Wärmebilddrohnen für den Wiesenvogelschutz

20. Januar 2026 | WiKo

Wärmebilddrohnen für den Brutvogelschutz sind heute keine Seltenheit mehr – im Gegenteil: Immer mehr sind sie ein etabliertes Werkzeug im Einsatz für Natur- und Umweltschutz und liefern dabei frische Erkenntnisse in der Forschung.

Wärmebilddrohnen im Einsatz für den Vogelschutz sind keine Seltenheit mehr. Wärmebilddrohnen im Einsatz für den Vogelschutz sind keine Seltenheit mehr.  (BUND Bremen / BUND Bremen)

Auch im WiKo-Projekt wurden jetzt neue Wärmebilddrohnen gekauft. Was die aktuelle Technik so besonders macht und warum die Drohnenpilot*innen trotzdem um vier Uhr morgens aufstehen müssen, erzählt Birgit Olbrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BUND Bremen und Koordinatorin beim WiKo. 

„Im WiKo haben wir drei Drohnen angeschafft. Das Besondere ist, dass sie erstmalig auch bei Regen fliegen können. Dementsprechend sind sie ein bisschen größer und nicht so handlich. Die alten konnte man zwar gut zusammenklappen, aber mit den neuen haben wir mehr Möglichkeiten, weil wir ja sowieso ein enges Fenster haben für die Nestersuche.“ 
Bis jetzt war der Drohneneinsatz unter anderem begrenzt durch das norddeutsche Wetter, das zwar in den Frühjahren zunehmend trockener wird aber durchaus noch so manche Regentage mit sich bringt. Zusätzlich zur knappen Zeitspanne der Brutsaison kommt außerdem die Problematik der Temperaturunterschiede. „Man muss sich das so vorstellen,“ führt Olbrich weiter aus. „Die Wärmebilddrohne stellt ja einen Temperaturunterschied dar in Form von weißen Flecken auf grauem Grund. Das heißt, das Ei ist wärmer als die Außentemperatur, was man dann entsprechend auf der Wärmebilddrohne als Bild sieht. Deswegen müssen die Drohnenflüge früh morgens sein. Je weiter man ins Jahr kommt und umso wärmer es wird, desto kürzer ist das Zeitfenster für den Drohnenflug.“ Ist die Außentemperatur genauso warm wie das Ei, sucht man mit der Drohne vergeblich. Wenn der Flug daher bei schlechterem – aber durch den Regen auch oft kühlerem – Wetter stattfinden kann, eröffnet das neue Chancen für die Nestersuche. 
Die Idee, Wärmebilddrohnen einzusetzen, die zum Beispiel auch neueste Erkenntnisse zu dem zurückgezogenen Wachtelkönig liefern konnten, ist dabei aus den Teams von  ÖKOLOGIS und der Stiftung Nordwest Natur entstanden. „Wenn du heute eine Drohne kaufst ist die nächstes Jahr vielleicht schon veraltet, denn es tut sich wahnsinnig viel in dem Sektor.“, weiß Birgit Olbrich. „Auch Dinge, die früher gar nicht möglich waren sind heute bezahlbar und ermöglichen neue Perspektiven.“ Ein anderer Partner vom WiKo Projekt ist der Hersteller thermal DRONES GmbH, dessen Drohnenexperte Tobias Dahms selbst ornithologisch sehr interessiert ist und entsprechend an der Technologie feilt. „Das ist das Tolle an diesem Projekt“, meint Olbrich, „dass es nicht nur rein wirtschaftlich ist, sondern ein Projekt bei dem viele ein fachliches Interesse und Lust am Wiesenvogelschutz haben.“

  • „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.
     

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb