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BUND Landesverband Bremen

Schweben wie ein Kolibri

Foto einer Schwebfliege Schwebfliege  (Georg Wietschorke)

Schwebfliegen sind die Flugkünstler unter den Insekten und sehr elegante Flieger. Mit bis zu 300 Flügelschlägen in der Sekunde können sie wie ein Kolibri in der Luft stehen und blitzartig manövrieren. Ihre Nahrung besteht aus Nektar und Pollen. Neben den Bienen stellen sie mit weltweit rund 6.000 Arten und 450 Arten in Deutschland die wichtigste Bestäubergruppe dar. Erwachsene Schwebfliegen bevorzugen vor allem gelbe Blüten. Dagegen reicht bei den Larven das Spektrum von Pflanzen- und Abfallfressern bis hin zu Räubern und Parasiten. Die Larven einiger Arten leben in Holzmulm, minieren in Blättern oder fressen sich in Blumenzwiebeln satt. Andere nisten sich in Hummel- oder auch Ameisenbauten ein. Die räuberisch lebenden Larven zählen zu den wichtigsten Gegenspielern von Blattläusen. Außerdem stehen Blattwespenlarven, Schildläuse und Spinnmilben auf ihrem Speiseplan. Auch wenn sie so aussehen, Schwebfliegen stechen nicht. Sie haben weder einen Stachel wie Bienen und Wespen, noch einen Stech- oder Sägerüssel wie Wanzen oder Mücken. Ihre Mundwerkzeuge sind wie kleine Tupfer, ähnlich wie bei Stubenfliegen, mit denen sie Blütenpollen und Nektar auflecken und einsaugen. Vögel und andere Fressfeinde schrecken Schwebfliegen mit ihrer oft schwarz-gelben Hinterleibszeichnung, die an Wespen erinnert, ab. Schwebfliegen haben wie alle Fliegen übrigens nur ein Flügelpaar, Wespen dagegen vier, so ein Erkennungsmerkmal.

Knapp die Hälfte der heimischen Schwebfliegenarten wird in der Roten Liste geführt, von den Holz abhängigen Arten sogar zwei von drei. Zum Verhängnis wird ihnen neben dem Verlust an Blühflächen auch der Mangel an alten Bäumen. Denn Wälder sind der Hauptlebensraum für fast die Hälfte der bei uns vorkommenden Schwebfliegenarten. Ihre Larven benötigen für ihre Entwicklung Baumhöhlen, Baumstümpfe, faulende Wurzeln oder Bäume mit moderndem Kernholz. Liegendes Totholz hilft leider nicht, da zu trocken. Ein Beitrag zum Schutz der Schwebfliegen kann also der Erhalt alter Bäume und Baumstümpfe sein, ein anderer die Entwicklung von Blühflächen. 

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