Naturfoto des Monats August 2026

10. August 2026 | BUND Landesverband Bremen

Auch im August widmet der BUND Arbeitskreis Naturfotografie sich dem Thema „Moor“. Diese Makro-Aufnahme vom selten gewordenen Sonnentau stammt von Michael Joost und wurde zum „Naturfoto des Monats August“ gewählt.

Das Bild vom Sonnentau ist Foto des Monats August 2026 des Arbeitskeises Naturfotografie im BUND Bremen. Sonnentau - Foto des Monats August 2026  (Michael Joost / BUND Bremen)

Als Überlebenskünstler hat sich der Sonnentau an magere Standorte wie Moor- und Heidelandschaften angepasst und seine eigene Strategie entwickelt, um an die lebenswichtigen Nährstoffe zu kommen: Sie fressen Insekten.

Sonnentau ist nicht gleich Sonnentau

Unterscheiden kann man den Rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia) und den noch selteneren Mittlerern Sonnentau (Drosera intermedia). Die beiden Arten kann man an den unterschiedlichen Blattform und Blütenständen erkennen. Der Rundblättrige Sonnentau hat, wie der Name schon sagt, runde Blätter. Der Mittlere Sonnentau hat schmale löffelartige Blätter. Der Rundblättrige Sonnentau hat eine hohe Ähre, die sich beim Aufblühen aufrichtet mit einer offenen Blüte jeweils an der Spitze. Der Mittlere Sonnentau hat nur ein paar Blüten in lockerer Traube.

Tödlicher Tau

Das Besondere sind die hauchdünnen, rötlichen Tentakel, die sich auf der Oberfläche der Blätter befinden und ein klebriges Sekret abgeben. Daher auch der Name: Die Sekrettröpfchen an den Blatträndern glitzern im Sonnenlicht wie Tautropfen. Vom vermeintlichen Tautropfen angelockt wollen die Insekten ihren Durst stillen und bleiben am klebrigen Sekret hängen. Je mehr sich das Insekt durch Bewegung zu befreien versucht, desto mehr kommt es mit den Tröpfchen in Berührung und wird so langsam durch die sich biegenden Fangarme in die Mitte gedrängt. Anschließend krümmt sich das ganze Blatt ein, um die Beute mit den Verdauungsdrüsen in der Mitte des Blattes in Berührung zu bringen. Diese scheiden ein Sekret aus, das unserem Magensaft ähnelt. Es löst die Weichteile des Insektes auf, so dass die Pflanze die darin enthaltenen Nährstoffe aufnehmen kann – was gerne mehrere Tage dauern kann. Das, was der Boden an Nährstoffen nicht bieten kann, holt sich der Sonnentau aus der tierischen Nahrung.

Durch Entwässerung und Torfabbau sind die Lebensräume für den Sonnentau kaum noch vorhanden. Alle Sonnentauarten sind nach wie vor stark gefährdet.

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