch zum Beispiel Bienen angewiesen", so Mazur weiter.

Die weltweite Bestäubungsleistung von Nutzpflanzen wird auf 200 bis 500 Milliarden Euro geschätzt. Ebenso wichtig ist die Bestäubung von Wildpflanzen, denn diese sind die Grundlage für sehr viele Insekten, Vögel und Säugetiere. Mit dem massenhaften Insektenschwund ist das Funktionieren des Ökosystems in Gefahr. "Besonders in intensiven Agrarlandschaften ist die Artenvielfalt durch Monokulturen, Pestizideinsatz und den Verlust von Lebensräumen in einem großen Maße zurückgegangen. Dabei ist gerade die Landwirtschaft auf Bestäuber angewiesen", sagt der BUND-Landesvorsitzende. Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der kleinen Lebewesen sind: deutliche Reduktion der Pestizidmenge, Verbot von bienengefährlichen Wirkstoffen wie Neonikotinoide und von Ackergiften wie Glyphosat, Schutz und Schaffung wichtiger Lebensräume wie Blühwiesen, Feldraine, Hecken und Streuobstwiesen.

Außerdem muss das Zulassungssystem für Pestizide grundlegend verschärft werden. Kombinationseffekte und Langzeitwirkung von Pestiziden werden momentan bei der Zulassung fast gar nicht berücksichtigt. Mazur: "Erforderlich ist eine grundsätzliche Neuausrichtung der Agrarpolitik. Zwar bestimmt die EU die Rahmenbedingungen, aber Bundes- und Landesregierungen müssen endlich umgehend alle Möglichkeiten zur Förderung einer naturverträglichen Landwirtschaft und des Ökolandbaus ausschöpfen." Positiv stimmen den BUND die Signale aus der Bundesregierung und von Bundeskanzlerin Merkel zum Thema Artenvielfalt und über die Bedeutung der Biene. Der BUND begrüßt das im Koalitionsvertrag verankerte Aktionsprogramm Insektenschutz. "Den schönen Worten müssen nun zügig konkrete Taten in Form von Gesetzen und Verordnungen folgen. Das Aktionsprogramm Insektenschutz muss ambitionierte, messbare Ziele und Maßnahmen enthalten und zügig umgesetzt werden", erklärt Mazur. "Dabei müssen nun auch die Landesregierungen entscheidend mithelfen. Denn sonst ist bald nichts mehr zum Schützen da."

Bei Rückfragen: Heike Schumacher, Tel.: 0421 7900256

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