BUND-Tipp: Begrünen statt versiegeln und schottern!

06. August 2026 | BUND Landesverband Bremen, Stadtnatur

BUND-Appell: Hausgärten und Umgebungsgrün in Gewerbegebieten bitte als Lebensraum für Insekten entwickeln / Rückbau von Schottergärten und versiegelten Flächen in Bremen bis Ende 2026 erforderlich

So bitte nicht! Der BUND Bremen appelliert für mehr Lebensraum für Wildblumen und Insekten. Zu sehen ist ein Garten mit zwei kleinen Sträuchern. Anstelle von Gras wurde großer Kies verteilt. Foto von Eike Rachor. So bitte nicht! Der BUND Bremen appelliert für mehr Lebensraum für Wildblumen und Insekten  (Eike Rachor / BUND Bremen)

Der BUND Bremen appelliert jetzt an Bürger*innen sowie an Unternehmen, ihre Hausgärten bzw. unbebauten Umgebungsflächen nicht als Schottergärten anzulegen oder anderweitig mit Pflastersteinen und Ähnlichem zu versiegeln. Stattdessen sollten diese Flächen besser als Lebensraum für Wildblumen und Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge angelegt werden. Denn die ökologischen Folgen der Schottergärten und der versiegelten Flächen seien gravierend, so der Umweltverband. In Bremen sind Schottergärten und versiegelte Flächen mittlerweile übrigens gesetzlich verboten und müssen bis Ende des Jahres zurückgebaut werden.

„In den Schottergärten wächst nichts mehr. Kaum ein Tier findet Unterschlupf. Gartenboden und jegliches Bodenleben werden durch dicke Steinschichten und häufig sogar Unkrautvlies abgedeckt. Regenwasser kann oft nicht mehr versickern“, erläutert Katharina Fuchs, Expertin für Stadtnatur beim BUND Bremen. „Schnell bilden sich Moos- und Algenbeläge, die dann nicht selten mit Gift beseitigt werden. Diese Steinwüsten schaden der biologischen Vielfalt und fördern das Insekten- und Vogelsterben, weil die Tiere dort keinen Lebensraum und keine Nahrung finden können!“ Dabei könnten Hausgärten und die Umgebungsflächen in Gewerbegebieten viele Möglichkeiten für den Artenschutz bieten. Fuchs: „Gärten und unbebaute Gewerbeflächen mit bunten Blühpflanzen nutzen Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten gerne als Nahrungsquelle.“ Sie empfiehlt, Strukturvielfalt statt grauer Steinwüste. „Mit Stauden, Sträucher, Totholz, Wasserstellen oder kleinen Lesesteinhaufen schafft man Lebensraum für Insekten, Vögel, Reptilien oder Amphibien.“  Selbst ein kurzer Schnittrasen kann artenreich sein. Dafür muss der Standort jedoch sonnig und der Boden wenige Nährstoffe aufweisen. So ein blühender Rasen mit Gänseblümchen & Co wirkt auf viele Menschen viel freundlicher als ein perfekt grüner langweiliger Golfrasen.“  Reine Schottergärten verursachen darüber hinaus einen unnötigen Ressourcenverbrauch und schaden dem Klima durch überflüssige Transporte, denn das Steinmaterial stammt oftmals aus China oder Indien.

Der BUND verweist darüber hinaus auf die aktuelle rechtliche Lage in Bezug auf die Schottergärten: Laut Ortsgesetz über die Begrünung von Freiflächen und Flachdachflächen in der Stadtgemeinde Bremen (Begrünungsortsgesetz Bremen) ist die Versiegelung von Grundstücksflächen auf „Baugrundstücken, die nicht für bauliche Anlagen genutzt werden“, unzulässig. Stattdessen müssen sie begrünt oder bepflanzt werden. Dies gilt u.a. auch für Schottergärten. Bestehende Schottergärten und andere versiegelte Flächen müssen sogar bis 31. Dezember 2026 zurückgebaut und begrünt werden. Hierzu gibt der BUND Tipps: Für den Rückbau ist es vor allem wichtig, das darunterliegende Vlies vollständig zu entfernen, damit Regenwasser wieder versickern kann. Anschließend muss der Boden aufgelockert und neuer Mutterboden aufgetragen werden. Der Schotter muss dabei aber nicht zwingend vollständig entfernt werden. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen zum Rück- und Umbau von Schottergärten, so der BUND.

Mehr Infos zur Stadtnatur und biologischen Vielfalt gibt es unter www.BUND-Bremen.net. Noch bis 31. Oktober 2026 läuft der Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“ der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. Ziel ist es, gepflasterte Flächen zu entsiegeln und dadurch Platz für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Dies dient auch dem Klimaschutz und der Klimaanpassung. Weitere Infos zum Wettbewerb gibt es unter www.bremen-pflastert-ab.de.

Bei Rückfragen:

Katharina Fuchs, Tel.: 0421 / 7900251, eMail: Katharina.Fuchs@bund-bremen.net

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