Bäume erfassen und schützen: Neues Citizen-Science-Projekt mit BUND-App "Mein Baum"

05. Mai 2026 | Stadtnatur

BUND startet bundesweit Citizen-Science-Projekt „Mein Baum“ und bietet neue App an

 (BUND-Archiv / BUND Bremen)

Bäume sind für unsere Lebensqualität unverzichtbar: Sie kühlen unsere Umgebung, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig sind sie durch Klimawandel, Trockenheit und Krankheiten zunehmend gefährdet. Doch wie steht es um die Bäume in Städten und Gemeinden? Das will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) direkt von Menschen vor Ort wissen. Mit dem BUND Naturschutz in Bayern (BN) stellt er ab sofort gemeinsam eine App bereit: Beim Citizen-Science-Projekt „Mein Baum“ können Bürger*innen bundesweit, also auch in Bremen und Bremerhaven, Bäume über die App erfassen. Ziel ist es, Datenlücken zu schließen, Bäume gezielt zu schützen und eine verlässliche Grundlage für eine klimaangepasste Stadtentwicklung zu schaffen.

„Um Stadtbäume besser schützen zu können, brauchen wir verlässliche Daten. Hier zählen wir auf die Unterstützung der Bürger*innen in Bremen und Bremerhaven“, erläutert Katharina Fuchs, Stadtnatur-Expertin beim BUND Bremen. Über die kostenlose App „Mein Baum“ sowie die zugehörige WebApp (KG-Webseite) können Nutzer*innen einzelne Bäume oder ganze Alleen kartieren und Angaben zu Baumart, Zustand und Umfeld machen. Der Standort wird automatisch per GPS oder händisch per Mausklick erfasst. Alle Meldungen erscheinen auf einer interaktiven Karte. So wird sichtbar, wo bereits Bäume dokumentiert wurden oder wo neue „Wunschbäume“ entstehen könnten. Bestehende Einträge lassen sich jederzeit aktualisieren. Dadurch können Veränderungen über das Jahr hinweg nachvollzogen und Entwicklungen langfristig beobachtet werden.

„Viele Städte verfügen zwar über Baumkataster, doch diese sind oft lückenhaft, besonders bei aktuellen Veränderungen. Private Bäume werden in der Regel gar nicht erst in den Katastern erfasst“, so Fuchs. „Mein Baum ergänzt diese Daten sinnvoll. Bürger*innen erfassen Informationen, die bislang fehlen und schaffen damit eine wertvolle Grundlage für zukünftige Pflanz- und Schutzkonzepte.“ Perspektivisch ist auch ein Datenaustausch mit Kommunen vorgesehen. Das Projekt verbindet Forschung, Bürgerbeteiligung und praktische Anwendung. Während öffentliche Bäume in kommunaler Verantwortung liegen, sind private Eigentümer*innen häufig auf sich allein gestellt. „Wir wollen mit „Mein Baum“ echten Mehrwert schaffen. Wissen, Gemeinschaft und gemeinsames Handeln stehen im Mittelpunkt“, betont die BUND-Expertin. „Auch Schulklassen, Initiativen und Gruppen sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.“

Die Einträge in die App werden sorgfältig dokumentiert und innerhalb der Community geprüft. Freiwillige Moderator*innen unterstützen zusätzlich bei fachlichen und technischen Fragen und tragen zur Qualität der Daten bei. Gemeinsam entwickeln der BUND und der BUND Naturschutz in Bayern sowie wissenschaftliche Partner wie die Technische Universität München und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf das Projekt weiter. Es wurde vom BUND Naturschutz im vergangenen Jahr gestartet. Damit ist es nun möglich deutschlandweit die Datengrundlage für Forschung und Naturschutz zu verbessern und gleichzeitig möglichst viele Menschen für den Schutz von Stadtbäumen zu begeistern. Erste Analysen folgen Ende 2026. 

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