Mangels ausreichender Niederschläge weist der BUND Bremen jetzt auf die negativen Auswirkungen der zunehmenden Trockenheit auf die Neubildung von Grundwasser und auf die Natur hin und verbindet dies mit einem Appell an Bürger*innen, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Im Januar fielen in Bremen laut WetterKontor nur etwa 60, im März 79, im April 63 und bisher im Mai 83 Prozent vom langjährigen Mittel. Lediglich im Februar gab es mit 131 Prozent überdurchschnittlich viel Niederschläge. Die Böden in 1,8 m Tiefe weisen laut Dürremonitor zurzeit einen Wassermangel auf. Insgesamt war der Winter 2025/2026 in Bremen trockener als im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Die Grundwasserstände an zahlreichen Messstellen im niedersächsischen Umland sind mit einigen wenigen Ausnahmen sehr niedrig (Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). In den nächsten Tagen ist nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen.
„Die zunehmende Trockenheit setzt besonders der Stadtnatur zu“, betont Katharina Fuchs, Stadtnatur-Expertin beim BUND Bremen. „Versiegelte Flächen verhindern, dass Regenwasser im Boden versickern kann, wodurch Böden austrocknen und Pflanzen unter Wassermangel leiden.“ Ein wirksamer Ansatz dagegen ist die Entsiegelung von Flächen – also das Aufbrechen von Asphalt oder Beton zugunsten durchlässiger Böden. In Kombination mit dem Schwammstadt-Prinzip kann Regenwasser so wieder gespeichert und langsam an Pflanzen und Grundwasser abgegeben werden. Fuchs: „Werden die entsiegelten Flächen zudem naturnah gestaltet, etwa mit heimischen Pflanzen, Grünstreifen oder kleinen Mulden zur Wasserspeicherung, entsteht nicht nur ein besseres Mikroklima, sondern auch neuer Lebensraum für Insekten und andere Tiere.“ So kann die Stadtnatur widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenperioden werden. Bis zum 31. Oktober 2026 läuft noch der Wettbewerb „Bremen pflastert ab!“, an dem sich Bürger*innen beteiligen und ihren Vorgarten, Hinterhof oder Parkplatz entsiegeln können – für eine grünere Stadt.
Außerdem muss der übermäßige Gebrauch von Trinkwasser im Haushalt und im Garten dringend eingeschränkt werden. „Trinkwasser ist ein Lebensmittel mit sehr hoher Qualität und sollte auch als solches wertgeschätzt werden“, betont L Lüttke vom BUND Bremen. „So ist Trinkwasser für die Gartenbewässerung wirklich zu schade und nicht gedacht.“ Statt den Garten mit Trinkwasser zu bewässern, empfiehlt der BUND, Regentonnen aufzustellen, in denen langfristig Wasser gesammelt werden kann. Wenn das Grundwasser nicht belastet ist, könnte das Schlagen eines Grundwasserbrunnens eine Möglichkeit für die Gartenbewässerung sein. „Doch auch wer einen eigenen Brunnen besitzt, sollte das Grundwasser mit Bedacht verwenden“, mahnt Lüttke. „Dass man mit dem eigenen Brunnen jederzeit und unbegrenzt den Garten wässern kann, ist nämlich ein Irrglaube.“ Denn die Grundwasserneubildungsraten in trockenen Jahren waren und sind vielerorts, besonders nahe der Oberfläche, anhaltend niedrig, und Bäumen im direkten Umfeld des Gartenbrunnens wird durch die Brunnennutzung zusätzlich dringend nötiges Wasser von unten entzogen. So können vor allem die Auswahl der Pflanzen für den Garten, das Mulchen von Beeten oder die Verwendung eines Systems zur Tröpfchenbewässerung helfen, weniger Wasser einzusetzen. Auch ein gut gewählter Zeitpunkt für die Gartenbewässerung kommt den Pflanzen zugute und trägt zum Schutz der Ressource Trinkwasser bei. Besonders effektiv ist das Gießen in den frühen Morgenstunden, da das Wasser optimal aufgenommen wird.
Aber auch im Haushalt lässt sich Wassersparen, z.B. durch die Reduzierung des Wasserdurchflusses mit Hilfe von Durchflussbegrenzern (nicht bei drucklosen Boilern oder hydraulisch geregelten Durchlauferhitzern einsetzen) oder am Eckventil der Waschtischarmaturen. Beim Duschen helfen wassersparende Duschköpfe oder Durchflussbegrenzer, den Wasserverbrauch zu senken. Zudem trägt eine kürzere Duschdauer effektiv zur Einsparung bei.
Weitere Tipps zum Wassersparen
Bei Rückfragen:
- Katharina Fuchs, Stadtnatur-Expertin BUND Bremen, katharina.fuchs(at)BUND-Bremen.net, Tel. 0421-79 00 251
- Katja Muchow, Leitung Ressourcen- und Klimaschutz BUND Bremen, katja.muchow(at)BUND-bremen.net, Tel. 0421-79 00 245