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BUND Landesverband Bremen

Die meisten Wildbienenarten bevorzugen Wärme und Trockenheit. Und da Großstädte „Wärmeinseln“ in der Landschaft sind, können sie potenziell vielen Arten eine Heimat bieten. So können Kleinparadiese für diese Tiere entstehen, wenn geeignete Blüten sowie Bruthabitate vorhanden sind – zum Beispiel Spalten, Löcher oder offene Bodenstellen. 

Nisthilfen für Wildbienen

Man kann sich für die Anbringung von Nisthilfen drei „S“ merken: sonnig, sichtfrei, stabil. Nisthilfen sollten in der Sonne und möglich vor Regen und Wind geschützt, frei zugänglich und so befestigt sein, dass die Nisthilfen aus größerer Entfernung von Wildbienen gefunden werden können. Außerdem ist eine stabile Befestigung wichtig, so dass sie nicht im Wind wackeln oder gar baumeln.

 (Heike Schumacher)

Insektenhotels nicht überschätzen! 

Ein wirksamer Wildbienenschutz ist vor allem eine Frage der richtigen Prioritäten. Werden sie richtig gesetzt, wenn überall Insektenhotels entstehen? Die Antwort ist ein klares Nein!

Zwar kann sich jeder leicht einreden, etwas für die Natur getan zu haben, wenn er oder sie ein Insektenhotel aufbaut, doch geholfen ist damit nur einem kleinen Teil aus dem breiten Spektrum der Wildbienen. Warum? Zunächst einmal können etwa 2/3 der Arten mit Insektenhotels nichts anfangen: Sie siedeln im Boden, wo der nackte Sand oder Lehm zutage tritt, weich, aber fest genug, um darin Löcher zu graben. Und darüber hinaus ist das A & O des Überlebens von Wildbienen die Nahrung: Pollen und Nektar - und da könnte sich noch Vieles verbessern.

Blüten haben Vorrang! Wer geeignete Wildbienenpflanzen in seinem Garten oder auch auf seinem Balkon pflanzt oder sät, tut zugleich etwas für die Vielfalt der Blütenbesucher insgesamt. Hier fühlen sich Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer wohl, keineswegs nur Wildbienen. Über geeignete Wildbienenpflanzen können Sie sich außerdem unter "Bremen blüht auf und summt" informieren.

Niststätte Boden Niststätten im Boden  (Martina Meertsch / BUND )

Offener Boden! 

Wer zum Beispiel im Garten Bereiche mit sandigem oder lehmigem Boden für Wildbienen reserviert (und diese möglichst nicht betritt), tut besonders vielen Arten Gutes. Vielleicht haben Sie ein ungenutztes Beet, einen ausgedienten Sandkasten oder einen großen Blumentopf? Der Boden sollte nicht zu locker und keinesfalls gewaschen sein, am besten ist lehmiger Sand, in dem die Brutkammern stabil sind. Außerdem ist es wichtig, dass die Flächen umrandet sind, damit der Sand nicht beim ersten Regen weggeschwemmt wird. Aus den Arealen lassen sich dekorative Ecken formen, indem Sie zum Beispiel kleine Hügel anhäufen oder Steine hineinlegen.

Hartes oder totes Holz! 

Auch wenn das Bohren mühsamer ist: hartes Holz (Eiche, Buche, Lärche etc.) ist besser für Wildbienen als weiches! Denn Bruthöhlen von weichem Holz, wie das von Nadelbäumen, quellen bei Feuchtigkeit zu und die Brut ist verloren. Wichtig ist, dass sich an den Bohrungen keine Splitter mehr finden. Deshalb sollten die Löcher mit Schleifpapier oder Ähnlichem glatt geschliffen werden.

Gut für die Wildbienenvielfalt sind auch verschiedene Loch-Durchmesser, die von 2 bis 9 mm reichen können. Und wie lang sollten die Bohrlöcher sein? Sie sollten ca. 10cm lang sein, aber meistens gibt der Standardbohrer die Länge vor.

Übrigens kann man auch ganze Holzstämme verwenden. Es wird empfohlen, die Löcher quer zur Wuchsrichtung, also von der Borke aus zu bohren.  Auch totes Holz, das bereits morsch ist, wird zum Beispiel von Holzbienen genutzt, die darin ihre Gänge selber anlegen.

Hohle Halme!

Aus der heimischen Natur bieten sich besonders Schilfhalme an, sie haben den richtigen Durchmesser. Bitte hinter dem Knoten (Verdickung) schneiden oder sägen, so dass eine hinten geschlossene und vorne offene Röhre entsteht. Die Halmstücke sollten eine Länge von ca. 10 cm haben und bilden geeignete „Wohneinheiten“ für Wildbienen. Alle Röhren sollten hinten geschlossen sein, da Wildbienen ausschließlich in dunklen Röhren nisten. Außerdem sollten sie waagrecht ausgerichtet sein. Außer Schilf ist auch der exotische Bambus geeignet, wenn die Halme nicht zu dick sind (Innendurchmesser 3-10mm)! Aber achten Sie auch hier wieder auf saubere Schnittkanten, damit sich die Tiere nicht verletzen. Schilf wie Bambus lassen sich gut zusammenbinden oder in Blumentöpfen fixieren, wenn sie die Halme in frischen Ton oder Lehm am Grunde der Töpfe drücken. Auch aus Pappröhren lassen sich solche Nisthilfen fertigen. Diese können Sie hier bestellen.

Gefüllte Halme!

Im Gegensatz zu den hohlen Halme, die waagrecht liegen sollten, müssen Halme mit Mark im Inneren senkrecht oder zumindest schräg stehen– ein bedeutender Unterschied! Geeignet sind die Stängel von Brombeere oder der hochwüchsigen Königskerze. Holunderstängel werden nicht so gerne angenommen.

 (Heike Schumacher)

Steile Wände!

Eine lehmige Steilwand wird von besonders vielen Wildbienenarten angenommen. Eine solche Wand können Sie sehr einfach selbst herstellen, indem Sie eine Kiste mindestens 15 cm dick mit einer feuchten Lehm-Sand-Mischung füllen und einige flache Löcher hineindrücken. Die Bienen erweitern diese Löcher dann später selber! Wenn die Lehm-Sand-Mischung getrocknet ist, darf sie nicht zu fest sein, sie muss mit dem Fingernagel leicht abzukratzen sein. Alternativ können Sie auch gebrannte Niststeine bestellen, die bereits mit Löchern versehen sind.

Worauf gilt es besonders zu achten?

  • Gefahr durch Schimmelpilze: Ist es nicht ein äußerst riskantes Unterfangen, seine Eier in einem kleinen, engen Hohlraum abzulegen, in dem es schnell feucht wird? Ein solcher Hohlraum ist eine ideale Brutstätte für Schimmelpilze, und deshalb bevorzugen Wildbienen Trockenheit und gute Durchlüftung. Ytongsteine aber ziehen besonders leicht Feuchtigkeit an, in ihnen verpilzt die Brut fast unweigerlich. Leider werden im Handel auch Beobachtungsnistkästen aus Glas oder Plexiglas angeboten, in denen man die Entwicklung der Brut beobachten kann – zwar pädagogisch wertvoll, aber in diesen nicht atmenden Substanzen verpilzen Eier, Larven oder Puppen schnell. 
  • Gefahr durch Verletzungen: Eine Biene kriecht immer rückwärts in ihre Brutgänge – deshalb kann sie ihre empfindlichen Flügel leicht verletzen, wenn Splitter am Holz oder an den Stängeln sind.
  • Energieverschwendung für Wildbienen: Um die Brutkammer zu verschließen, muss sie viel Energie, Zeit und Material investieren. Deshalb wird eine Wildbiene nur im Notfall Löcher besiedeln, die eigentlich zu groß für sie sind.
  • Stroh ist ungeeignet: Auch Lehmflechtwände, in denen Lehm und langes Stroh miteinander gemischt sind, eignen sich nicht für Wildbienen: Das eingelagerte Stroh verhindert meist die Anlage von Nestern.

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