Störche zurück in Bremen: Unser Beobachtungstipp

22. April 2026 | BUND Landesverband Bremen, Tiere und Pflanzen, Schutzgebiete

BUND informiert über Störche und gibt Beobachtungstipps

Endlich wieder da - der Weißstorch  (Georg Wietschorke / BUND Bremen)

Der BUND Bremen informiert, dass die Storchenpaare aus ihrem Winterquartier in ihre Brutgebiete in der Hansestadt zurückgekehrt sind. Besonders in den Wiesen und Weiden rund um Bremen, vor allem im extensiv genutzten, feuchten Grünland, finden die Vögel reichlich Nahrung wie Frösche, Mäuse, Insekten und Regenwürmer. Derzeit sind in Bremen 30 Storchenhorste besetzt. Um die Störche beobachten zu können, empfiehlt der BUND, die Gebiete mit dem Rad zu erkunden. Im Mai/Juni sind in den Horsten die ersten Jungstörche zu sehen.

„Jetzt im Frühling sind auf den Grünlandflächen in den Randbereichen von Bremen wieder Weißstörche anzutreffen. Von den großen Zugvögeln haben bereits seit Wochen viele ihre alten Neststandorte besetzt“, sagt Birgit Olbrich, Naturschutz-Expertin vom BUND Bremen.

In den Randlagen des Naturschutzgebietes Brokhuchting und des Landschaftsschutzgebietes Niedervieland brüten die meisten Weißstörche innerhalb Bremens. Jetzt, Mitte April, sind mind. 20 Horste besetzt. 6 der Horste liegen in der Ochtumniederung, sind größtenteils auf Strommasten erbaut und somit gut sichtbar.  Allein entlang der Stromer Landstraße und der Wiedbrookstaße liegen 9 gut sichtbare Weißstorchhorste. In einer kleinen Baumgruppe haben sich gerade in den letzten 2 Wochen 2 Weißstorchpaare neu angesiedelt. Die Horste liegen hier zwischen den Nestern einer kleinen Graureiherkolonie. Es sind aber noch weitere Störche im Gebiet, die Interesse an einzelnen noch unbesetzten Nisthilfen zeigen – es bleibt abzuwarten, ob auch sie brüten. Rechts der Weser sind derzeit sechs Storchennester in den Wümmewiesen und Oberneuland besetzt sowie drei Horste im Blockland. Im Grünland wie zum Beispiel im Werderland sind mit Glück außerdem auch Gruppen von unverpaarten Störchen zu sehen.

Olbrich: „Der Storch ist ein typischer Kulturfolger und findet in dem extensiv genutzten und auch überschwemmten Grünland und an Gewässern besonders viel Nahrung.“ Zurzeit sieht man die Störche durch die Wiesen laufen und nach Nahrung suchen. Die Brutzeit beträgt etwa 30 bis 32 Tage. Ab Ende Mai/Anfang Juni lassen sich auch die Jungvögel gut in den Nestern beobachten, bis sie nach rund acht Wochen flügge werden. Der BUND engagiert sich intensiv für den Erhalt des wertvollen Grünlandes – nicht nur für die Störche, sondern auch für viele andere bedrohte Arten. „Die Rückkehr der Störche zeigt, dass sich konsequenter Naturschutz und gezielte Maßnahmen langfristig lohnen“, sagt die Biologin.

Noch im 20. Jahrhundert waren die Bestände des Weißstorches stark zurückgegangen. So gab es 1991 im Land Bremen nur ein Brutpaar. „Die Gründe für den Rückgang dieser schönen großen Vögel lag in der Intensivierung der Landwirtschaft und den Lebensraumverlusten durch Grünlandumbrüche und Trockenlegungen von Flussauen“, weiß Olbrich. „Die Nahrungstiere wie Insekten verschwanden durch den Einsatz von Pestiziden, und in den Winterquartieren der Störche in Afrika gab es zudem in den 1980er Jahren Dürreperioden, die sich auch auf die Störche auswirkten.“ Seit den 1990er Jahren erholen sich die Bestände des Weißstorches aber wieder, auch in Bremen. „Sie können aber nur überleben, wenn ihnen genügend Lebensraum für die Fortpflanzung und auch ausreichend große Nahrungsgebiete zur Verfügung stehen“, betont Olbrich.

INFO & KONTAKT

Die Störche sind im Niedervieland sehr gut vom Ochtumdeich zu beobachten. Die Chance, Weißstörche zu sehen und zu beobachten, ist im Bremer Westen besonders groß. Wer im Mai/Juni an einer geführten Weißstorch-Fahrradtour teilnehmen möchte, kann sich bereits im Vorfeld bei Karin Menke (0177/3235029) melden. Hierzu gibt es einen sehr informativen Flyer, auf dem die Weißstorchroute verzeichnet ist. Dieser ist zu den Öffnungszeiten (Mo: 10-13 Uhr und 14-17 Uhr, Di: geschlossen, Mi, Fr: 9-13 Uhr, Do: 9-13 Uhr und 14-17 Uhr) beim BUND, Am Dobben 44 kostenfrei erhältlich. Im Blockland ist ein Storchenpaar am besten auf dem Außengelände von Hof Bavendamm, Waller Str. 300, 28719 Bremen zu sehen. Weitere Infos gibt es unter www.BUND-Bremen.net.

Bei Rückfragen: Birgit Olbrich, BUND Bremen, birgit.olbrich(at)BUND-Bremen.net, Tel.: 0421-7900255

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