Pestizide auf dem Teller: BUND gibt Tipps zum Einkauf von Obst und Gemüse

19. Juni 2026 | Stadtnatur

Der BUND informiert über einen bewussten Einkauf und weniger Schadstoffe im Alltag

Konventionell produzierte Früchte können Rückstände von Pestiziden enthalten.  (Alexa / Pixabay)

Erdbeeren, Paprika, Bananen oder Gewürze – für viele Verbraucher*innen gehören Pestizide, meist unbewusst, längst zum Alltag. In der konventionellen Landwirtschaft werden sie eingesetzt, um Schädlinge, Pilze und unerwünschte Pflanzen zu bekämpfen. Studien belegen, dass nicht selten jedoch Rückstände auf Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln zurückbleiben. Der BUND Bremen informiert deshalb über die gesundheitlichen und ökologischen Folgen von Pestiziden und gibt praktische Tipps, wie sich die persönliche Belastung reduzieren lässt. 

„Viele Menschen nehmen Pestizide kaum wahr, obwohl sie nahezu täglich mit ihnen in Kontakt kommen“, erklärt Bernd Quellmalz vom BUND Bremen. „Untersuchungen zeigen, dass besonders konventionell erzeugtes Obst und Gemüse häufig belastet ist.“ Inzwischen weisen rund 80 Prozent des herkömmlichen Obstes und mehr als die Hälfte des Gemüses Pestizidrückstände auf. Gemäß den Ausführungen des BUND sind die Auswirkungen von Pestiziden nicht allein auf die Landwirtschaft beschränkt, sondern erstrecken sich auch auf die Umwelt und die Gesundheit. Bestimmte Wirkstoffe stehen im Verdacht, neurologische Erkrankungen, Allergien, Krebs oder Schäden am Hormon- und Immunsystem zu begünstigen. Besonders empfindlich reagieren Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Problematisch ist zudem der sogenannte Cocktail-Effekt: Lebensmittel enthalten oft mehrere Pestizidrückstände gleichzeitig, deren Wirkung sich gegenseitig verstärken kann. Auch für die Natur haben Pestizide weitreichende Folgen. „Pestizide entfernen jedoch nicht nur die unerwünschten „Schädlinge“, sondern schaden auch Bienen, Schmetterlingen und anderen Insektenarten massiv”, so Katharina Fuchs, Stadtnatur-Expertin vom BUND Bremen. „Sie belasten Böden sowie Gewässer und gefährden die Artenvielfalt.“ Herbizide vernichten Wildkräuter und damit wichtige Nahrungsquellen für Insekten. Andere Wirkstoffe greifen das Nervensystem von Bestäubern direkt an. Deshalb empfiehlt der BUND, am besten Lebensmittel aus ökologischem Anbau, mindestens aber regional und saisonal einzukaufen. Lebensmittel aus Deutschland und anderen EU-Ländern schneiden bei Untersuchungen häufig besser ab als Importware aus Übersee. Wochenmärkte, Hofläden oder regionale Gemüse-Abokisten sind gute Möglichkeiten, um die Herkunft von Lebensmitteln transparenter nachzuvollziehen. Der Ausbau des ökologischen Landbaus sei außerdem besonders wichtig. „Bio-Lebensmittel enthalten in der Regel deutlich weniger Pestizidrückstände“, erklärt Quellmalz. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten dabei auf anerkannte Bio-Siegel achten. Neben dem EU-Bio-Logo gelten Verbände wie Bioland, Naturland oder Demeter oft als besonders streng, was die Vorgaben zu Pflanzenschutz und Umweltstandards betrifft.

Der BUND rät außerdem dazu, Obst und Gemüse gründlich unter fließendem Wasser zu waschen und möglichst abzureiben. Bei Salat oder Kohl können die äußeren Blätter entfernt werden, da sich dort häufig mehr Rückstände befinden. Besonders wenn Zitronen- oder Orangenschalen mitverwendet werden, empfiehlt sich der Kauf von Bio-Produkten. Im Alltag können auch Apps wie CodeCheck hilfreich sein. Die Anwendung ermöglicht es, Produkte per Barcode zu scannen und Informationen zu Inhaltsstoffen wie Mikroplastik, Allergenen oder hormonell wirksamen Stoffen abzurufen. „Jeder Einkauf ist auch eine Entscheidung darüber, wie Lebensmittel produziert werden”, betont Quellmalz. „Wer bewusster konsumiert, schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern unterstützt auch eine Landwirtschaft, die Böden, Gewässer und Artenvielfalt langfristig erhält.“

Weitere Informationen 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb