Grüppen-Arbeiten im WiKo

14. November 2025 | WiKo

Grüppenarbeiten: habitatverbessernde Maßnahmen im Herbst.

Grüppenarbeiten beim WiKo Angepasste Grüppenarbeiten zur Habitatverbesserung - eine wichtige wiederkehrende Maßnahme.  (Bastian Bauke / Ökologis)

Im Zentralteil des St. Jürgenslandes ist das Fräsen sogenannter ‚Flachufer-Grüppen‘ gestartet. Grüppen sind schmale Gräben zwischen den einzelnen Feldern, die das überschüssige Oberflächenwasser sammeln und anschließend schnell abführen.

„Die üblichen Grüppen, wie sie von den landwirtschaftlichen Betrieben in viele Wiesen gefräst werden, sind für Wiesenvögel als Nahrungsplätze nicht attraktiv und wirken häufig sogar als Falle. Wenn da Küken in diese schmalen, tiefen Rinnen reinfallen, kommen sie oft nicht mehr heraus und ertrinken.“, weiß Arno Schoppenhorst von Ökologis. Hier im St. Jürgensland hat nun aber „der Fräsenfahrer den Job, beide Seiten der Grüppen auf jeweils zwei Meter Breite schräg abzuhobeln und richtig schöne, flache Ufer zu modellieren.“ 
Dieses Profil sei perfekt für Nahrungshabitate der Wiesenvögel und speziell auch für deren Jungvögel, so der Landschaftsökologe. Über ein Knickrohr werden die Grüppen dann mit den umliegenden Marschgräben verbunden und können anschließend nach Bedarf eingestaut oder entwässert werden. 
Für diese habitatverbessernde Maßnahmen, die ab jetzt jedes Jahr im WiKo-Projekt auf einigen Kilometern Länge geplant sind, gibt es jährlich nur ein sehr kurzes Zeitfenster. Die Dauer beschränkt sich auf die Phase zwischen der letzten Grasernte und dem Beginn der nassen Jahreszeit. Der 14. November war so gesehen vielleicht die vorerst letzte Möglichkeit für dieses Jahr – denn ab jetzt ist erst einmal Regen vorhergesagt.
Sollte es nächstes Jahr im Mai und Juni wieder derart trocken sein, dass hohe Kükenverluste drohen, können die abgeflachten und mehrere 100 Meter langen Grüppen mithilfe von Solarpumpen gezielt bewässert und so die Vögel mit optimalen Nahrungsplätzen versorgt werden. 
„Mit dieser Methode locken wir vor allem Familien auf die Flächen, die im Mai erstmal nicht gemäht werden,“ führt Schoppenhorst weiter aus. „Wenn wir hier und da solche Strukturen im Gebiet haben, können die Bauern auf den übrigen Wiesen den ersten Schnitt erledigen, ohne hohes Risiko für die Küken.“
Im benachbarten Blockland werden derartige Flachufer-Grüppen schon seit über zehn Jahren mehrfach angelegt und in den trockenen Frühjahren gezielt bewässert. Dadurch können die Flächen als Nahrungshabitate für Limikolenfamilien erheblich aufgewertet werden.
 

  • Information: „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.
     

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