Bereits vor zwei Wochen haben wir über die Sichtung einer Sumpfohreule (Asio flammeus) auf unserem Instagram-Wiko-Kanal berichtet (WiKo Instagram). Jetzt ist es bestätigt:
„Wir haben in dem von uns betreuten Schutzgebiet, das durch das nationale Artenhilfsprogramm für Wiesenvögel gefördert wird, einen Schlafplatz von mindestens zehn Sumpfohreulen gefunden. Wir hoffen, dass es in diesem mäusereichen Jahr 2026 auch zu Brutansiedlungen dieser Art kommen wird!“, erzählt Arno Schoppenhorst, wissenschaftlicher Projektleiter im WiKo.
Die etwa 30 bis 40 cm kleine Eulenart lebt eher ein Vagabundendasein und streift das ganze Jahr über die Inseln und Marschen der norddeutschen Küsten – so auch bei uns. Durch ihre vergleichbar langen Flügel, die mit breiten dunkelbraunen Streifen auf der cremeweiß-gelben Oberseite gekennzeichnet sind, kann man sie relativ gut erkennen. Sumpfohreulen sind Bodenbrüter in einer baumlosen Landschaft und brüten von Mitte März bis Ende Juli. Das Gelege wird im Gras gut vor Fressfeinden versteckt, allerdings wird in einer agrardominierten Landschaft wie Bremen das Grünland mehrmals gemäht und mit Walzen geglättet. Die Abstände dazwischen sind normalerweise zu kurz, um erfolgreich Jungeulen großzuziehen. Obwohl die Sumpfohreule in Europa als nicht gefährdet eingestuft wird, ist sie auf der Roten Liste in Deutschland und vom Aussterben bedroht.
Umso wichtiger ist die enge Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben, wie es beim WiKo der Fall ist. So können bewährte Gelege- und Kükenschutzmethoden von Kiebitz, Brachvogel und Co. künftig auch anderen bodenbrütenden Arten wie der Sumpfohreule zugute kommen.