Was ist WiKo - Gebietsvorstellung Blockland

17. Juli 2026 | WiKo

Das Blockland: Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

WiKo Projektkarte mit dem Fokus auf das Blockland WiKo Projektkarte mit dem Fokus auf das Blockland.  (BUNDmagazin/J+R / BUND Bremen)

Das Blockland zählt zu den bedeutendsten Gebieten in Bremen für den Schutz von Wiesenvögeln. Seine Besonderheit liegt im Zusammenspiel aus historisch gewachsener Landschaft, den umgebenden Flüssen und einer engen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Diese Kombination macht das Gebiet zu einem erfolgreichen Modell für den Artenschutz.
Seit 2025 ist der Wiesenvogelschutz im Blockland als BUND Projekt übers BfN im nationalen Artenhilfsprogramm gefördert. „Das Landschaftsplanungsbüro ÖKOLOGIS mit dem Geschäftsführer Arno Schoppenhorst und Team macht seit über 20 Jahren einen tollen Job für uns bei der Schutzarbeit vor Ort“ sagt Birgit Olbrich (Projektsteuerung WiKo). 


Ein außergewöhnlicher Lebensraum


Nach Einschätzung von Malte Weinacht, Biologe bei Ökologis und zudem Gebietsbetreuer im Blockland, zeichnet sich das Gebiet durch seine Nutzungshistorie und durch die Beschaffenheit der Böden aus. „Hier wurden bislang die größten Schutzerfolge erzielt.“, so Weinacht. Zu den Zielarten zählen Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel und Rotschenkel sowie die Bestände wiesenbrütender Entenvögel wie etwa der seltenen Knäkente.
Bemerkenswert ist, dass diese Erfolge überwiegend auf Privatflächen mit Freiwilligkeit erreicht werden – außerhalb von Naturschutzgebieten und innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes mit vergleichsweise geringem Schutzstatus. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit aller Vor-Ort-Akteure. Statt starrer Methoden stehen gemeinsam entwickelte Lösungen im Mittelpunkt.
„Untersuchungen zur Habitatnutzung der Vögel werden direkt in praktische Maßnahmen übersetzt“ erklärt der Gebietsbetreuer „Wir versuchen unsere Erkenntnisse in Kommunikation mit den landwirtschaftlichen Betrieben umzusetzen – ohne von oben herab irgendwelche Vorgaben zu machen.“
 

Landschaftsgeschichte schafft ideale Bedingungen


Die heutige Bedeutung des Blocklands beruht auf seiner besonderen Entstehungs- und Nutzungsgeschichte. Als tidebeeinflusste Moormarsch wurde das Gebiet vor der Eindeichung regelmäßig von Süßwasser aus der Wümme überflutet. Auch nach dem Bau der Deiche, bis in die siebziger Jahre hinein, waren viele Flächen im Winter kaum bewirtschaftbar. Die Landwirte und Landwirtinnen stauten gezielt das Wasser ein, sodass sich nährstoffreiche Sedimente ablagern konnten und als Dünger dienten. Gleichzeitig entstanden offene Bodenstellen und feuchte Vegetationsstrukturen – ideale Bedingungen für Wiesenvögel.
Im Gegensatz zu vielen anderen Grünlandgebieten wurde das Blockland vergleichsweise spät entwässert und intensiv bewirtschaftet. „Ich glaube, das hat einen großen Anteil daran, dass dort noch so viele von den gefährdeten Wiesenvogelarten vorkommen. Hier hat die intensive Landwirtschaft erst viel später angefangen hat als im Umland.“, erzählt Weinacht.
Heute wird das Blockland zwar intensiv landwirtschaftlich genutzt, dennoch bleibt die Landwirtschaft unverzichtbar für den Erhalt der Wiesenvögel. „Ohne sie würden diese Arten dort überhaupt nicht mehr vorkommen“, betont der Biologe.
Entscheidend ist das Nebeneinander großflächiger, dauerhaft nasser Bereiche und intensiv genutzter Grünlandflächen. Vor allem im Niederblockland verlaufen zusammenhängende, wasserreiche Flächen von Nord nach Süd durch das Gebiet. Gleichzeitig sorgen intensiv genutzte Bereiche für kurzrasige Vegetation und nährstoffreiche Standorte. Weinacht ergänzt: „Innerhalb dieses Mosaiks aus Nass- und Grünlandflächen scheint intensivere Nutzung von Vorteil zu sein.“
Eine weitere Besonderheit sind die zahlreichen sogenannten „Wet Spots“, also nasse Bereiche im Gebiet. Im Blockland umfassen sie teilweise ganze Flächen. Hinzu kommen hunderte wasserführende Bombentrichter, die zusätzliche Nahrungshabitate schaffen und das Blockland von anderen Regionen unterscheidet.
„Ich arbeite im WiKo-Projekt so gerne, weil es sich darauf konzentriert, machbare – also realisierbare – Ansätze aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu generieren“, meint Malte Weinacht.
Die positiven Erfahrungen sollen auch auf andere Regionen übertragen werden, denn viele landwirtschaftliche Betriebe seien grundsätzlich bereit, Naturschutzmaßnahmen umzusetzen, wenn sie fachlich begleitet würden, ist sich Weinacht sicher. Langfristig könne diese Form der Zusammenarbeit dazu beitragen, Artenschutz und Ökosystemschutz stärker miteinander zu verbinden. Das Blockland zeigt, dass erfolgreicher Naturschutz dort gelingt, wo wissenschaftliche Erkenntnisse, landwirtschaftliche Praxis und partnerschaftliche Zusammenarbeit zusammenkommen.

  • Information: „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt nachzuladen.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb