Wer den Rasen seltener mäht, tut sich und den Wildtieren und -blumen etwas Gutes.
(Rudy und Peter Skitterians
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Die Temperaturen steigen und das Gras sprießt im Garten – manch Gärtner*in möchte da direkt den Rasenmäher anwerfen. Doch wer häufig mäht, verhindert, dass sich Insekten und andere Kleinlebewesen im eigenen Garten wohlfühlen, betont jetzt der BUND. Der BUND rät deshalb dazu, im Sommer den Rasenmäher zumindest zeit- und stellenweise stehen zu lassen. Das spare Zeit und Mühe und sei gut für viele Kleinlebewesen, so der Umweltverband.
„Ein Golfrasen ist für die heimische Artenvielfalt so verkehrt, wie ein gepflasterter Parkplatz. Hier findet weder das Grüne Heupferd noch ein Zitronenfalter oder der Gebänderte Pinselkäfer den Lebensraum, den diese Tiere brauchen. Immer mehr Lebensräume gehen verloren, durch den Bau von Straßen, Siedlungen oder Gewerbeflächen. Auch Ackerflächen bieten keine guten Lebensbedingungen. Umso wichtiger ist es, dass auch private Gartenbesitzer*innen etwas für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt tun“, weiß Bernd Quellmalz, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BUND Bremen. „Mut zur Unordnung ist gefragt. Die mutmaßliche Unordnung ist vielmehr ein gesunder und wertvoller Lebensraum für unsere Tier- und Pflanzenwelt.“
Altgrasstreifen und Wildblumenwiesen sind über das ganze Jahr ein wichtiger Lebensraum. „Nicht nur Heuschrecken fühlen sich im hohen Gras wohl, auch viele andere Tiere brauchen hohe Wiesen um sich zurückzuziehen oder auch um sich fortzupflanzen“, sagt der Biologe. „In abgemähten Grünflächen sieht es dagegen düster aus. Sie gleichen einer Wüste.“ Blumen sind über die ganze Saison bis zum Herbst eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen, Schmetterlinge oder auch Schwebfliegen. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Margeriten, Wiesensalbei, Färberkamille und Flockenblume vertragen keinen häufigen Schnitt, Blütenpflanzen wie Gänseblümchen und Weißklee dagegen aber schon. Sie sind sogar auf Mahd angewiesen, damit sie blühen können. Quellmalz rät, die Flächen blühen zu lassen und etappenweise zu mähen, damit zu jeder Zeit etwas blüht: „Eine Blumenwiese sollte zwei- bis dreimal gemäht und das Mähgut entfernt werden.“
Aber auch wer kaum Wildblumen in der Wiese hat, sollte das Gras bis zu seiner ganzen Größe wachsen lassen, wo es möglich ist. Bewusst hohe Gras-Inseln im Garten wachsen zu lassen, schafft Strukturvielfalt und sieht schön aus. Im Winter bietet das trockene Gras Schutz zur Überwinterung für verschiedene Krabbeltiere und Kleinsäuger. Und auch im Hochsommer ist das Gießen des Rasens dann bestenfalls überflüssig. Durch die hohe Schicht Gras verdunstet weniger Wasser aus dem Boden und Feuchtigkeit kann sich besser halten. Dadurch wird verhindert, dass die Wiese an heißen Tagen verbrennt. Im neuen Frühjahr sollte altes Gras aber gemäht werden, damit sich kein dichter Filz bildet. Sonst ist es für das junge Grün schwer auszutreiben.