Ökologis-Mitarbeiterin und Diplom-Biologin Irene Martinez Marivela ist besonders mit der Koordination der Planung in den WiKo-Gebieten beschäftigt: „Wir haben sieben verschiedene Gebiete, wo zum Beispiel Revierkartierungen laufen, Habitat verbessernde Maßnahmen, Gelegeschutz, Kükenschutz und so weiter – und das muss irgendwie Woche zu Woche geplant und verteilt werden. Die Mahd ist da ein kritischer Zeitpunkt.“, weiß Marivela. „Daher begleiten wir die Mahd und arbeiten kooperativ mit den landwirtschaftlichen Betrieben zusammen. Bevor gemäht wird kontrollieren die Gebietsbetreuer und -Betreuerinnen mit einer Drohne, wo Gelege sind und markieren diese.“
Wie genau, erzählt Kollege Nils Dresing, Diplom-Biologe und Tierökologe bei ÖKOLOGIS: „Wir stecken mit Bambusstangen die Gelege ab, damit die Trecker anschließend die Bereiche umfahren und wir bei nachfolgenden Nutzungsschritten die Nester auch wiederfinden können.“ So werden die Gelege ausgespart und können von den Altvögeln weiter ausgebrütet werden. Auch Vogelfamilien, die bereits umherziehen, nutzen die entstandenen Inseln gerne als Deckung vor Prädatoren.
„Manchmal fahren wir auf den Treckern mit oder stehen am Rand von Flächen, die gerade gemäht werden. Wenn wir ganz junge Küken finden, die als Nestflüchter aber bereits das Gelege verlassen haben, haben wir für solche Fälle Eimer dabei mit etwas Gras. Dort können wir die Küken für einen Moment ‚zwischenlagern‘, bis die Fläche gemäht ist. Anschließend setzen wir die Küken wieder ab.“
Am häufigsten sind Kiebitzküken unterwegs, wobei die Kiebitzfamilien kurzen Rasen bevorzugen und daher häufig schon auf Weideflächen wechseln. Die Vögel, die es eher hochgrasig mögen und dadurch von der Mahd besonders gefährdet sind, sind WiKo-Zielarten wie Uferschnepfe und großer Brachvogel.