Katzenminze
(Heike Schumacher
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BUND Bremen)
Löcher in Salatblättern oder Blattläuse an Rosen – wer kennt das nicht? Bei Schädlingsbefall greifen viele Hobbygärtner*innen noch immer schnell zu chemischen Pflanzenschutzmitteln. Doch was kurzfristig wirksam erscheint, kann langfristig Umwelt, Tiere und das ökologische Gleichgewicht im Garten belasten. Rückstände gelangen in Böden und Gewässer, Bestäuberinsekten wie Bienen und Hummeln werden geschädigt und auch Nützlinge verlieren ihren Lebensraum, warnt jetzt der BUND Bremen und gibt Tipps für natürliche Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz. Der BUND bietet darüber hinaus die Möglichkeit, in verschiedenen Projekten in Bremen-Nord und der Bremer Innenstadt gemeinschaftlich naturnah zu gärtnern.
„Natürliche Methoden zum Schutz unserer Pflanzen im Garten kommen ohne synthetische Pestizide aus, lassen sich meist einfach umsetzen und schützen die Artenvielfalt“, sagt Bernd Quellmalz, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim BUND Bremen. „Gleichzeitig stärken sie die Widerstandskraft von Pflanzen und fördern ein gesundes Gartenökosystem.“ Chemische Pflanzenschutzmittel wirken oft nicht nur gegen Schädlinge, sondern treffen auch nützliche Insekten und Kleintiere. Besonders problematisch ist, dass dadurch natürliche Gegenspieler von Schädlingen verschwinden. Das kann langfristig dazu führen, dass sich Schädlinge stärker ausbreiten. „Doch statt Schädlinge pauschal zu bekämpfen, sollte zunächst vielmehr das natürliche Gleichgewicht im Garten gefördert werden“, rät Quellmalz. „Das Ziel ist ein widerstandsfähiger Garten, in dem Pflanzen gesund wachsen und Nützlinge ihre regulierende Funktion übernehmen.“ Denn viele Tiere helfen ganz automatisch bei der natürlichen Schädlingskontrolle. Marienkäfer und ihre Larven beispielsweise fressen große Mengen Blattläuse, während Florfliegen ebenfalls Läuse und kleine Schadinsekten bekämpfen. Nützlinge wie Schlupfwespen oder Raubmilben sind zudem kommerziell erhältlich. Sie werden als Eier auf Trägerkarten geliefert, an befallenen Pflanzen befestigt und schlüpfen innerhalb weniger Tage. Ebenso tragen Igel dazu bei, Schnecken und andere Schädlinge in Schach zu halten. „Wer Nützlinge fördern möchte, sollte seinen Garten daher möglichst naturnah gestalten“, betont der BUND-Sprecher. „Blühpflanzen, heimische Stauden, Hecken und wilde Ecken bieten ihnen Nahrung und Rückzugsorte. Insektenhotels aus Bambusröhren oder Holunderstängeln schaffen zusätzliche Nistmöglichkeiten.“
Wer bei einem akuten und massiven Befall seine Pflanzen aber schützen möchte, empfiehlt der BUND verschiedene Hausmittel aus Küche und Garten, die sich als wirksam gegen häufige Schädlinge erwiesen haben: So stärkt verdünnte Brennnesselbrühe die Widerstandskraft von Pflanzen und kann Schädlinge abhalten. Gegen Mehltau auf Rosen oder Kürbisgewächsen kann eine Backpulverlösung helfen (1 TL Backpulver auf 1 Liter Wasser). Kaffeesatz rund um Jungpflanzen hält Schnecken fern und dient gleichzeitig als natürlicher Dünger. Auch Knoblauch- oder Zwiebelbrühen haben sich bewährt. Sie wirken vorbeugend gegen Pilzerkrankungen und schrecken verschiedene Schädlinge ab. Eine Schmierseifenlösung (10 Milliliter Schmierseife auf 1 Liter Wasser) wirkt effektiv gegen Blattläuse und Spinnmilben. Die Lösung wird direkt auf die befallenen Pflanzenteile gesprüht. Quellmalz: „Diese Mittel sind in der Regel kostengünstig, ohne Fachkenntnisse anwendbar und für Menschen und Tiere unbedenklich im Gegensatz zu chemischen Pflanzenschutzmitteln.“
Am besten ist natürlich der Schädlingsbefall, der erst gar nicht auftritt, so der BUND weiter. Hier können vorbeugende Maßnahmen wie das Anlegen von Mischkulturen und eine passende Standortwahl helfen. Die Kombination bestimmter Pflanzenarten, wie etwa Basilikum, Tomaten, Lavendel und Ringelblumen, kann Schädlinge durch natürliche Duftstoffe fernhalten. Dazu werden die Pflanzen gezielt kombiniert und in Beetnähe gesetzt. Ebenso wichtig sind gesunde Pflanzen. Wer auf geeignete Standorte, lockere Böden und eine ausreichende Wasserversorgung achtet, stärkt die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen. Regelmäßige Sichtkontrollen helfen außerdem dabei, einen Befall frühzeitig zu erkennen und schnell zu reagieren.
Lust mitzugärtnern?
Wer in Bremen mit Aktiven des BUND gemeinsam naturnah Gärtnern möchte, ist herzlich willkommen. Interessierte können sich in verschiedenen Projekten in Bremen-Nord, Walle, im Blockland, beim Hauptbahnhof oder am Weserwehr engagieren. Kontakt: bernd.quellmalz(at)BUND-Bremen.net.
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