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Liebe Abonnent*innen,

mit dem Beginn des Frühjahrs ist so einiges los: Amphibien machen sich auf den Weg in ihre Laichgebiete, Vögel sind auf der Suche nach Nistmöglichkeiten und auch im Garten und auf dem Balkon ist jetzt einiges zu tun. In diesem Newsletter haben wir einige Tipps dazu. 

Außerdem berichten wir aus der Bremer Verkehrs- und Klima-Politik, vom Ende der deutschen Fischbestände und von einigen spannenden Veranstaltungen, die demnächst anstehen. Und auch Ihre Mithilfe ist wieder gefragt: Aktuell läuft eine Petition, die ein besseres Stadtklima mit gesunden Bäumen erreichen will. Wir unterstützen diese ausdrücklich und freuen uns, wenn Sie die Petition mit ihrer Unterschrift unterstützen!

Mehr über diese und andere Themen lesen Sie in diesem Newsletter.  

Viel Spaß beim Lesen und herzliche Grüße,
das BUND-Team

 
Naturfoto des Monats

Im Februar und März widmet der Arbeitskreis Naturfotografie sich dem Thema "Tropfen". Diese Aufnahme einer Spinne in ihrem Netz ist Chris Koch gelungen.

Stadtbäume - jetzt handeln!

In Zeiten des Klimawandels mit steigender Hitzebelastung in den Stadtzentren sind Stadtbäume und innerstädtische Grünflächen als natürliche Klimaanlagen für die Bevölkerung von großer Wichtigkeit. Sie produzieren Sauerstoff, dämpfen Lärm, filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft, sorgen für eine Befeuchtung und Abkühlung durch ihre Verdunstungsleistung und spenden zudem Schattenflächen im Sommer. Dabei ist auch ihre Funktion als Lebensraum von Insekten, Vögeln und anderen Tieren von hoher Bedeutung.

Doch Stadtbäume stehen unter wachsendem Druck: Versiegelung, Trockenheit, Verdichtung, Schadstoffbelastung und Hitzestress. Diese Faktoren führen dazu, dass die Straßenbäume nur etwa ein Drittel des Alters ihrer freistehenden Artgenossen erreichen. Auch die Baumscheibe der Straßenbäume, der sensible Bereich rund um den Stammfuß, ist häufig in einem schlechten Zustand. 

Geschädigte Bäume werden häufig gefällt, ohne dass eine Nachpflanzung in ausreichendem Maße erfolgt, wodurch Bremen einen enormen Verlust an wichtigen Stadtbäumen erleidet. Zudem kann die Wirkung eines alten Baumes durch junge Nachpflanzungen kaum ersetzt werden.

Eine Petition bei der Bremischen Bürgerschaft fordert nun ein Umdenken zugunsten der Bäume und ein klares Bekenntnis zu diesem wichtigen Element der Stadtnatur. Noch bis 15. April können Sie diese online mitzeichnen. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung! Teilen Sie den Link gerne auch mit anderen Interessierten.

End of Fish Day

Früher als je zuvor war der diesjährige End of Fish Day bereits am 29. Februar. Dieser Tag bezeichnet den Zeitpunkt, an dem Deutschland die eigenen Fischreserven für dieses Jahr aufgebraucht hat. Rein rechnerisch sind die deutschen Meere und Binnengewässer also bereits leergefischt.

„Die Deutschen essen wieder mehr Fisch und gleichzeitig geht es vielen Populationen in Nord- und Ostsee weiter schlecht“, erklärt Valeska Diemel, Fischerei-Expertin im BUND-Meeresschutzbüro. Der schlechte Zustand vieler Fischpopulationen in Nord- und Ostsee liegt nicht nur am hohen Konsum. Auch die Zerstörung ihrer Lebensräume, die Verschmutzung der Meere und die Auswirkungen der Klimakrise setzen ihnen zu. „Damit sich die Fischpopulationen erholen können, brauchen sie Rückzugs- und Ruheräume. Diese werden zurzeit aber noch nicht mal in den Meeresschutzgebieten eingehalten“, kritisiert Diemel. 

Der BUND appelliert an die Verbraucher*innen, ihren Fischkonsum zu reduzieren und pflanzliche Alternativen auszuprobieren. Mehr Infos und Hintergründe zu diesem Thema finden Sie auf unserer Website.

Stau
Strategiewechsel in der Bremer Verkehrspolitik

Für den BUND Bremen bedeutet der Strategiewechsel der Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal einen Stillstand in der Verkehrswende. Vor dem Hintergrund des Klimawandels sollte die Senatorin nach Ansicht des Umweltverbandes ihren Fokus rasch von dem simplen Konzept "erhalten, ertüchtigen und erneuern" hin zu einem realistischen Verständnis der aktuellen Klimasituation verlagern.

„Die Lage ist ernst: Der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor ist seit Jahren viel zu hoch. Das Ergebnis der Klimaenquetekommission ist klar“, so Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. „Das Ziel bis 2030 ist eine Umstrukturierung von Straßenräumen zugunsten des Umweltverbundes.“

Die angekündigte Priorisierung der Erhaltung bestehender Infrastruktur zeigt, dass sich das Mobilitätsressort von der Verkehrswende auf absehbare Zeit verabschiedet hat, kritisiert der BUND. „Es ist höchste Zeit, den Klimaschutz im Verkehr umzusetzen. Dazu gehört es auch, Pendlern neue Chancen zu bieten und die Abhängigkeiten vom Auto zu reduzieren. Dazu gehört es ebenfalls, Fußwegen, Radwegen und Fahrradbrücken Vorrang vor dem Straßenausbau einzuräumen.“

Weitere Informationen und Hintergründe zum Thema finden Sie auf unserer Website.

Solaranlage Friedensgemeinde
Stadtentwicklungsgesellschaft nicht ohne Klimaschutz

Ende Februar hat der Bremer Senat die Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft beschlossen. Diese soll es unter anderem ermöglichen, dass große Projekte und strategisch wichtige Immobilien einfacher und schneller entwickelt werden können. 

Klaus Prietzel, Vorsitzender des BUND Bremen, kommentiert dazu: "Für Klimaschutz und Energiewende sehen wir bei der vom Senat geplanten Stadtentwicklungsgesellschaft bisher nur Leerstellen. Aus unserer Sicht sollte die versprochene Trendwende durch diese Gesellschaft gerade auch bei Solarenergie-Ausbau und Wärmenetzen, bei der Klimaanpassung im Sinne einer Schwammstadt und beim schnelleren Ausbau der Fahrradinfrastruktur Schwerpunkte setzen, damit das nicht wieder bei den Planungen hinten runterfällt wie es beispielsweise in der Überseestadt geschehen ist. Beschleunigung, Quartiersbezug, Kompetenzbündelung gerne, aber unbedingt mit einem integrierten Klimaschutz-Ansatz, damit jetzt nicht beschleunigt halber Kram entwickelt wird.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf unserer Website.

Amphibienwanderung

Wie jedes Jahr verlassen Molche, Kröten und Frösche in den ersten warmen Frühjahrsnächten ihre Winterquartiere und wandern in ihre Laichgebiete. Dabei werden sie zu Tausenden überfahren. Dies ist einer der Gründe für die massive Abnahme der Amphibien-Bestände in den letzten Jahren.

Nicht nur die Temperatur spielt bei der Wanderung eine Rolle, sondern auch die Niederschlagsmenge: "Sollte es mit zunehmender Wärme auch noch feucht werden, wird eine Massenwanderung einsetzen – und damit leider auch das Massensterben“, warnt Martin Rode, Landesgeschäftsführer des BUND Bremen. Der BUND ruft dazu auf, unterwegs auf wandernde Amphibien zu achten und abends am besten mit dem Auto gar nicht erst loszufahren. Selbst vom Rad aus sind still sitzende Tiere auf der Straße oft kaum zu erkennen. Grundsätzlich sollten Autofahrer*innen Nebenstrecken und bekannte Brennpunkte der Amphibienwanderung komplett meiden.

Amphibien kann man helfen, indem man sie in Laufrichtung über die Straße trägt. Dabei sollte man allerdings auf keinen Fall die eigene Sicherheit gefähreden. Auf dem eigenen Grundstück sollten "Amphibienfallen" kontrolliert und abgedeckt werden. Dazu zählen z. B. Lichtschächte, aber auch Halterungen für Wäschespinnen. Auch Kellerabgänge sollten täglich kontrolliert werden, um evtl. dort gefangene Tiere zu befreien.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch auf unserer Website.

Jetzt Nistkästen aufhängen

Bei milder Witterung haben einige Vögel in diesem Jahr schon sehr früh mit dem Nestbau angefangen. Schon seit einigen Wochen werden die ersten Nisthilfen von ihnen bevölkert. Doch auch jetzt kann man mit richtig platzierten Nisthilfen noch die Ansiedlung von Vögeln unterstützen.  „Nistkästen sollten nicht in die pralle Sonne und nicht zur Wetterseite, also dem Wind und Regen entgegen, gehängt werden“, gibt Siecke Martin, Gebäudebrüter-Expertin beim BUND, einen Tipp. „Am besten hängen sie in mindestens drei bis vier Meter Höhe mit dem Flugloch nach Süden oder Osten.“

Gerade im städtischen Bereich gehen durch Sanierung zunehmend Nischen und Hohlräume für Gebäudebrüter wie Hausrotschwanz, Mauersegler und Spatz verloren. Mit entsprechenden Nisthilfen lässt sich hier leicht Abhilfe verschaffen. Aber auch in Wäldern sind Nistkästen sinnvoll. Dort bieten sie den Höhlenbrütern Ausweichmöglichkeiten, da oftmals kaum noch alte und morsche Bäume vorhanden sind.

Mehr zu diesem Thema können Sie auf unserer Website erfahren.

Gärtnern ohne Torf

Durch den Torfabbau werden Moore unwiderbringlich zerstört. Die Tiere und Pflanzen, die in den Mooren leben, verlieren ihren Lebensraum. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Außerdem erfüllen Moore eine bedeutende Funktion in der Bindung von Kohlenstoffdioxid. Wenn ein Moor "abgetorft" wurde, ist es beinahe unmöglich, es wieder zu renaturieren.

Dennoch wird weiterhin Torf abgebaut. 10 Millionen Kubikmeter werden jährlich allein in Deutschland verkauft - rund 2,5 davon an Hobbygärtner*innen. Um diesen immensen Bedarf zu decken, kommt inzwischen viel Torf aus baltischen und russischen Hochmooren. 

Der BUND appelliert an alle begeisterten Gärtner*innen, beim Kauf von Blumenerde darauf zu achten, dass diese torffrei ist. Alternativen sind z. B. Erden auf Basis von Kompost oder Holzfasern. Um die Orientierung im Gartenmarkt ein wenig zu erleichtern, hat der BUND einen aktualisierten Einkaufsführer erstellt, in dem Sie Hersteller finden können, die torffreie Erden vertreiben.

Freiwilligendienst beim BUND

Jedes Jahr bieten wir vier Plätze im Freiwilligendienst in unserer Geschäftsstelle an. Die Tätigkeitsfelder und Aufgaben sind vielfältig: Du kannst deinen Schwerpunkt im Klimaschutz oder in der Umweltbildung setzen, lernst natürlich aber alle unsere Tätigkeitsfelder kennen. Beim Einsatz im Naturschutzgebiet, bei der Begleitung von Kindergruppen oder auch bei der Büroarbeit lernst du, wie eine große Umweltschutzorganisation arbeitet und welche Aufgaben im Laufe eines Jahres anfallen. 

Die meisten unserer Freiwilligen haben die Schule gerade beendet, wenn sie ihren Bundesfreiwilligendienst oder ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beginnen. Die Arbeitswelt bietet ganz neue Herausforderungen und für viele ist der Freiwilligendienst ein guter Weg, mehr Sicherheit in der Berufsorientierung zu finden oder auch um ganz neue Talente zu entdecken. 

Der neue Jahrgang startet am 01. September. Bewerbungen nehmen wir ab sofort gerne an! Alle Infos dazu findest du auf unserer Website. Wir freuen uns, dich kennenzulernen!

Rechte Ideologie und Ökologie

Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sind zentrale Themen des 21. Jh. Das weiß auch die rechtsextreme Szene. Doch warum fällt es ihnen so leicht Natur- und Umweltschutz für sich zu besetzten? Was tun, wenn die Diskussion um heimische Pflanzen oder Kulturlandschaft rassistische Bezüge weckt? Wie kann man rechtsextreme „Naturschützer:innen“ erkennen, ihnen entsprechend begegnen und sich klar abgrenzen? Und warum geht uns das alle an?

Um diese Fragen geht es bei zwei Veranstaltungen am 05. und 06. April. Zuerst findet ein Vortrag zum Thema statt und am Folgetag setzen wir uns beim Seminartag detaillierter damit auseinander. Infos zu beiden Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website.

Saatgut und Pflanzen tauschen

Am 06. April findet von 14.00 bis 17.00 Uhr im Ellener Hofgarten eine Tauschbörse für Saatgut statt. Dort haben die Besucher*innen Gelegenheit, an verschiedenen Ständen Bio-Saatgut oder vorgezogene Pflanzen zu tauschen oder gegen Spende mitzunehmen. Selber gezogene Jungpflanzen oder samenfestes, ungebeiztes Saatgut (keine F1-Hybride und Pestizide) können auch gerne zum Tauschen mitgebracht werden. Außerdem sind alle eingeladen, sich bei Kaffee und Kuchen zu Gartenthemen auszutauschen und zu informieren.

Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie auch auf unserer Website.

Neue Öffnungszeiten

In der BUND Geschäftsstelle gelten seit 01. März veränderte Öffnungszeiten: 

Montag von 10.00 - 13.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 09.00 - 13.00 Uhr und am Donnerstag von 09.00 - 13.00 und 14.00 - 17.00 Uhr.

Während dieser Zeit sind wir auch telefonisch unter 0421 79 00 20 erreichbar. Außerhalb unserer Öffnungszeiten kontaktieren Sie uns gerne per Mail unter info@bund-bremen.net.

Die Erde braucht Freunde! Der BUND Bremen e.V. finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Bitte unterstützen Sie uns. Vielen Dank!

 
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