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BUND Landesverband Bremen

Für weniger #Gift im Wohnzimmer

05. Dezember 2018 | Nachhaltigkeit, Wälder

#BUND #Bremen empfiehlt #ÖkoWeihnachtsbäume aus zertifizierten Betrieben

 (Bernd Quellmalz)

Der BUND Bremen empfiehlt jetzt, Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen zu kaufen. Dies sind FSC-zertifizierte Forstbetriebe und Baumschulen, Gärtnereien und Biohöfe, die nach Richtlinien des Naturland-, Bioland- oder des BIO-Siegels (sechseckiges Logo) produzieren. Auch einige Gartencenter haben Bäume mit BIO-Siegel im Angebot. Wenn ein solches Angebot fehlt, sollte man laut BUND seinen Baum aus der Region beziehen und ihn am besten beim nächstgelegenen Waldbetrieb selber schlagen.

„Mit dem Weihnachtsbaum holen sich viele Menschen jedes Jahr ein Stück Natur ins Wohnzimmer“, sagt Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. „Allerdings stammten etwa 90 Prozent der rund 25 Millionen Weihnachtsbäume, die in Deutschland pro Jahr verkauft werden, aus Intensiv-Plantagen. Dort wird stark gespritzt und gedüngt – zum Schaden von Tieren, Pflanzen, Gewässern und Böden.“ Als der BUND 2014 stichprobenartig die Nadeln von Weihnachtsbäumen an deutschen Verkaufsstellen testete, fand der Umweltverband Pestizide wie Glyphosat und Prosulfocarb bei mehr als jedem zweiten Baum. „Zu der hohen Pestizidbelastung auf vielen Weihnachtsbaumplantagen kommt noch der Flächenverbrauch“, so der Biologe. „Allein in Deutschland nehmen die Monokulturen bis zu 50.000 Hektar in Beschlag.“

Die mit entsprechenden Bio-Siegeln gekennzeichneten Bäume stammen dagegen aus Plantagen oder Wäldern, die ökologisch bewirtschaftet werden. Dabei wird auf Kahlschläge, Düngung, Entwässerungsmaßnahmen und den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Ein Öko-Weihnachtsbaum ist etwas teurer, aber die Verbraucher*innen haben die Sicherheit, dass ihr Wohnzimmer frei von Schadstoffen bleibt und die Umwelt geschont wird. Eine schlechte Wahl seien dagegen Plastikbäumchen, so der BUND. Auch bei mehrjährigem Gebrauch bessere sich deren Ökobilanz nur unwesentlich. Ebenso sei Importware nicht zu empfehlen, stattdessen sollten Käufer auf kurze Transportwege achten. Ein besonderes Erlebnis ist es, seinen Weihnachtsbaum im Wald selbst zu fällen. Der BUND rät, sich an das Forstamt zu wenden und dabei auch nach dem Einsatz von Pestiziden zu fragen.

Für ökologische Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum hilft ein Blick in die Geschichte: In vorchristlichen Zeiten holten die Menschen um die Wintersonnenwende neben Tannen auch Immergrünes wie Buchsbaum, Mistel oder Wacholder als festlichen Schmuck in die Häuser. Später dienten Obstbäume, Eichen oder Birken als christliche Gabenbäume, behängt mit Gebäck, Wurst, Obst, Geschenken und Papierblumen. Auch so manche große Zimmerpflanze eignet sich als Weihnachtsbaum. Wer sich seinen Baum aus Naturmaterialien selbst basteln möchte, findet hierzu viele Ideen im Internet.

In Bremen und umzu sind an folgenden Stellen Öko-Weihnachtsbäume erhältlich (Quelle: Liste von ökologischen Weihnachtsbaum-Bezugsquellen 2017, www.robinwood.de):

  • Bremen: Die Gärtnerei, Alter Kuhweideweg 90, 28203 Bremen, Tel. 0421 87 59 50 (BIO-Siegel). Ab 11. Dezember auf dem Ulrichs-Platz am Ostertorsteinweg, direkt vorm Café "Litfass", angeboten werden Nordmanntannen sowie Blau- und Rotfichten (auch getopft) aus Kulturen von Schulte-Göbel in 57392 Schmallenberg-Felbecke.
  • Bremen und Lüneburg: Die Baumarktkette Bauhaus bietet ab 26. November - allerdings nur in geringem Umfang von 25 Stück/pro Filiale - auch BIO-zertifizierte Nordmann-Tannen an (1,50‑2,00 m; 39,95 €); Die Bäume stammen aus den Betrieben von Peter Quast aus 57482 Wenden und/oder Volker Grüber aus 58553 Halver.
  • Landkreis Diepholz: Carsten Dirk Engelke, 27318 Hoyerhagen (Naturland). Zertifiziert angeboten werden Fichten, Blau-und Omorika-Fichten sowie Douglasien; die ebenfalls angebotenen großen Nordmann-Tannen sind nicht zertifiziert; Verkauf täglich direkt ab Hof, Vogelsang 9. Tel. 04251 32 58, 0171 76 09 119.

Wer in seiner Nähe kein entsprechendes Angebot für Öko-Weihnachtsbäume findet und wem die Wege zu den o.g. Verkaufsstellen zu weit sind, sich aber unbedingt einen ökologisch angebauten Weihnachtsbaum wünscht, kann unter www.bio-weihnachtsbaum-versand.de einen Baum bestellen. Alternativ empfiehlt der BUND, einen Baum bei den regionalen Forstbetrieben zu beziehen, um zumindest die Transportwege kurz zu halten.

Bei Rückfragen: Bernd Quellmalz, BUND Bremen, Tel.: 0176 / 51 63 80 85 

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