Das Gewinnerbild für Januar 2026 von Bernd Rosemann aus dem BUND Arbeitskreis Naturfotografie.
(Bernd Rosemann
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BUND Bremen)
Für uns gehören Pilze zum typischen Herbst- und Winterbild wie der Hase im Frühling. Obwohl schon früh die Nützlichkeit der Fungi bekannt war, zum Beispiel in der Medizin oder als leckere Speise, dauerte es bis Mitte des 20. J, bis sie nicht mehr dem Reich der Pflanzen zugeordnet wurden. Heute weiß man, dass sie mehr Ähnlichkeit mit Tieren haben. Pilze besitzen zum Beispiel keine Möglichkeit zur Photosynthese wie die Pflanzen, sondern ziehen ihre Nahrung aus anderen Lebewesen - tot oder lebendig.
Was wir bei unseren Waldspaziergängen dabei häufig als „Pilz“ bezeichnen, ist lediglich der sichtbare Fruchtkörper eines viel größeren Geflechts, der sehr kurzweilig ist, ähnlich wie das Obst am Obstbaum. Die Sporen der Pilze sind dagegen allgegenwärtig und meist nur durch Mikroskope sichtbar.
Die Fungi leben oft in Symbiose, also engen Partnerschaften mit gegenseitigem Nutzen, mit Bäumen zusammen (wissenschaftlich auch als Mykorrhiza bezeichnet). Zusammen mit Bakterien gehören Pilze zu den organischen Zersetzern, Destruenten genannt, die zum Beispiel Holz, Laub und andere Materialien zerlegen und so wieder in den Stoffkreislauf bringen.
Da viele Pilze auf Belastungen aus der Umwelt sehr empfindlich reagieren, können sie als Indikatoren – also Zeigerarten – für Verunreinigungen und Verschmutzungen dienen. Von unseren heimischen Pilzarten gelten viele als gefährdet oder sogar bereits ausgestorben.
Wer mehr für diese besonderen Lebewesen tun möchte, kann zum Beispiel Totholzhaufen und –pyramiden im eigenen Garten anlegen. Eine Anleitung dazu gibt es bei unserer Stadtnatur-Seite zum Thema Totholz.