Mehr Dampf für die Wärmewende: Wärmebündnis kommentiert Wärmeplanung

24. November 2025 | BUND Landesverband Bremen, Klimaschutz

Neues Wärmebündnis positioniert sich zur Bremer Wärmeplanung

Die Wärmepumpe kann an vielen Stellen der ideale klimafreundliche Ersatz für Gas- und Ölheizungen sein. Eine Wärmepumpe ist eine klimafreundliche Alternative zur Gas- und Ölheizung.  (HarmvdB / Pixabay)

"Mit dem Entwurf der Wärmeplanung und der Umsetzungsstrategie für die Stadtgemeinde Bremen haben wir jetzt eine insgesamt brauchbare Ausgangsbasis" lobt Günther Ewald, Sprecher der Klimaschutzorganisation BremenZero. "Wir sind Teil des bundesweiten Netzwerks GermanZero" erklärt Ewald, "und Zero steht für möglichst bald Null CO2-Emissionen, auch in Bremen und auch bei der Gebäudewärme, durch die mindestens 50% der Klimagase bei Haushalten und Betrieben entstehen." Er ist einer der Initiatoren des Bremer Wärmebündnis, zu dem auch BUND, Greenpeace, ErdwärmeDich, Fridays4Future und die Klimazone Findorff gehören, aber auch z.B. der Mieterverein Bremen. Deshalb habe man im Bündnis eine umfangreiche gemeinsame Stellungnahme mit Vorschlägen und Forderungen zur Ergänzung und Konkretisierung des Wärmeplans eingereicht.

"Ziel ist es, möglichst schnell in Bremen die Buden nicht mehr mit Erdgas und Heizöl warmzukriegen, sondern klimaverträglich mit unterschiedlichen Wärmepumpen und Wärmenetzen, und das mit einer sozial gerechten Kostenverteilung" beschreibt der BUND-Vorsitzende Klaus Prietzel die Stoßrichtung und fährt fort: "Kritisch sehen wir alle anderen Verbrennungstechniken, die damit ja weiterhin große Mengen Klimagase emittieren; dazu gehört die Müllverbrennung genauso wie die von Holz. Und die sind noch Bestandteil der bremischen Wärmeplanung." Positiv sei aber dort als eine erste Klarheit der planerische Ausschluss von Wasserstoff und sogenannten grünen Gasen für die Gebäudeheizung, weil dies technisch in die falsche Richtung führe und eine Energieverschwendung darstelle.

"Wir brauchen mehr Raum für alternative regenerative Wärmetechniken und für neue Akteure" ergänzt Carolina Herrera, Vorsitzende des Vereins ErdwärmeDich, aus dem die gleichnamige Energiegenossenschaft hervorging, die gerade in der Humboldtstraße mit dem Bau eines sogenannten Anergienetzes begonnen hat. Das sei zwar in der Wärmeplanung erwähnt, werde dort aber dem Potenzial im Vergleich zu aufwändigen heißen Fernwärmenetzen z.B. der swb nicht annähernd gerecht. Entscheidend wäre dazu auch eine ausreichende politische und finanzielle Unterstützung durch das Land Bremen, um mehr Planungssicherheit zu schaffen.

Und Christoph Dahse, Sprecher der Bremer Greenpeace-Gruppe, moniert: "Es gibt in der Umsetzungsstrategie zur Wärmeplanung noch ganz viele offene Fragen, weshalb wir jetzt schnell einen genaueren und klareren Fahrplan brauchen, wie man das erklärte Ziel der Klimaneutralität bis 2038 noch erreichen will." Die Bremerinnen und Bremer brauchten jetzt deutlich mehr und genauere politische Ansagen, wie die Wärmewende in Bremen in den einzelnen Quartieren ablaufen könnte, um sich auch rechtzeitig darauf einstellen zu können; da sei der Senat bisher deutlich zu langsam und zu sparsam gewesen. Und das Wärmebündnis will auch zukünftig kräftig dabei mitwirken, die Wärmeplanung in Bremen unter Dampf zu bringen.

Zum Wärmebündnis gehören Architects 4 Future Ortsgruppe Bremen, attac Bremen, BremenZero, BUND-Landesverband Bremen, DMB Mieterverein Bremen e.V., ErdwärmeDich e.V., ErdwärmeDich eG, Fridays for Future Bremen, Greenpeace Bremen und Klimazone Bremen-Findorff e.V..

Stellungnahme zur Wärmeplanung vom 24. November 2025

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