Gefangen im Netz - die Kunstausstellung zeigt die Perspektiven auf beiden Seiten des Netzes.
(Julia Ochs
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Julia Ochs)
Mit der Kunstausstellung „Gefangen – Geschichten von beiden Seiten des Netzes” vom 24. bis 31. Oktober 2026 auf dem Bremer Domshof macht der BUND den Konflikt zwischen Meeresschutz und Fischerei sichtbar. Die großformatigen Werke der Fotografin Julia Ochs stellen die zerbrechliche Schönheit des Meeres und seiner Lebewesen der Ausbeutung durch die Fischerei gegenüber. Die Fotografin begleitete Fischer*innen auf See und erlebte die Auswirkungen dieser Arbeit auf Mensch und Meer hautnah. Der BUND engagiert sich für gesunde Meere und eine Gesellschaft, die ihre Vielfalt schätzt und schützt. Interessierte sind herzlich willkommen, die kostenfreie Ausstellung unter freiem Himmel zu besuchen. Der BUND bietet auch Führungen an.
Die Grundschleppnetzfischerei zählt zu den zerstörerischsten Fischereimethoden der Welt. Tonnenschwere Netze mit einer Länge von bis zu 500 Metern werden von großen Schiffen über den Meeresboden gezogen und verwüsten dabei ganze Lebensräume und Lebensgemeinschaften. Gleichzeitig heizen sie mit diesem Prozess die Klimakrise an: Die über den Boden schleifenden Netze wirbeln Sedimente auf, in denen Kohlenstoff gespeichert ist, welcher so wieder in die Atmosphäre gelangt. An Bord der Fischerboote hört das Leid nicht auf: In den Grundschleppnetzen können bis zu 90 Prozent des Fanges Beifang sein. Unzählige Meerestiere werden an Bord gezogen, obwohl sie auf Grund ihrer Art oder auch Größe nicht vermarktet werden können. Viele kleine Haie, Rochen, aber auch Seesterne und Tiefseekorallen werden ungenutzt wieder ins Meer geworfen und überleben diesen Stress nur selten. Selbst in vielen deutschen Meeresschutzgebieten ist diese Fischereimethode noch erlaubt, wie zum Beispiel auf der Doggerbank in der Nordsee. Seit September 2024 klagt der BUND deshalb gegen die Bundesregierung. Ziel ist ein wirksamer Schutz der deutschen Meeresschutzgebiete.
Zu den Gefangenen zählen jedoch auch häufig die Fischer*innen auf der anderen Seite des Netzes. Schlechte Arbeitsbedingungen und Existenzängste stehen in ihrem Beruf an der Tagesordnung. Viele von Ihnen führen diese Arbeit seit mehreren Generationen fort. Vielfältige Krisen wie das Artensterben in den Meeren belasten zusätzlich. Während sich die Meere stärker als jemals zuvor wandeln, bleibt die Fischerei stehen – und die Politik schaut zu. Noch mangelt es an politischer Unterstützung für eine Transformation auf umweltschonende und nachhaltige Fangmethoden und Vermarktungsstrategien. Die Kunstaustellung des BUND ist die Einladung an alle Menschen, in einen Dialog über eine Zukunft zu treten, in denen die Meere voller Leben sind und die Fischerei aktiv dazu beiträgt, dass das so bleibt.
Weitere Infos, Termine und einen Trailer zum Dokumentarfilm der Fotografin und Filmemacherin
Hinweis für die Medien
- Das Pressefoto ist Teil der Ausstellung „Gefangen – Geschichten von beiden Seiten des Netzes” und ist im Rahmen der Ankündigung der o.g. Ausstellung für den einmaligen, kostenfreien Abdruck und unter Angabe der Quelle „Foto: Julia Ochs“ freigegeben.
- PRESSEEINLADUNG: Hiermit laden wir sie herzlichst zu einem Pressetermin am 24. Oktober, 11 bis 11.45 Uhr auf dem Domshof mit Bürgermeister Björn Fecker, BUND-Landesgeschäftsführer Martin Rode und der Fotografin Julia Ochs ein. Eine ausführlichere Einladung folgt noch.