Unser Ökotipp: Mehr als Stadtgrün - Bäume als Klimaschützer

17. September 2026 | Stadtnatur, BUND Landesverband Bremen

BUND fordert mehr Wertschätzung und Schutz für die Bäume in der Stadt / Citizen-Science-Aktion „Mein Baum“ lädt zum Mitmachen ein

Baumschutz in der Stadt Baumschutz in der Stadt  (Gunnar Oertel / BUND Bremen)

In Bremen stehen rund 75.000 Straßenbäume sowie weitere 90.000 Bäume in öffentlichen Grünanlagen sowie viele weitere Tausende von Bäumen auf privatem Grund. Sie prägen nicht nur das Stadtbild, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zum städtischen Klima und zum Wohlbefinden der Menschen. Angesichts der vergangenen Hitzewellen in diesem Sommer appelliert der BUND Bremen jetzt, Stadtbäume als unverzichtbare Partner für eine lebenswerte Stadt zu erhalten. Mit der MeinBaum-App des BUND können Bürger*innen private als auch öffentliche Bäume und Alleen erfassen und für ihren Schutz sensibilisieren. Der BUND ruft zum Mitmachen auf.

„Bäume produzieren Sauerstoff, binden Staub und Luftschadstoffe und speichern klimaschädliches CO₂. Durch ihre Verdunstungsleistung und die von ihnen gespendete Schattenfläche kühlen sie ihre Umgebung spürbar ab“, erläutert Katharina Fuchs, Expertin für Stadtnatur beim BUND Bremen. An heißen Sommertagen ist es unter Bäumen erheblich kühler als auf unbeschatteten Flächen. „Das haben wir in diesem Sommer alle in unserer Stadt gleich mehrmals erleben dürfen“, erinnert Fuchs an die vergangenen Hitzewellen. „Hitze macht sich in Städten aufgrund der dichten Bebauung und Versiegelung viel stärker bemerkbar als im ländlichen Raum. Stadtbäume lindern aber die Hitze durch Abkühlung. Sie sind also ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.“ Zugleich bieten Bäume zahlreichen Tierarten Lebensraum und Nahrung. Der Bremer Straßenbaumbestand umfasst 58 Gattungen und 280 Arten, von denen knapp 90 Prozent heimische Gehölze sind. Das verleiht der Stadtnatur eine hohe Vielfalt. Versiegelte und verdichtete Böden sowie zu kleine Pflanzgruben erschweren aber die Wasser- und Nährstoffversorgung der Bäume, was häufiger zu Erkrankungen und Fällungen führt. In der Stadtgemeinde Bremen gibt es ca. 11.000 zu kleine Baumscheiben. Es gibt somit akuten Handlungsbedarf bei der Baumstandortverbesserung. 

Der BUND Bremen betont, dass der Erhalt des Baumbestands eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. „Da qualitativ hochwertig gepflanzte und gut versorgte Bäume alt werden und ihre positive Wirkung über Jahrzehnte entfalten können, lohnt sich jede Investition in ihren Schutz“, so Fuchs. Dies könne durch die öffentliche Hand, durch Baumpatenschaften oder durch aufmerksame Nachbarschaften erfolgen, die geschwächte Bäume in ihrem Umfeld im Blick behalten.

Wer sich näher mit den Bäumen in der eigenen Umgebung beschäftigen möchte, kann dafür die App „Mein Baum“ des BUND nutzen. Mit ihr lassen sich Bäume entdecken, dokumentieren und ihr Zustand melden. Auch Baustellen, die den Baumbestand bedrohen, können eingetragen werde. Jede Meldung trägt dazu bei, mehr über den Zustand der Bäume in Städten und Gemeinden zu erfahren und sie langfristig zu erhalten. Weitere Informationen zur MeinBaum-App des BUND gibt es unter https://www.bund-bremen.net/mitmachen/mein-baum-app/.

Bei Rückfragen:

Katharina Fuchs, Stadtnatur-Expertin BUND Bremen, Tel.: 0421-7900251, katharina.fuchs(at)BUND-Bremen.net 

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