Je wilder desto besser: Unser Tipp zur Bepflanzung von Baumscheiben

13. Mai 2026 | BUND Landesverband Bremen, Stadtnatur

BUND gibt Tipps für die Bepflanzung von Baumscheiben / Regeln vorab mit Ämtern klären!

Blühende Baumscheibe Blühende Baumscheibe  (BUND)

Straßenbäume kühlen die Stadt und bieten Lebensraum für Vögel, Fledermäuse, Flechten und Insekten. Doch Streusalz, Bauarbeiten, missglückte Einparkversuche, Urin von Hunden und Menschen, Hitze und auch Stürme machen Straßenbäumen zu schaffen – meist erreichen Stadtbäume daher nur etwa ein Drittel des Alters ihrer frei stehenden Artgenossen. Der BUND Bremen erklärt, wie den Straßenbäumen mit einer bepflanzten Baumscheibe etwas Gutes getan werden kann.

„Man sollte jedoch nicht einfach unüberlegt loslegen. Baumarten wie Buche und Birke wurzeln besonders flach. Die mögen es nicht, dass die Erde in Wurzelnähe bearbeitet wird“, erklärt Katharina Fuchs, Stadtnatur-Expertin beim BUND Bremen. „Deshalb ist es wichtig, vorher unbedingt beim Umweltbetrieb Bremen nachzufragen. Die Anfrage wird anschließend an das Amt für Straßen und Verkehr weitergeleitet, da dort die Zuständigkeit für die Flächen liegt. Dort wird geprüft, ob sich die Fläche für eine Bepflanzung eignet. Grund für eine Nicht-Genehmigung wäre beispielsweise, wenn dort demnächst Arbeiten an Kabeln oder Leitungen geplant sind. Wichtig ist dabei außerdem, dass das Projekt längerfristig betreut wird und das Wässern nicht zu kurz kommt.“ In Bremen wird bürgerliches Engagement für mehr Grün in der Stadt übrigens begrüßt, wenn einige grundsätzliche Regeln beachtet werden (https://www.umweltbetrieb-bremen.de/unser-betrieb/private-pflege-von-gruen-11876).

Generell gilt, dass die Wurzeln des Baumes nicht zu sehen sein sollten. Bei Jungbäumen, die mit Holzpfählen gestützt werden, sollte man besonders vorsichtig sein – ihre Wurzeln sind noch zu fein und empfindlich. „Eine bepflanzte Baumscheibe ist wie eine Kur für den Baum: Er atmet auf – im wahrsten Sinne des Wortes – die Wurzeln der Begleitpflanzung verbessern die Durchlüftung des Bodens. Die Pflanzen beschatten die Erde und schützen sie vor Austrocknung. Die Erde ist auch lockerer, nimmt Wasser besser auf und ist damit zugänglicher für Nährstoffe“, so Fuchs. Weitere Vorteile: Stressfaktoren für den Straßenbaum fallen weg – Fahrräder werden woanders abgestellt und im Idealfall werden auch Hunde an der Blütenpracht vorbeigeführt. Zum Schutz der Straßenbäume sollte die Pflanzung von hohen Sträuchern über 60 cm und Nadelgehölz vermieden werden. Größere Sträucher oder Nadelbäume wie Koniferen haben einen hohen Wasserbedarf und nehmen den Straßenbäumen die notwendige Lebensgrundlage. Der BUND empfiehlt, bei der Bepflanzung von Baumscheiben folgendermaßen vorzugehen:

  1. Erde vorbereiten: Erde vorsichtig eine Handbreit (zehn Zentimeter) tief lockern und dabei keine Wurzeln verletzen. Halten Sie 30 Zentimeter Abstand zum Stamm ein, so bleiben Baumwurzeln frei. Wichtig: Das Beet muss tiefer als der Fußweg sein, damit der Baum genügend Regenwasser abbekommt. Von der Straße sollte das Baumbeet mindestens 50 Zentimeter entfernt sein; Zäune sind meist nicht erwünscht, weil sie Stolperfallen sein können. Bei stark nährstoffarmen Böden hilft eine dünne Schicht frischer Kompost. Zu viel Erde schadet eher und kann zu Fäulnis führen. Achten Sie dabei auf torffreie Erde – für Torf werden wertvolle, klimaschützende Moore abgebaggert.
  2. Richtige Pflanzen wählen: Insektenfreundliche Frühjahrsblüher, Sommerblumen, Kräuter und flachwurzelnde Stauden passen je nach sonnigem oder schattigem Standort in das Baumbeet (max. Höhe 50 cm, damit die Sicht von Kindern und allen anderen Verkehrsteilnehmer*innen nicht beeinträchtigt wird). Dazu gehören bei den Frühjahrsblühern: Lungenkraut, Buschwindröschen, Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Tulpen und Narzissen. Bei Sommerblumen, Kräutern und Stauden können Sie zwischen diesen Sorten wählen: Margerite, Wilder Majoran, Wiesenstorchschnabel, Ringelblume, Färber-Kamille, Schafgarbe und viele mehr. Greifen Sie bei Wildblumenmischungen auf regionales Saatgut zurück.
  3. Gemeinschaftsprojekt starten: Sprechen Sie sich mit Ihren Nachbar*innen ab, wer wann gießt! Gerade in Trockenperioden und in der Urlaubszeit kann es zu Engpässen kommen. Bei Hitze brauchen ausgewachsene Bäume einmal pro Woche etwa acht bis zehn Eimer Wasser (etwa 100 Liter). Wenn Sie die Erde erst etwas anfeuchten, nimmt sie das Wasser besser auf. Gießwasser können Sie auch durch angehäufte Ringe aus Erde um den Baum länger halten. Dabei bitte möglichst Regenwasser nutzen – Trinkwasser ist ein hohes Gut!

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