Der BUND fordert
- Bremen schneller als bisher zu einer echten Fahrradstadt entwickeln - unser Ziel ist ein Radverkehrsanteil von 40%!
- Auf dem Fahrrad in die Verkehrswende - marode Fahrradwege müssen erneuert werden!
- Fahrradstraßen müssen eindeutig und einheitlich gekennzeichnet werden, Autos müssen die Ausnahme bleiben!
- Hochwertige Premiumrouten und weg vom Auto!
- Straßen von außen nach innen planen - Priorität für den Umweltverbund!
Fahrradstadt Bremen
Fahrradfahren sollte für alle sicher sein als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer:innen.
(cocoparisienne
/
pixabay)
Bremen ist schon heute relativ gut aufgestellt: Während etwa jede zweite Bremer:in ein Auto besitzt (ca. 427 Pkw/1000 Einwohner:innen), hat fast jede Bremer:in ein Fahrrad (916 Räder/1.000 Einwohner:innen). Und die Menschen nutzen ihr Fahrrad: Sie fahren im Schnitt pro Tag und Person 3,1 km mit dem Fahrrad! Und trotzdem gibt es noch ein erhebliches Steigerungspotenzial: Etwa 50 Prozent der Pkw-Fahrten fallen auf Wegstrecken unter fünf Kilometer. Das sind Distanzen, die mit dem Rad machbar sind.
Auf dem Fahrrad in die Verkehrswende
Das Radverkehrsnetz Bremens umfasst rund 700 km, die etwa 400 km Hauptroutennetz sind weitgehend beschildert. Doch vielerorts bröckelt die Infrastruktur. Die Beläge der Radwege lösen sich auf, gepflasterte Radwege werden zu Holperstrecken, viele sind zu schmal oder werden zugeparkt. Kaputte, zu schmale und zugeparkte Radwege, ungeschützte Fahrradstraßen und simple Radfahr-Schutzstreifen sind uns ein Dorn im Auge.
Fahrradfreundliche Straßenplanung
Es ist wichtig den Radverkehr bei der Straßenplanung stärker mitzudenken. Statt Straßen von innen nach außen zu planen, sollte der Verkehrsraum von außen nach innen entworfen werden: Zuerst wird der Platz an Radfahrende und Fußgänger:innen vergeben und so geplant, dass ihnen ein sicheres und komfortables Vorankommen garantiert wird. Der Rest, das „Innere“ der Straße, wird dem Autoverkehr zugesprochen. Diese Priorität ergibt sich allein schon aus der besonderen Schutzbedürftigkeit von Fahrradfahrer:innen und Fußgänger:innen, sie sind bei Unfällen ungeschützt und erleiden daher oft den größten Schaden. Radfahrende sollen sich nicht länger dem Autoverkehr unterordnen müssen, sondern als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer:innen gelten. Zu einer attraktiven Fahrradinfrastruktur gehören aber auch ausreichende Abstellmöglichkeiten.
Keine Fahrradstraßen in Light Version
Bremen bemüht sich mehr Platz im Straßenraum für Radfahrende zu schaffen. So ist in den letzten Jahren eine Reihe von neuen Fahrradstraßen entstanden, denen aber Stellenweise eine einheitliche und klar erkennbare Kennzeichnung als Fahrradstraße fehlt. Bei der Einfahrt in Fahrradstraßen muss für Autofahrende sofort sichtbar sein, denn hier haben die Radelnden Vorrang. Laut Straßenverkehrsordnung sind Autos in Fahrradstraßen nur ausnahmsweise (z.B. für Anlieger) zulässig. Von dieser Ausnahmeregelung wird in Bremen oft Gebrauch gemacht. In den Fahrradstraßen Bremens ist der Autoverkehr zugelassen – dies führt vielfach zu Konflikten zwischen Fahrradfahrer:innen und Autofahrer:innen und verringert die Sicherheit der Radfahrenden in den Fahrradstraßen. In einem Eckpunktepapier nennt der BUND Maßnahmen für eine bessere Gestaltung der Bremer Fahrradstraßen.
Hochwertige Premiumrouten für den Radverkehr
Mit der Entwicklung von Premiumrouten verfolgt Bremen das Ziel Hauptrouten für den Radverkehr zu schaffen auf denen Radfahrende auch weitere Strecken durch die Stadt komfortabel und sicher überwinden können. Der BUND Bremen sieht in den Premiumrouten die Gelegenheit das Radverkehrsnetz in Bremen weiter zu entwickeln. Dem Autoverkehr stehen in Bremen auf den Hauptachsen breite, bis zu vierspurige Straßen zu Verfügung. Mit den Premiumrouten wird ein qualitatives Gegenstück für den Radverkehr geschaffen. Allen Verkehrsteilnehmer:innen muss durch die Gestaltung vermittelt werden, dass sie hier auf einer speziellen Route für den Radverkehr unterwegs sind. Der BUND Bremen gibt eine Reihe von Empfehlungen zur Gestaltung der Premiumrouten.