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BUND Landesverband Bremen

Weniger Abfall ist mehr Wert

Abfallvermeidung sollte an erster Stelle stehen, denn die Reduktion der Abfallmenge bedeutet auch ein geringerer Rohstoff- und Energieverbrauch. Zudem landet weniger Abfall in der Umwelt. In der Stadt Bremen fielen 2015 etwa 236.000 Tonnen Abfall aus Haushalten und Kleingewerbe an. Davon bestanden ca. 90.000 Tonnen aus Restmüll (Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, 2015). Restmüll wird meistens der Müllverbrennungsanlage zugeführt.

Der Restmüllanteil sollte reduziert und die Recyclingquoten erhöht werden. Die zum Recycling erfassten Abfälle von Bremen Stadt machen etwa 50 Prozent aus. Davon kann jedoch nicht die gesamte Menge recycelt werden, denn es gibt immer noch Fehlsortierungen, Sortierreste und viele Verbundstoffe ("Materialgemische") lassen sich (noch) nicht recyceln. Recycling ist wichtig, denn so können wertvolle Rohstoffe als Sekundärrohstoffe wieder in den Kreislauf gelangen. Eine gute Abfalltrennung fängt schon zu Hause an. Zur Unterstützung sollten in Bremen die Holsysteme erweitert werden (z. B. beim Sperrmüll, Elektroschrott – Abholung direkt aus dem Haushalt). Zudem ist eine Stärkung der Eigenkompostierung sinnvoll. Aus Bioabfall könnte vor der Kompostierung Biogas gewonnen werden.

Wege zu einer nachhaltigen Abfallwirtschaft (BUND Position)

Abfallhierarchie

Die Abfallhierarchie im Kreislaufwirtschaftsgesetz gibt folgende sinnvolle Reihenfolge vor:

  1. Abfallvermeidung

  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung

  3. Recycling

  4. Andere Verwertungsarten, z.B. energetische Verwertung

  5. Beseitigung

Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht! Durch Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit von Produkten, abfallarme Produktgestaltung, Mehrwegsysteme, anlageninterne Kreislaufführung von Stoffen und Weiterverwendung kann Abfall vermieden werden.  

Vorbereitung zur Wiederverwendung  

Vorbereitung zur Wiederverwendung bedeutet, dass Abfälle durch wenig materialintensive und einfache Vorgänge (Prüfung, Reinigung oder Reparatur) so vorbereitet werden, dass sie wieder zu ihrem ursprünglichen Zweck verwendet werden können. Beispielsweise können noch funktionsfähige Gegenstände aussortiert oder durch kleinere Reparaturen wieder funktionstüchtig gemacht werden. 

Recycling (stoffliche Verwertung) 

Beim Recycling werden durch Zerkleinern und Sortieren Rohstoffe aus Abfällen zurück gewonnen, die sogenannten Sekundärrohstoffe. Sie werden für die Herstellung von neuen Produkten genutzt, z. B. werden aus alten Plastikflaschen wieder neue hergestellt oder aus Altpapier entsteht Recyclingpapier. Durch Recycling kann der Rohstoffverbrauch verringert und Energie eingespart  werden. Das Kompostieren zählt auch zum Recycling. Durch mechanische und biologische Einwirkungen werden organische Abfälle zu Kompost verarbeitet. Eine noch effizientere Variante ist die vorherige Vergärung von Bioabfällen, um daraus Biogas zu gewinnen und anschließend zu kompostieren. 

Energetische Verwertung und Müllverbrennung 

Bei der energetischen Verwertung wird im Zuge der Müllverbrennung Strom und Wärme gewonnen. Übrig bleiben giftige Verbrennungsrückstände (die sogenannte Schlacke). Außerdem entstehen umweltbedenkliche Gase, Stäube und Rußpartikel, welche aufwendig gefiltert werden müssen. Insgesamt sind die Verbrennungskapazitäten in Deutschland zu groß. Das führt dazu, dass Müll zum Verbrennen importiert wird. Die Müllheizkraftwerke (MHKW) sowie das Mittelkalorik-Kraftwerk sind auch in Bremen und Bremerhaven nicht mit Bremer Müll ausgelastet. 2016 wurden im Bremer MHKW  548.000 Mg Müll verbrannt. Davon kamen 66,6 Prozent aus Bremen, 0,2 Prozent aus Bremerhaven, 22,9 Prozent aus Niedersachsen, 3,1 Prozent aus anderen Bundesländern und ca. 7,2 Prozent aus Großbritannien, Irland, den Niederlanden und der Schweiz. 2016 wurden 289.000 MWh (für ca. 110.000 Haushalte) ins Stromnetz eingespeist. 

Im Mittelkalorik-Kraftwerk werden sogenannte Sekundärbrennstoffe (Sortierreste aus Papier, Kunststoff, Holz und Verpackungsresten) verbrannt, aus denen mehr Energie als bei gewöhnlichen MHKWs gewonnen werden. 2016 wurden hier 313.000 Mg Sekundärbrennstoffe verbrannt, wo von nur 4,7 Prozent aus Bremen stammten. 57,5 Prozent wurden aus Großbritannien, Irland und den Niederlanden importiert und der Rest kam aus anderen Bundesländern (vor allem aus Niedersachsen. Durch die Stromproduktion hier können 90.000 Tonnen Kohle eingespart werden. 

Beseitigung (Deponierung)  

Die Abfallbeseitigung steht in der Abfallhierarchie an letzter Stelle. Der Abfall wird verbrannt und/oder deponiert. Als Mülldeponien werden technische Einrichtungen bezeichnet, in denen Abfälle bis auf wenige Ausnahmen endgelagert werden. Durch Abdichtungssysteme soll eine möglichst umweltfreundliche Lagerung erreicht werden. Neuerdings müssen Abfälle thermisch vorbehandelt werden bevor sie auf Deponien lagern. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Volumenreduzierung des Abfalls. Das ist sinnvoll, da die Deponiefläche gerade in Ballungsgebieten begrenzt ist. Im Land Bremen gibt es die Blocklanddeponie und die Deponie Grauer Wall (Bremerhaven). Bis 2022/23 sollen für die Blocklanddeponie Ersatzflächen gefunden werden, da sie dann im Laufe der nächsten Jahre zumindest Abschnittsweise stillgelegt werden soll. 

Gelber Sack/Tonne  

In den gelben Sack gehören Verpackungen (nicht aus Papier und Pappe), so sollen Plastik und Metalle stofflich verwertet (recycelt) werden. Laut Umweltbundesamt werden jedoch nur 35 Prozent Kunststoffe aus privaten Haushalten stofflich verwertet. Der Rest wird energetisch verwertet. Der Anteil, der stofflichen Verwertung sollte höher werden, indem eine Wertstofftonne eingeführt wird. Hier könnten nicht nur Verpackungen aus Plastik und Metall, sondern auch andere Gegenstände aus Plastik und Metall entsorgt werden. So können die Recyclingquoten dieser Stoffe erhöht werden.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschirr im Recyclinghof Geschirr im Recyclinghof  ( BUND )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelbe Tonne Gelbe Tonne  ( BUND )

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