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BUND Landesverband Bremen

Vom Moor ins Grünland: Der Große Brachvogel

Brachvogel  (Georg Wietschorke)

Der Große Brachvogel ist der größte Watvogel Europas und vor allem an seinem langen, nach unten gekrümmten Schnabel gut zu erkennen. Damit stochert er in feuchten Wiesen nach Würmern, Käferlarven und anderen Kleintieren. Der Brachvogel ist eine recht imposante Erscheinung und wird bis zu 60 cm lang und erreicht eine Flügelspannweite von 80 bis 100 cm. Brachvogelrufe und -gesänge gehören zu den melodischsten und stimmungsvollsten Vogellauten unserer Kulturlandschaft. Der laute Ruf klingt sehr melodisch, fast schon wehmütig. Brachvögel können mit bis zu 30 Jahren sehr alt werden und sind ausgesprochen ortstreu.

Der Große Brachvogel baut sein Nest meist in niedriger Vegetation muldenförmig am Boden. Ab Ende März legt er zwei bis fünf bräunliche bis grünliche Eier, die meist dunkel gefleckt sind. Die Brut dauert 27 bis 29 Tage. Nach fünf Wochen sind die Küken flügge. Die Küken sind Nestflüchter, die das Nest verlassen, sobald die Daunen völlig getrocknet sind. Sie werden in den ersten Lebenstagen von beiden Elternvögeln geführt, später führt sie nur noch das Männchen. Sie werden wie bei den meisten Watvögeln von Anfang an nicht von den Eltern gefüttert, sondern müssen sich selbst mit Nahrung versorgen. Auf dem Zug und im Winter suchen Große Brachvögel in küstennahen Süßwassermarschen und auf Wattflächen oft in großen Gruppen in den Gezeitenzonen nach Nahrung. Im Watt ernähren sie sich bevorzugt von kleinen Strandkrabben.

Als Lebensraum dienten dem Großen Brachvogels ursprünglich baumfreie Hochmoore, die bei uns aber infolge von Torfabbau und Entwässerung nahezu vollständig verschwunden sind. Gezwungenermaßen musste die Art daher auf Grünlandbiotope umsiedeln. Seit den 1950er Jahren gibt es in weiten Teilen Mitteleuropas erhebliche Bestandsrückgänge, nachdem Mähwiesen und Weiden intensiver genutzt, z.B. früher und öfter gemäht werden. Eine hohe Brutorttreue sowie die hohe Lebensdauer der Art täuscht dabei über längere Zeit noch intakte Brutbestände vor. Doch der Bruterfolg des großen Brachvogels reicht in vielen Regionen nicht mehr zum Erhalt der Population aus. Der fehlende Nachwuchs führt deshalb zwangsläufig zu einem Zusammenbruch des Bestandes, wenn eine Zuwanderung von Vögeln ausbleibt. In Bremen gibt es dank gezielter Schutzmaßnahmen an den Brutplätzen und schonender Maschineneinsätze auf den Kükenwiesen noch rund 100 Paare dieses bundesweit "vom Aussterben bedrohten" Watvogels. Mit rund 50 Paaren ist in der Hansestadt das Blockland ein Verbreitungsschwerpunkt.

Mehr zu Vogel- und Wiesenvogelschutz finden sie hier.

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