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BUND Landesverband Bremen

Pestizidfreies Bremen – blütenreich und ohne Gift

26. April 2018 | Landwirtschaft, Stadtnatur, Wildbienen, Schmetterlinge

BUND-Mitglieder fordern Anwendungsverbot von Pestiziden für öffentliche Flächen im Stadtstaat

Würde von einem Pestizidverbot profitieren: die Sandbiene.  (Klaus Kuttig)

Die Mitglieder des BUND Bremen verabschiedeten auf ihrer Jahreshauptversammlung am 25. April 2018 einstimmig die Resolution „Pestizidfreies Bremen – blütenreich und ohne Gift!“. Darin fordert der BUND das Land Bremen auf, als erste „Pestizidfreie Region Deutschlands“ eine selbstverpflichtende Erklärung abzugeben und eine Bundesratsinitiative zum sofortigen Anwendungsverbot zu starten. Darüber hinaus sollen die Städte Bremen und Bremerhaven entsprechend der Resolution dafür sorgen, dass auf öffentlichen Flächen, auf verpachtetem öffentlichem Grundbesitz und durch öffentliche Gesellschaften keine Pestizide mehr eingesetzt werden. An die bremische Landwirtschaft appelliert der BUND, als Vorreiterin aufzutreten und freiwillig und sofort auf den Einsatz von Glyphosat bei der Grünlanderneuerung zu verzichten. Der Gartenfachhandel soll nach Vorstellungen der BUND-Mitglieder Pestizide aller Art aus seinem Angebot nehmen. Und selbstverständlich ruft der BUND nachdrücklich auch alle Bürger*innen auf, im Garten und am Haus keine Pestizide und sonstigen Giftstoffe einzusetzen.

„Das Bienensterben und der Insektenschwund sind mittlerweile in aller Munde“, erläutert BUND-Landesgeschäftsführer Martin Rode den Hintergrund. „Fachleute beklagen schon länger das schleichende Verschwinden vieler ehemals häufiger Insektenarten.“ Die Artenvielfalt nehme dabei vor allem in den landwirtschaftlich genutzten ländlichen Räumen ab – vor allem als Folge der Intensivierung der Landwirtschaft. Jährlich werden Tausende Tonnen Pestizide in Deutschland ausgebracht, weit über 90 Prozent in der Landwirtschaft. Besonders weit verbreitet und gefährlich sind das Totalherbizid Glyphosat, dass sämtliche besprühten Pflanzen absterben lässt, sowie die Insektengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide, bekannt geworden durch ihre toxische Wirkung auf Wild- und Honigbienen. „Aber auch im städtischen Bereich kommen Pestizide immer noch zur Anwendung, sowohl auf öffentlichen Flächen als auch im privaten Bereich“, betont Rode Beispielsweise werden in Bremen Pestizide an geschotterten Gleiskörpern von BSAG und Deutscher Bahn oder gegen Insektenbefall im Rhododendronpark eingesetzt.“ In privaten Gärten werden außerdem bundesweit jährlich über 500 Tonnen Pestizide, darunter auch das Breitband-Herbizid „Roundup“ mit dem Wirkstoff Glyphosat, verteilt. Zwar bezeichne sich Bremen als „pestizidsensibel“, und Bremerhaven verzichte offiziell bereits seit 2012 auf Glyphosat bei der Pflege, jedoch kämen Pestizide in Ausnahmefällen immer noch zum Einsatz, so die Selbstaussage gegenüber der bundesweiten BUND-Kampagne „Pestizidfreie Kommune – blütenreich und ohne Gift!“. Der Umweltverband fordert nicht nur in Bremen einen Totalverzicht auf Pestizide, sondern auch ein EU-weites Zulassungs- und Anwendungsverbot für Glyphosat und Neonicotinoide.

Weitere Infos

Bei Rückfragen:

Martin Rode, Geschäftsführer BUND Bremen, Tel.: 0171 3354 500

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