BUND Landesverband Bremen

Flussseeschwalben unter Druck

Flussseeschwalbe  (Georg Wietschorke)

Seit ca. 1990 bemüht sich der BUND Bremen erfolgreich um die Stabilisierung des Bestandes der Flussseeschwalbe in Bremen: von ursprünglich mal gerade vier Paaren in den 70er Jahren ist der Bestand derzeit bis auf über 60 Paare angewachsen. Möglich war dieser Erfolg durch die Anlage von zwei Brutflößen als Ersatz für Kies- und Sandbänke der einst unregulierten Weser, auf denen die Vögel früher brüteten. Die Brutflöße betreuen seit Jahren Michael Abendroth und Christina Sommer gemeinsam. Der Aufwärtstrend bei den Flussseeschwalben dürfte allerdings zu Ende sein. Denn eines der beiden Brutflöße ist seit zwei Jahren komplett von Lachmöwen übernommen worden. Dort in der „Neuen Weser“ kommen Flussseeschwalben nun nicht mehr zum Zug. Generell ist eine zunehmende Brutplatzkonkurrenz auf den Flößen zu beobachten. Dies gilt schon länger für die Nilgans, die aber manchmal von den Seeschwalben vertrieben werden kann und eben zunehmend auch für Lachmöwen. Für die Betreuung des Floßes auf dem „Blauen Werder“ bei Arsten bedeutet diese Entwicklung einen erheblichen Mehraufwand. So müssen wir frühzeitig im Jahr ein Netz über das Floß spannen und zwar so, dass auch schwere Vögel wie die Nilgans das Netz mit ihrem Gewicht nicht zu Boden drücken können. Andernfalls würde einfach auf dem Netz gebrütet. Erst wenn die Seeschwalben aus Afrika zurückkommen, wird das Netz entfernt. Zumindest die Brutsaison 2019 auf dem „Blauen Werder“ verlief noch gut: Ende Mai wurden 63 Seeschwalbengelege gezählt. Die hohe Gelegezahl kommt überwiegend dadurch zustande, dass etliche Vögel, die zuvor in der „Neuen Weser“ gebrütet haben, auf das Floß im „Blauen Werder“ umgezogen sind. Glücklicherweise ist das Floß groß genug, allerdings mittlerweile auch randvoll besetzt. Wer die Flussseeschwalbe beobachten möchte, kann sie gut an ihrem gegabelten Schwanz und roten Schnabel mit schwarzer Spitze erkennen. Sie ähnelt zwar auf den ersten Blick einer Möwe, ist aber deutlich kleiner und im Flug eleganter. Ihre Nahrung – meist kleine Fische – erbeutet sie ausschließlich durch Sturztauchen ins Wasser.

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