So ist es richtig: Hunde zum Schutz von Wildtieren draußen bitte immer anleinen!
(Mabel Amber
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Der BUND bittet jetzt darum, Rücksicht auf die heimische Tierwelt in der Natur zu nehmen und Hunde und Katzen nicht frei laufen zu lassen. Denn die freilaufenden Haustiere stören gerade im Frühjahr Wildtiere wie zum Beispiel Bodenbrüter empfindlich. Dies gilt insbesondere auch für Naturschutzgebiete, die seltenen Tierarten als letzte Rückzugsräume dienen. Hunde sollten jetzt auf jeden Fall immer angeleint sein, und Katzen idealerweise im Haus bleiben. Trotz der seit 15. März geltenden Anleinpflicht für Hunde waren aber leider am vergangenen Sonntag beispielsweise in Borgfeld nahe des Schutzgebietes Hollerland, im Blockland und in Knoops Park in Bremen-Nord unangeleinte Hunde zu beobachten, so der BUND.
„Im Frühling sind die wildlebenden Tiere besonders störempfindlich“, erläutert Bernd Quellmalz, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim BUND Bremen. „Freilaufende Hunde können dann großen Schaden anrichten, wenn beispielsweise ihr Jagdtrieb erwacht und sie ein Wildtier als Beute erkennen.“ Die Vorstellung von Hundebesitzer*innen, ihr Hund jage nicht, gehe an der Realität vorbei. „In einem Hund steckt immer noch ein bisschen Wolf, mag er noch so friedlich und zivilisiert sein“, betont Quellmalz. „Der Jagdinstinkt lebt im Hund weiter. Er wird durch Wildtiere ausgelöst, die der Hund meist schneller entdeckt als der begleitende Mensch.“ Und selbst wenn der Hund das Wildtier nicht erbeuten kann, reagiert es angeborenermaßen mit Flucht. Allein die Anwesenheit eines potentiellen Beutegreifers sorgt für Stress und Todesangst bei Vögeln und Säugetieren. Das verfolgte Tier verbraucht dann viel Energie, die es sich zusätzlich wieder anfuttern muss. Dadurch wird es geschwächt. Gerade in Zeiten mit Nahrungsengpässen kann das den nachträglichen Tod bedeuten. Deswegen appelliert der BUND an alle Hundebesitzer, den Wildtieren jetzt in der Natur ihre Ruhe zu lassen und beim Spaziergang ihren Vierbeiner grundsätzlich an der Leine zu führen.
Die Anwesenheit von freilaufenden Katzen löst ebenfalls regelrecht Dauerstress unter Wildtieren aus. Bei Vögeln kann dies zur Aufgabe von Bruten und zu deutlich verringertem Bruterfolg führen. Außerdem erbeuten Katzen, obwohl meist gut genährt, Vögel und Kleinsäuger. „Als sogenannte Freigänger werden Katzen aufgrund ihres ausgeprägten Jagdtriebes zu einem echten Problem für die Wildtiere in unseren Gärten und Parks“, erläutert der BUND-Sprecher. Wissenschaftler wiesen in den USA nach, dass freilaufende Hauskatzen in der Stadt pro Jahr durchschnittlich 14 Wildtiere erbeuten, in ländlichen Regionen können es sogar einige hundert sein. 70 % der erbeuteten Tiere sind kleine Säugetiere wie Mäuse, 20 % Singvögel, der Rest sind Frösche, Molche, Eidechsen, Schmetterlinge und andere. Diese Zahlen seien mit großer Sicherheit auf hiesige Verhältnisse übertragbar, ist der Biologe überzeugt. An die privaten Katzenbesitzer*innen appelliert der BUND deshalb eindringlich, ihre Katzen zur Brut- und Setzzeit, d.h. ab 15. März bis Mitte Juli, vorzugsweise gar bis Mitte August, auf jeden Fall im Haus zu halten und vor dem Freigang unbedingt kastrieren zu lassen. Aus Sicht der Wildtiere wäre es am besten, Katzen sogar ganzjährig im Hause zu halten. „Glöckchen am Hals der Katzen helfen übrigens wenig, da nur gesunde erwachsene Vögel dadurch gewarnt wegfliegen können, Jungvögel, Amphibien und andere Tiere aber nicht“, so der Naturschützer vom BUND.