Ganz nach dem Thema des Monats August lässt sich die Raupe des Abendpfauenauges erst auf den zweiten Blick von den Blättern unterscheiden.
(Frank Brüning
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BUND Bremen)
Obwohl das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata) in Deutschland weit verbreitet ist, bekommt man es nur selten zu Gesicht, da es der Familie der Schwärmer angehört und überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv ist.
Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Weidenarten wie etwa der Korbweide oder Salweide. Zur Not steht gerne auch mal das Grün eines Apfel- oder anderen Obstbaumes auf dem Speiseplan. Dabei können die Raupen mitunter sogar den Durchmesser eines Fingers erreichen – das ist auch wichtig, denn der aus der Puppe schlüpfende Falter hat nur noch die Aufgabe der Fortpflanzung. Ist der Schwärmer erst einmal geschlüpft, nimmt er keine Nahrung mehr zu sich. Das Abendpfauenauge muss also zeit seines Lebens (das allerdings nur einige Wochen dauert) mit den Nahrungsvorräten auskommen, die die Raupe zuvor angesammelt hat. Mit 7 bis 8 cm Flügelspannweite ist der Schwärmer in etwa so lang wie der Zeigefinger eines Erwachsenen.
Tagsüber sitzt das Abendpfauenauge bevorzugt an Bäumen. Auch hier verlassen sich die Schwärmer auf ihre Fähigkeit des Tarnens und Täuschens, denn wenn sie die Vorderflügel über die Hinterflügel gelegt haben sind sie von der Rinde des Baumes kaum zu unterscheiden. Werden sie doch einmal von einem Fressfeind entdeckt und mit einem Schnabelhieb attackiert, klappen sie reflexartig die Flügel auseinander. Der Angreifer ist nun plötzlich mit einem Gesicht konfrontiert: er blickt scheinbar einem Tier, das mindestens Eulengröße hat (der Körper des Falters kann zudem leicht mit dem krummen Schnabel einer Eule verwechselt werden), direkt in die Augen. Denn in der Mitte der Flügel befindet sich ein großer, blauer Augenfleck mit einem schwarzen Kern. Es lässt sich leicht vorstellen, was beispielsweise eine Amsel da für einen Schreck bekommt.
Man findet diesen wunderschönen Schwärmer überall dort, wo Weiden wachsen – vorzugsweise in feuchten Wäldern und an Gewässern, also besonders artenreichen Lebensräumen. Wie so viele andere Lebewesen ist auch das Abendpfauenauge auf diese Biotope angewiesen. Doch Umweltverschmutzung, Klimakrise und eine intensive Nutzung bedrohen unsere Gewässer. Insbesondere die Belastung mit Schadstoffen wird zu einer ernsten Gefahr. Mit unserem Motto „Lebendiges Wasser, lebendige Zukunft“ möchte der BUND Bremen die Thematik Wasser als verbindendes Element aufgreifen. Vom Meeresschutz über die Weser zu Trinkwasser und Umweltbildung spielt Wasser beim BUND Bremen eine wichtige Rolle.
- Was du tun kannst, um die Heimat des Abendpfauenauges zu schützen, wie du hilfst, Wasser zu sparen oder wo genau Wasser noch wichtig ist erfährst du auf unserer Seite: Lebendiges Wasser Lebendige Zukunft