Martin Rode vom BUND Bremen (links) und Staatsrat Jan Fries (rechts im Bild) überreichten die Auszeichnungsurkunde an Philipp-J. von der Heide, Geschäftsführer der dextra FM GmbH & Co. KG.
(Michael Bahlo)
Bremen, 26. August 2026. Ein großes Gebäude, ein weitläufiges Außengelände – und mittendrin viel Raum für biologische Vielfalt: Auf dem Areal der dextra FM GmbH & Co. KG in der Adam-Opel-Straße 12 wachsen Wildblumen, Insekten finden Nahrung und Vögel geschützte Rückzugsorte. Damit zeigt das Bremer Unternehmen, wie auch gewerblich genutzte Standorte Biodiversität in der Stadt fördern können. Am 26. August wurde dextra FM als "Ort der biologischen Vielfalt" ausgezeichnet. Die Urkunde überreichten Jan Fries, Staatsrat für Umwelt, Klima und Wissenschaft, und Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen.
Mit der Auszeichnung werden Unternehmen gewürdigt, die auf ihren Außenbereichen Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen oder erhalten. Bei dextra FM ist davon bereits einiges zu sehen: Auf dem Grundstück gibt es Wildblumenwiesen, der Versiegelungsgrad ist vergleichsweise gering und die Außenbeleuchtung ist so gesteuert, dass sie möglichst wenig in die Tierwelt eingreift. Diese und weitere Aspekte wurden im Rahmen des vom BUND Bremen entwickelten Biodiversitätsindex bewertet.
"Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung – auch weil sie den Blick darauf lenkt, was auf einem Firmengelände alles möglich ist", sagt Philipp-J. von der Heide, Geschäftsführer von dextra FM. "Bei uns ist schon einiges gewachsen, das Insekten, Vögeln und Pflanzen Nahrung, Schutz und Lebensraum bietet. Die Beratung hat uns gezeigt, wie wir daran anknüpfen und unser Außengelände weiterentwickeln können."
Der Biodiversitätsindex ist zentraler Bestandteil der gemeinsamen Kampagne Orte der biologischen Vielfalt der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen und des BUND Bremen. Er hilft Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven dabei, ihre betrieblichen Freiräume genauer in den Blick zu nehmen: Welche Bereiche sind bereits naturnah gestaltet? Wo gibt es Potenzial für heimische Pflanzen, mehr Strukturvielfalt, weniger Versiegelung oder neue Lebensräume? Am Ende steht nicht nur eine Bewertung, sondern auch eine Beratung mit konkretem Maßnahmenplan. Bei dextra FM wurde bereits im Ist-Zustand eine mittlere Biodiversität festgestellt. Zugleich zeigt die Analyse, welche Möglichkeiten es gibt, das Areal weiter aufzuwerten – zum Beispiel durch zusätzliche heimische Gehölze, neue Bäume, Totholz- und Sandstrukturen oder die Begrünung von Zaunelementen.
"Firmengelände und Gewerbegebiete nehmen in einer dicht bebauten Stadt wie Bremen eine wichtige Rolle ein: Sie beanspruchen große Bereiche, bieten aber zugleich erhebliche Potenziale für mehr Stadtnatur", sagt Staatsrat Jan Fries. "Naturnah gestaltete Außenräume können nicht nur ökologische Nischen schaffen, sondern Unternehmen auch dabei unterstützen, ihre Standorte besser an Hitze, Trockenheit und Starkregen anzupassen. Sie verbessern die Aufenthaltsqualität für Mitarbeitende, machen betriebliches Umweltengagement sichtbar und leisten einen Beitrag zu einer grüneren, klimaangepassten Stadt. Die Auszeichnung von dextra FM zeigt, dass Biodiversität und betriebliches Handeln sehr gut zusammenpassen."
Der vom BUND Bremen entwickelte Biodiversitätsindex macht sichtbar, welches Potenzial in betrieblichen Außenbereichen steckt. "Viele Unternehmen haben direkt vor der eigenen Tür mehr Möglichkeiten für Stadtnatur, als man auf den ersten Blick vermutet", sagt Martin Rode vom BUND Bremen. "Blühflächen, Sträucher, strukturreiche Randbereiche, unversiegelte Teilflächen oder Nisthilfen können wertvolle Trittsteine für Tiere und Pflanzen schaffen – mitten in der Stadt. Biologische Vielfalt ist nicht nur ein Thema für Parks, Naturschutzgebiete oder private Gärten, sondern auch für Gewerbeflächen."
Bei Interesse unterstützt die Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen Bremer und Bremerhavener Betriebe dabei, solche Potenziale zu erkennen und erste Schritte für eine naturnahe Entwicklung abzuleiten. Für die ersten zehn Analysen und Beratungen mithilfe des Biodiversitätsindex stellt die Bremer Umweltsenatorin eine Förderung bereit. Freie Plätze für Bremer und Bremerhavener Unternehmen sind derzeit noch verfügbar.