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BUND Landesverband Bremen

Igel

Igel haben es nicht leicht. Der eigentliche Lebensraum des stachligen Säugers, die Feldflur, ist ausgeräumt, und menschliche Siedlungen sind heute sein letztes Rückzugsgebiet.

Das freche Gesicht des Igels mit seinen niedlichen Knopfaugen weckt manchmal das Bedürfnis, ihm helfen zu müssen. Dabei ist es allerdings kaum sinnvoll - von wenigen Ausnahmen abgesehen - Igel über den Winter aufzunehmen und durchzufüttern. Meist hat das Tier in Freiheit die größeren Überlebenschancen.

Lange Zeit galt die Überwinterung kleiner Igel im Haus als wirksame Überlebenshilfe. Aber die gut gemeinten Aktionen erwiesen sich als wenig sinnvoll, da es sich zeigte, dass durch die Überwinterung im Haus oder auf einer Igelstation ein gesunder Igel schlechtere Überlebenschancen hat als seine frei lebenden Artgenossen. Gezielte Hilfe ist nur bei kranken bzw. extrem untergewichtigen Igeln (insbesondere im Herbst) für deren Überleben angebracht. 

Welche Igel brauchen Hilfe?

fressender Igel Unterernährten Igeln kann mit einer Zufütterung geholfen werden  (oldiefan / pixabay / CC0)

  • Verletzte Igel (Verletzungen durch z.B. Rasentrimmer, Heckenscheren, Hundebisse, Straßenverkehr)
  • Kranke Igel (Husten, grünlicher Durchfall, starker Parasitenbefall), oft durch apathisches Verhalten oder der typischen „Hungerfalte“ hinter dem Kopf erkennbar
  • Kleine Igel im Spätherbst, die das Winterschlafgewicht von 400-500 Gramm noch nicht erreicht haben

Weitere Infos

Weitere Informationen in der BUND-Broschüre „Igel im Garten - Schutz und Hilfe für eine gefährdete Tierart“; Bezug für 2,20 Euro unter Telefon 030/27586-480 oder im BUND-Laden: www.bundladen.de

Was können Sie tun?

  • Verletzte oder kranke Igel gehören sofort in tierärztliche Behandlung oder in eine Igelpflegestation.
  • Im Raum Bremen kann Ihnen das „Netzwerk Igelfreunde e.V.“ weiterhelfen. Grundgedanke dieser Interessengemeinschaft ist die Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Igel, die weniger als 400 g auf die Waage bringen, müssen zugefüttert werden, da sie es sonst aufgrund der einsetzenden Kälte und des Nahrungsmangels nicht über den Winter schaffen würden.

Igel Igel auf der Nahrungssuche  (Alexas_Fotos / pixabay / CC0)

Welche Nahrung brauchen Igel in menschlicher Obhut? 

  • Katzen-/Hundedosenfutter
  • Rührei (ohne Gewürze)
  • Gegartes Geflügel-/Hackfleisch
  • Zerdrückte Banane, Weintrauben, Beeren, Äpfel, Rosinen
  • Wasser, lauwarmen Fencheltee

Achtung! Geben Sie einem Igel niemals Gewürztes, Süßigkeiten oder Speisereste. Außerdem sollten Igel keine Milch zu trinken bekommen, da sie davon Durchfall bekommen und schlimmstenfalls sterben können.  

Was ein Igel wirklich braucht...

...sind bessere Lebensräume. Er braucht Unterschlüpfe: Dichtes Gebüsch, große Laub- und Reisighaufen, trockene Hohlräume unter Holzstapeln, Steinhaufen, Baumwurzeln, Gartenhäuschen oder Treppen. Und der Igel braucht etwas zu fressen. Auf seinem Speiseplan steht allerlei aus dem naturfreundlichen Garten: Käfer, Raupen, Regenwürmer, Tausendfüßer, Schnecken und ähnliches Kleingetier und außerdem Aas. Mitunter vergreift er sich auch an Hunde- und Katzenfutter aus draußen stehenden Näpfen. Schließlich benötigt er noch Durchschlüpfe zu anderen Gärten, da er auf der Nahrungssuche große Gebiete durchstreifen muss. Und was er gar nicht verträgt, das ist chemisches Gift im Garten. 

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