Balkonkraftwerke können die Stromkosten senken.
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Angesichts steigender Stromkosten ruft der BUND Bremen Bremer*innen auf, mehr Solaranlagen zu installieren. Auf diese Weise können sie aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Außerdem ist selbst produzierter Strom deutlich günstiger als Netzstrom und unterliegt auch nicht einer zukünftigen Preisentwicklung. Zwar sind im Bundesland Bremen schon knapp 8.300 so genannte Balkonkraftwerke installiert worden und in Betrieb, aber die Potentiale für Strom aus Sonnenenergie sind noch längst nicht ausgeschöpft, so der Umweltverband. Er gibt Tipps, worauf bei der Errichtung von Balkonkraftwerken zu achten ist.
„Strom selbst produzieren ist technisch einfach und kostengünstig möglich mit steckerfertigen Mini-Solaranlagen, auch Balkonkraftwerke genannt“, erklärt Siecke Martin, Bereich Klima- und Ressourcenschutz beim BUND Bremen. „Steckerfertig bedeutet, dass alle Komponenten einfach nur zusammengesteckt und an eine normale Steckdose angeschlossen werden – und schon fließt der Strom aus Sonnenenergie, das gilt jedenfalls bis zu einer Modulleistung von 960 Watt.“ Ist die installierte Modulleistung größer, d.h. mehr als 960 W bis zu den maximal erlaubten 2.000 W, dann ist ein technischer Überlastungsschutz für die Hausinstallation erforderlich. Das kann über den sogenannten Wieland-Stecker erfolgen, hier ist allerdings eine Elektrofachkraft erforderlich. Neben einer stabilen und sicheren Aufhängung am Balkon-Geländer ist auch eine Montage an der Fassade oder auf der Terrasse möglich, ohne am Gebäude etwas baulich verändern zu müssen. „Insbesondere für Mieter*innen bietet sich daher ein Balkonkraftwerk an“, gibt die Energie-Expertin einen Tipp. „Wir empfehlen, ein passendes Komplettset anzuschaffen, das gleich auch das richtige benötigte Montagesystem enthält.“ Für Hauseigentümer ist dagegen häufig eine größere Dach-Solaranlage sinnvoll.
„Mieter*innen können eine Mini-Solaranlage auf ihrer Terrasse oder ihrem Balkon nutzen“, betont Siecke Martin. „Der erzeugte Solarstrom fließt über eine Steckdose direkt in den Stromkreislauf der Wohnung und wird für Router, Kühlschrank, Fernseher und andere elektrische Geräte genutzt, die zu dem Zeitpunkt in Betrieb sind.“ Solange die Anlage Sonnen-Strom erzeugt, wird diese Menge nicht aus dem öffentlichen Stromnetz entnommen, und so sinkt die eigene Stromrechnung deutlich. Allerdings wird selbst erzeugter Strom, der nicht sofort durch die eigenen Haushaltsgeräte verbraucht wird, automatisch ins öffentliche Netz eingespeist und verschenkt. Der BUND empfiehlt daher, den Stromverbrauch soweit wie möglich an die Zeiten der Stromproduktion anzupassen. Günstig ist es natürlich, tagsüber zuhause zu sein, und auf jeden Fall sollten zum Beispiel Waschmaschine und Geschirrspüler per Zeitschaltuhr bei Sonnenschein laufengelassen werden. Mögliche zu erwartende Einsparungen bewegen sich je nach Modul, Wechselrichter und Ausrichtung des Moduls sowie natürlich in Abhängigkeit vom eigenen Strombedarf tagsüber, zwischen 60 bis 360 Euro im Jahr. Häufig werden zusätzlich auch Batteriespeicher erworben. Ob sich diese Investition lohnt, kann einfach und gut online im Stecker-Solar-Simulator der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin überprüft werden.
Folgende praktische Tipps gibt der BUND für die Installation eines Balkonkraftwerks: Muss auf dem Balkon oder der Terrasse noch eine Steckdose installiert werden, muss man sich vom Vermieter/von der Vermieterin die Zustimmung für diese bauliche Veränderung einholen. Aber auch das Anbringen des Balkonkraftwerkes ist zustimmungspflichtig, allerdings dürfen Vermietende bzw. eine Wohnungseigentumsgemeinschaft dies nur verweigern, wenn die Installation für sie unzumutbar ist. Eine Ablehnung aus rein ästhetischen Aspekten oder ohne Begründung ist nicht zulässig. Ist die Solaranlage erstmal installiert, muss sie unter www.marktstammdatenregister.de registriert werden und kann in bereits vorhandene Gebäude-, Hausrat- und Haftpflichtversicherungen aufgenommen werden.
Weitere Infos zur Solarenergie sowie eine Solarberatung gibt es beim BUND Bremen, Siecke Martin, siecke.martin(at)bund-bremen.net und unter www.BUND-Bremen.net.