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BUND Landesverband Bremen
Flussseeschwalben (Georg Wietschorke BUND)

Vor dem Untergang gerettet - Flussseeschwalben in Bremen

Erkennungsmerkmale

Die Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) hat eine möwenähnliche, aber insgesamt deutlich zierlichere Gestalt, hellgraue Brust und mittelgraue Flügeldecken; schwarze Kopfdecke, langen spitzen roten Schnabel, rote Beine und Füße, lang ausgezogene Flügelenden sowie einen tief eingeschnittenen "Schwalbenschwanz". Ihr Flug ist an Eleganz und Wendigkeit kaum zu überbieten. Diese Artisten der Lüfte bei der Jagd oder Balz zu beobachten, ist ein mitreißendes Schauspiel. Ihr Ruf dagegen ist weniger elegant, dafür durchdringend und weit zu hören. Er klingt etwa wie ein rauhes "kiärr" oder ein hartes "kit-kit-kit-kirr".

Lebensraum

Die Flussseeschwalbe besiedelt gerne Kiesinseln in wasserreichen Gebieten vor allem in Flussmündungen und in Küstengebieten. Im Binnenland findet man sie nur dort, wo künstliche Brutinseln an nahrungsreichen Gewässern angeboten werden.

Küken der Flussseeschwalbe  (Georg Wietschorke)

Ernährung und Fortpflanzung

Die Flussseeschwalbe ernährt sich ausschließlich von Wassertieren, hauptsächlich von kleinen Fischen, die im Sturztauchen erbeutet werden. Sie siedelt gern in Gemeinschaft mit Lachmöwen. Zum Brüten bevorzugt sie vegetationsarme, störungsfreie Sand- oder Kiesinseln. In der flach ausgeschobenen Nistmulde liegen 2-3 Eier. 

Brutvorkommen

Noch um 1900 war die Flussseeschwalbe häufiger Brutvogel an den deutschen Küsten und im Binnenland. Bis heute ist die Anzahl der Brutpaare in den Küstenregionen rückläufig. Im Binnenland verschwand sie fast vollständig. Die Flussseeschwalbenkolonien im Raum Bremen bilden heute das südlichste binnenländische Vorkommen in der norddeutschen Tiefebene.

Flussseeschwalbe im Flug  (Frank Brüning)

Gefährdungssituation

Die Flussseeschwalbe ist auf naturnahe Flüsse angewiesen, die Sand- und Kiesbänke auf- und abbauen und die durch eine dynamische Verlegung ihres Laufes immer wieder neue Lebensräume für sie schaffen. Der Rückgang der Flussseeschwalbe ist also im wesentlichen auf die Zerstörung der natürlichen Flussdynamik als Folge des Flussausbaus für die Schifffahrt zurückzuführen. Hinzu kommt noch die allgemeine Verschlechterung der Nahrungsgrundlage (schlechte Wasserqualität, fehlende oder stark verringerte Laichräume für Fische).

Hilfe für die Flussseeschwalbe

Künstliche Nisthilfen wie künstliche Brutflöße können im praktischen Naturschutz immer nur ein Notbehelf zum Überleben einer Art sein. Da der Rückbau beispielsweise der Weser zu einem Fluss mit natürlicher Dynamik, die den Auf- und Abbau von Sandbänken wieder ermöglicht, auf asehbare Zeit nicht zu erreichen sein wird, sind künstliche Nisthilfen unverzichtbar, wenn die Art ihren früheren Lebensraum wiedererobern soll. Durch Renaturierung und Gewässerreinigung haben sich die Bedingungen für die Fischfauna und damit für die Hauptnahrung der Seeschwalben in den letzten Jahrzehnten wieder deutlich verbessert.

Die Praxis

Mitte der 1970er Jahre lebten gerade noch 4 Brutpaare in Bremen. Sie brüteten bereits nur noch in Lebensräumen aus zweiter Hand, wie Spülfeldern und Bunkerdächern. 1989 baute der BUND ein 30qm großes Floß auf einem Baggersee in Dreye an der Mittelweser. Nach zunächst zögerlicher Annahme des Floßes brüteten 1999 30 Paare dort. Ein Jahr später wurde das marode Floß durch ein neues 50qm Floß ersetzt. Seitdem ziehen dort zwischen 30 und 35 Paare ihre Jungen groß. Ein zweites Floß im Naturschutzgebiet "Neue Weser" ersetzte vor 2 Jahren einige eher ungeeignete Kleinflöße. Auf dieser von der PRANAT (praktische Naturschutzgruppe im BUND) gebauten Plattform brüten derzeit ebenfalls um die 30 Paare.

Praktische Hinweise für Planung und Bau von Brutflößen und was man sonst noch so beachten sollte, bekommt man bei Michael Abendroth unter Tel. 0421-790020  

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