Ursachen und Folgen der Klimakrise

Seit der industriellen Entwicklung 1850 nimmt die Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre zu. Mit der Zunahme von CO2 steigt auch die Temperatur an. Vor der Industrialisierung lag der CO2-Gehalt in der Atmosphäre bei 280 ppm (parts per million) und die globale Durchschnittstemperatur bei knapp 14 Grad Celsius. Heute liegt die CO2 Konzentration schon bei über 420 ppm CO2 und die weltweite Durchschnittstemperatur beträgt über 15 Grad Celsius. Dies hat gravierende Folgen!

Auch im Land Bremen zeigt sich die Klimakrise wie der Deutsche Wetterdienst in seinem Klimareport von Juni 2024 belegt. Im kleinsten Bundesland beträgt der Temperaturanstieg seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 sogar 1,6 Grad Celsius. Die letzten zehn Jahre umfassten dabei die fünf wärmsten Jahre der Messungen. Das Jahr 2023 verdeutlichte die Herausforderungen durch den Klimawandel besonders, da es das bisher wärmste Jahr überhaupt war und durch extreme Wetterereignisse wie den Starkregen im Juni sowie heftige Überschwemmungen zum Jahresende infolge extremer Niederschläge geprägt wurde. Während die Anzahl der Frosttage stark abnimmt, nehmen die Sonnentage weiter zu. 

Besonders kalte und auch schneereiche Monate, wie die Wetterlage im Januar und Februar 2026 im norddeutschen Raum oder ein harter Winter ändern allerdings nichts am langfristigen Erwärmungstrend. Sie zeigen vielmehr die Auswirkungen, wie das instabil gewordene Klimasystem mit dem abgeschwächten Jetstream zu extremeren Ausschlägen neigt. Während die Winter im Durchschnitt immer milder werden, werden die verbleibenden Kälteeinbrüche oft intensiver und langanhaltender, weil der ausgleichende Westwinddrift geschwächt ist. 

Bremen und Bremerhaven sind aufgrund ihrer Küstennähe besonders durch Hochwasser gefährdet: Die Pegelaufzeichnungen zeigen eine Anstiegsrate von 1,7 bis 4,2 Zentimeter pro Jahrzehnt.

 

Gletscherschmelze

Schon seit den 1970er Jahren ist klar, dass etwa drei Viertel des Meeresspiegelanstiegs von massiven Gletscherschmelzen und damit des Festlandeises und der thermischen Ausdehnung der Ozeane durch die Erderwärmung verursacht wird. Lag die Gletscherschmelze damals noch bei etwa einem Prozent jährlich, verlieren die Alpengletscher seit dem Jahr 2000 mehr zwei bis drei Prozent ihres Volumens – jedes Jahr! Dies bedeutet, dass bis 2050 weit mehr als die Hälfte aller Gletscher weltweit verschwunden sein werden.

Außerdem droht durch das Abschmelzen der Gletscher eine Süßwasserverknappung. Dreiviertel der weltweiten Süßwasservorkommen entfallen auf Gletscher oder Festlandeis. Derzeit fließt von den Gletschern noch ausreichend Schmelzwasser zur Trinkwasserversorgung ab. Hält die Schmelze allerdings weiter an, könnten im Alpenraum die Brunnen in Zukunft leer bleiben, welche das Haupttrinkwasser-Reservoir in dieser Region darstellen.

Meeresspiegelanstieg

Die unmittelbare Folge der Erdüberhitzung ist der Meeresspiegelanstieg: Die polaren Eisschilde der Antarktis und Grönlands schmelzen, Gebirgsgletscher verschwinden und das Wasser der Ozeane und Meere dehnt sich durch die Wärme aus.

Der globale Meeresspiegel ist bereits im vergangenen Jahrhundert um etwa 18 cm gestiegen. Dieser Prozess findet nicht in allen Regionen einheitlich statt: Eispanzer, die durch die hohen Temperaturen schmelzen, entlasten nun die Erdkruste. Dadurch hebt sich sie sich, weshalb der Meeresspiegel relativ zum Land sinkt. Es ist allerdings stark anzunehmen, dass der Meeresspiegel bis Ende des 21. Jahrhunderts in mehr als 95 Prozent der gesamten Ozeanfläche ansteigen wird.

Wissenschaftler*innen prognostizieren einen globalen Meeresspiegelanstieg von bis zu 59 cm bis zum Jahr 2100. Dies hängt vom Abschmelzen des Festlandeises ab und wie viel Treibhausgase in Zukunft noch in die Atmosphäre gelangen. In der Antarktis ist es entscheidend ob sich Gletscher und Schelfe der Antarktis irreversibel zurückziehen. Wenn die Schelfe geschmolzen sind, ist deren Schutzfunktion, den schnellen Transport von Eis in den Ozean zu verhindern, gestoppt.

Folgen für Küstenregionen

Die Folgen jedoch sind eindeutig: Der Meeresspiegelanstieg gefährdet schon heute die Küsten und somit den Lebensraum Küste, Küstenstädte und Landwirtschaft. 75 Prozent aller Megastädte mit einer Einwohnerzahl von mehr als 10 Millionen Bewohner*innen liegen an der Küste.

Die pazifischen Inselstaaten Tuvalu und Kiribati sind ganz flach und spüren schon heute die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs durch Landverlust. Auch andere Länder z. B. Bangladesch, Indien und Vietnam sind in besonderer Weise betroffen: sie tragen eine geringe Verantwortung für den Klimawandel auf Grund des geringen CO2-Verbrauches pro Kopf, sind aber von dessen Folgen in Form von heutigen und zukünftig erwarteten Meeresspiegelanstieg am stärksten betroffen. Allein durch ihre geografische Lage werden Wetterextreme dort gehäuft auftreten. Doch die wirtschaftliche und politische Lage dieser Länder führt weiterhin dazu, dass sie über geringe Anpassungskapazitäten verfügen und den Menschen dieser Regionen irgendwann nur noch die Flucht bleibt. In Ländern wie Bangladesch oder Vietnam spielt schon heute die Binnenflucht aufgrund des Meeresspiegelanstiegs eine große Rolle. Menschen müssen ihre Existenz am Meer als Fischer u.a. aufgeben und ins Landesinnere umsiedeln, was oft Armut nach sich zieht.

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