Unsere Wasserressourcen sind in Gefahr

08. September 2025 | BUND Landesverband Bremen, Lebendiges Wasser - lebendige Zukunft, Trinkwasser

BUND und Senatorin Kathrin Moosdorf tauschen sich zum Schutz von Grund- und Trinkwasser aus und lassen eine Trinkwasserprobe auf langlebige Chemikalien untersuchen.

Trinkwasserprobenentnahme mit BUND Bremen und Senatorin Kathrin Moosdorf. Erfolgreiche Trinkwasserprobe des BUND Bremen mit (v.l.n.r.) Sarah Schomaker (Social Media-Beauftragte BUND Bremen), Kathrin Moosdorf (Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen) und Martin Rode (Landesgeschäftsführer des BUND Bremen).  (Sarah Schomaker / BUND Bremen)

Der Stress auf unser Grundwasser ist immens, darauf weist jetzt der BUND Bremen hin. In immer mehr deutschen Landkreisen wird das Grundwasser knapp. Das zeigt eine Studie des BUND. Dürreperioden lassen die Grundwasserstände sinken, während der Wasserbedarf von Landwirtschaft und Industrie steigt. Gleichzeitig ist die Qualität unserer Trinkwasserressourcen durch Schadstoffeinträge gefährdet. Im Rahmen einer bundesweiten Aktion des BUND tauschten sich jetzt BUND-Landesgeschäftsführer Martin Rode und Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf dazu aus und nahmen gemeinsam eine Trinkwasserprobe, die nun auf langlebige Chemikalien wie PFAS untersucht wird. Das Ergebnis der Trinkwasserprobe wird im Herbst 2025 bekannt gegeben.

„Der Gewässerschutz ist eine Investition in unsere gemeinsame Daseinsvorsorge und für die Zukunft der nachfolgenden Generationen, die auch in der aktuell wirtschafts- und sicherheitspolitisch herausfordernden Zeit Priorität genießen muss“, ist Martin Rode überzeugt. „Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung aktiv wird und unser Wasser besser schützt.“ Unser Grundwasser, die wichtigste Trinkwasserressource, steht durch Dürren, Wasserentnahmen und Verschmutzung durch Schadstoffe unter Stress. Die besonders langlebigen Chemikalien, wie die Ewigkeits-Chemikalien PFAS müssen dringend umfassend reguliert werden. Der BUND unterstützt daher den von Fachbehörden aus Deutschland und vier weiteren EU-Staaten vorgelegten Beschränkungsvorschlag für einen geordneten Ausstieg aus der PFAS-Produktion und -Verwendung. Das soll mit befristeten Ausnahmen für unverzichtbare und noch alternativlose Anwendungen erfolgen. Auch die Chemikaliengesetzgebung insgesamt muss Umwelt und Gesundheit mit einem vorsorgenden Ansatz stärker schützen. Dazu die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Kathrin Moosdorf: „Wasser ist lebenswichtig. Deswegen ist es absolut richtig, dass wir diese Ressource schützen. Dazu zählt der sparsame Umgang mit Trinkwasser und dass wir Wasser möglichst rein halten. Ich unterstütze daher die Aktion des BUND, unser Trinkwasser auf sogenannte Ewigkeitschemikalien zu überprüfen und das Thema damit in die Öffentlichkeit zu tragen. Einmal in der Welt, kriegen wir PFAS kaum mehr eingefangen, mit allen möglichen negativen Folgen. Deswegen ist es erforderlich, die Anwendung solcher Chemikalien weitestgehend einzuschränken.“

„Wir wollen Leitungswasser mit dieser Aktion nicht in ein schlechtes Licht rücken“, stellt der BUND-Geschäftsführer klar. „Leitungswasser ist sicher, aber seine Ressourcen gefährdet. Wir wollen dafür sorgen, dass es sicher, verfügbar und bezahlbar bleibt.“ Laut Bundesanstalt für Risikobewertung nehmen wir schon heute täglich eine zu hohe PFAS-Menge auf, sodass eine Beeinträchtigung des Immunsystems durch die Chemikalien nicht ausgeschlossen werden kann. Dabei nehmen wir allerdings einen Großteil der PFAS durch Nahrung wie etwa Fleisch und Fisch auf. Trinkwasser leistet hier nur einen kleinen, wenn auch signifikanten Beitrag (BDEW 2024). Auch Mineralwässer sind belastet, bei Stichproben wurden die Schadstoffe in mehr als der Hälfte der Mineralwässer gefunden. 

Weitere Infos zum Thema gibt es unter www.BUND-Bremen.net und www.BUND.net

  • Hintergrund PFAS: Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, sind extrem langlebig. Gelangen die Industriechemikalien in die Umwelt, können sie Böden, Gewässer, Pflanzen und Tiere für Jahrhunderte belasten. PFAS-Chemikalien sind weit verbreitet. Sie sind wasser- und fettabweisend und kommen wegen dieser Eigenschaften in vielen Alltagsprodukten wie Outdoor-Kleidung, Bratpfannen, Lebensmittelverpackungen, Shampoo u.a. vor. Einige PFAS sind nachweislich gesundheitsgefährdend: Sie können unter anderem Organschäden, erhöhte Fehlgeburtenraten und Krebs verursachen. Sie können auch zu Schilddrüsenerkrankungen und Fruchtbarkeitsstörungen führen und die Wirksamkeit von Regelimpfungen mindern. Je mehr PFAS in die Umwelt gelangen, umso stärker können sie sich im menschlichen Körper anreichern. Menschen nehmen die Chemikalien zum Beispiel über Trinkwasser und Nahrung auf. Die Risiken sind schon lange bekannt, wurden aber von Industrie und Politik lange Zeit unterschätzt und heruntergespielt. Viele Gemeinden in Deutschland kämpfen schon seit Jahren mit PFAS-Kontaminationen. Mehr unter www.bund.net/chemie/pfas/. 

 

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