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BUND Landesverband Bremen

Mehrwert statt Masse

Die natürlichen Ressourcen der Erde beinhalten alle Bestandteile der Natur (Wasser, Luft, Boden, Flächen, Organismen, nachwachsende und fossile Rohstoffe etc.). Rohstoffe sind unbearbeitete Stoffe aus denen Produkte und Lebensmittel hergestellt werden. Aus ihnen wird auch Energie gewonnen. Es gibt nicht-nachwachsende Rohstoffe, wie Erdöl, Erdgas und Metalle, die auf unserer Erde nur noch begrenzt vorhanden sind und nachwachsende Rohstoffe, wie Pflanzen.

Die Rohstoffnachfrage an Industriemetallen ist enorm. Die Verteilung des Rohstoffbedarfes ist dabei sehr unterschiedlich, beispielsweise verbrauchen Europäer*innen vier Mal so viele Rohstoffe wie Afrikaner*innen.  

Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen beginnt bei der Herstellung von Produkten, betrifft aber auch uns Konsument*innen. Bei Kaufentscheidungen von Produkten können Langlebigkeit, Umweltfreundlichkeit, Reparaturfähigkeit und fairer Handel  entscheidend sein. Das Motto: „Weniger ist mehr!“ zählt. Ein bestimmtes Maß an Wohlstand ist wichtig, um im Leben zufrieden zu sein. Aber die Zufriedenheit steigt nicht weiter durch Konsum und Besitz an. Trotz dreifach höherer Wirtschaftsleistung blieb die subjektive Zufriedenheit in Deutschland in den letzten 30 Jahren unverändert.

Beispiel Handy

Ein Handy besteht aus ca. 60 unterschiedlichen Rohstoffen, darunter etwa 30 verschiedene Metalle. Die Metalle werden in unterschiedlichen Ländern in Minen gewonnen, meist unter schlechten Arbeitsbedingungen (gesundheitsschädlich, geringe Löhne, lange Arbeitszeiten). Außerdem werden bei der Metallgewinnung große Mengen Energie, Wasser und Land verbraucht. In vielen Regionen gibt es Verteilungskriege um die begehrten Metalle. Ein Beispiel ist der Abbau von Coltan-Erz zur Gewinnung von Tantal (wertvolles Metall in Handys) in der Demokratischen Republik Kongo.

Handys werden in Deutschland im Mittel nur etwa 18 Monate genutzt. Viele davon verschwinden danach in der Schublade mit samt ihrer wertvollen Inhaltsstoffe. Sinnvoller wäre es funktionstüchtige Handys zu verschenken oder zu verkaufen. Defekte Handys sollten zur Recyclingstation oder zum Anbieter zurückgebracht/-geschickt werden. Inzwischen gibt es auch ein sogenanntes „Fairphone“, das (soweit möglich) aus ökologisch und fair gewonnenen Rohstoffen besteht. Der gesamte Produktionsprozess ist nachhaltig, fair und transparent.

Sie können Ihr Handy bei uns in der Geschäftsstelle - Am Dobben 44 - abgeben. Wir leiten es dann an die Mobile Box weiter. Der Erlös geht an unsere Kinder- und Jugendarbeit.

Rohstoffe Handy Rohstoffe Handy  ( BUND )
Handybox Handybox  ( BUND )

Beispiel Papier

Insgesamt verbraucht Deutschland weltweit mit  am meisten Papier (20 Millionen Tonnen pro Jahr). In Deutschland wird aber auch viel Papier hergestellt, lediglich die USA, China und Japan produzieren mehr Papier. Frischfaserpapier wird aus Holz gemacht und Recyclingpapier aus Altpapier. Das Holz stammt aus Wirtschaftswäldern, Urwäldern und Plantagen. Bereits 80 Prozent des weltweiten Urwaldbestandes stehen nicht mehr, was auch dem Klimaschutz entgegen wirkt. Baumplantagen sind nicht bedenkenlos. Sie finden sich hauptsächlich in den Tropen und in den Subtropen. Teilweise werden die Plantagen auf abgeholzten Urwaldflächen errichtet. Das größte Problem der Plantagenwälder ist die Bedrohung der Artenvielfalt durch die Monokulturen. Zudem müssen die Plantagen viel bewässert und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, z. B. schnell wachsender Eukalyptus. Die Folgen sind Grundwassermangel und -belastung.

Die Produktion von einer Tonne Frischfaserpapier benötigt genau so viel Energie wie die Herstellung von einer Tonne Stahl. Damit ist die Papierindustrie der weltweit fünftgrößte industrielle Energieverbraucher. Im Gegenteil zu Frischfaserpapier wird für die Herstellung von Recyclingpapier meist nur ein Bruchteil der Frischfasern benötigt, der Energieverbrauch ist nur halb so groß und es werden Zweidrittel weniger Wasser gebraucht. Generell gilt, je niedriger der Weißegrad des Papiers desto umweltschonender war die Produktion, da weniger chemische Bleichmittel verwendet werden. 

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