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BUND Landesverband Bremen

Ursachen und Folgen der Erdüberhitzung

Seit der industriellen Entwicklung 1850 nimmt die Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre zu. Mit der Zunahme von CO2 steigt auch die Durchschnittstemperatur an. Vor der Industrialisierung lag der CO2-Gehalt in der Atmosphäre bei 280 ppm (parts per million) und die globale Durchschnittstemperatur bei knapp 14 Grad Celsius. Heute liegt die CO2 Konzentration schon bei über 400 ppm CO2 und die weltweite Durchschnittstemperatur beträgt fast 15 Grad. Dies hat gravierende Folgen!

Die Folgen für Norddeutschland finden Sie hier.

Gletscherschmelze

Schon seit den 1970er Jahren ist klar, dass etwa drei Viertel des Meeresspiegelanstiegs von massiven Gletscherschmelzen und damit des Festlandeises und der thermischen Ausdehnung der Ozeane durch die Erderwärmung verursacht wird. Lag die Gletscherschmelze damals noch bei etwa einem Prozent jährlich, verlieren die Alpengletscher seit dem Jahr 2000 mehr zwei bis drei Prozent ihres Volumens – jedes Jahr! Dies bedeutet, dass bis 2050 weit mehr als die Hälfte aller Gletscher weltweit verschwunden sein werden.

Außerdem droht durch das Abschmelzen der Gletscher eine Süßwasserverknappung. Dreiviertel der weltweiten Süßwasservorkommen entfallen auf Gletscher oder Festlandeis. Derzeit fließt von den Gletschern noch ausreichend Schmelzwasser zur Trinkwasserversorgung ab. Hält die Schmelze allerdings weiter an, könnten im Alpenraum die Brunnen in Zukunft leer bleiben, welche das Haupttrinkwasser-Reservoir in dieser Region darstellen.

Meeresspiegelanstieg

Die unmittelbare Folge der Erdüberhitzung ist der Meeresspiegelanstieg: Die polaren Eisschilde der Antarktis und Grönlands schmelzen, Gebirgsgletscher verschwinden und das Wasser der Ozeane und Meere dehnt sich durch die Wärme aus.

Der globale Meeresspiegel ist bereits im vergangenen Jahrhundert um etwa 18 cm gestiegen. Dieser Prozess findet nicht in allen Regionen einheitlich statt: Eispanzer, die durch die hohen Temperaturen schmelzen, entlasten nun die Erdkruste. Dadurch hebt sich sie sich, weshalb der Meeresspiegel relativ zum Land sinkt. Es ist allerdings stark anzunehmen, dass der Meeresspiegel bis Ende des 21. Jahrhunderts in mehr als 95 Prozent der gesamten Ozeanfläche ansteigen wird.

Wissenschaftler*innen prognostizieren einen globalen Meeresspiegelanstieg von bis zu 59 cm bis zum Jahr 2100. Dies hängt vom Abschmelzen des Festlandeises ab und wie viel Treibhausgase in Zukunft noch in die Atmosphäre gelangen. In der Antarktis ist es entscheidend ob sich Gletscher und Schelfe der Antarktis irreversibel zurückziehen. Wenn die Schelfe geschmolzen sind, ist deren Schutzfunktion, den schnellen Transport von Eis in den Ozean zu verhindern, gestoppt.

Folgen für Küstenregionen

Die Folgen jedoch sind eindeutig: Der Meeresspiegelanstieg gefährdet schon heute die Küsten und somit den Lebensraum Küste, Küstenstädte und Landwirtschaft. 75 Prozent aller Megastädte mit einer Einwohnerzahl von mehr als 10 Millionen Bewohner*innen liegen an der Küste.

Die pazifischen Inselstaaten Tuvalu und Kiribati sind ganz flach und spüren schon heute die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs durch Landverlust. Auch andere Länder z. B. Bangladesch, Indien und Vietnam sind in besonderer Weise betroffen: sie tragen eine geringe Verantwortung für den Klimawandel auf Grund des geringen CO2-Verbrauches pro Kopf, sind aber von dessen Folgen in Form von heutigen und zukünftig erwarteten Meeresspiegelanstieg am stärksten betroffen. Allein durch ihre geografische Lage werden Wetterextreme dort gehäuft auftreten. Doch die wirtschaftliche und politische Lage dieser Länder führt weiterhin dazu, dass sie über geringe Anpassungskapazitäten verfügen und den Menschen dieser Regionen irgendwann nur noch die Flucht bleibt. In Ländern wie Bangladesch oder Vietnam spielt schon heute die Binnenflucht aufgrund des Meeresspiegelanstiegs eine große Rolle. Menschen müssen ihre Existenz am Meer als Fischer u.a. aufgeben und ins Landesinnere umsiedeln, was oft Armut nach sich zieht.

Eisverluste am Nordpol - Arktis

Der Winter 2016 /2017 in der Arktis war so warm, dass die Eismassen wie sonst in den Wintermonaten üblich nicht wachsen. Es sind knapp 10 Prozent weniger Eis in der Arktis vorhanden, als durchschnittlich in den Jahren von 1981 bis 2010. Bereits Mitte Januar 2017 stoppte das Wachstum des Arktiseises, vermutlich aufgrund des Zuflusses von warmem atlantischem Wasser. Auch die Lufttemperatur lag etwa 5 Grad Celsius höher als im Durchschnitt in den Jahren 1981 bis 2010.

Der Klimawandel ist verantwortlich für diese deutlich geringere Meereisausdehnung. Dies hat verheerende Ausmaße für die dort lebenden und teils vom Eis abhängigen Tiere, da ihr Lebensraum zerstört wird. Sollte die Überhitzung durch den Klimawandel ungehindert fortschreiten, wird der arktische Ozean bis 2030 Jahre im Sommer nahezu eisfrei sein.

Kipppunkte im Klimasystem

Da unser Klimasystem nicht linear verläuft, kommt es an einigen Stellen zu Prozessen die sich selbst verstärken (positive Rückkopplung). Dies bedeutet, dass es in bestimmten dafür anfälligen Regionen auch aufgrund kleinster Beeinflussungen durch den Menschen, zu plötzlichen und drastischen Klimaänderungen kommen wird, die sich auf das gesamte Klima der Erde auswirken können. Auch wenn danach die Ursache zurück gehalten wird, wird sich das Klima in bestimmten Regionen nicht mehr erholen können und nicht mehr in den alten Zustand zurückkehren. Die Schäden sind und bleiben irreversibel.

Solche sogenannten „Kipppunkte“ vorherzusagen, ob und wann sie eintreten werden, könnte großen Schaden verhindern.

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