Der erste Sumpfohreulen-Nachwuchs in den WiKo-Projektgebieten ist geschlüpft!
(Arno Schoppenhorst
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WiKo)
Nach Angaben von WiKo-Gebietsbetreuern konnten bislang elf sichere Brutnachweise erbracht werden - ein bemerkenswerter Wert für eine Art, die in vielen Regionen Deutschlands nur noch selten oder gar nicht mehr vorkommt.
„Wir haben tatsächlich noch keine Erfahrung mit dem Artenschutz bei Sumpfohreulen, weil die so selten und in vielen Regionen bereits ausgestorben sind.“, erläutert Arno Schoppenhorst, Projektleiter beim WiKo. „Das sind jetzt alles erste Erfahrungen die wir machen.“ Die aktuelle Brutsaison besitzt dadurch für das WiKo-Projekt einen hohen Erkenntniswert.
Mit dem Brutgeschehen wächst zugleich der Anspruch für den Schutz der empfindlichen Brutareale. Anders als Wiesenvögel aus der Gruppe der Limikolen sind Sumpfohreulen nicht auf höhere Wasserstände und Nassflächen angewiesen. Der Schwerpunkt des Managements liegt daher vor allem auf der Sicherung der Brutplätze und der Vermeidung von Störungen. Geschützt werden insbesondere die unmittelbaren Nestumgebungen in einem Radius von etwa 100 Metern. Dort werden besonders nach enger Absprache mit den landwirtschaftlichen Betrieben Arbeiten angepasst oder zeitweise sogar ausgesetzt.
Auch der Naturtourismus stellt ein relevantes Thema dar. Wegen der hohen Aufmerksamkeit für diese seltene Eulenart seien in diesem Jahr mehr Beobachter:innen im Gebiet unterwegs. „Da passen wir gerade massiv auf“, so die Einschätzung von Schoppenhorst.
Wie auch bei den anderen Wiesenbrütern spielt der Einsatz von Drohnentechnik eine zentrale Rolle. Mit Wärmebildkameras lassen sich besetzte Brutplätze effizient und vergleichsweise störungsarm kontrollieren. Zusätzlich wurden in besonders gefährdeten Bereichen Elektrozäune gegen Prädatoren eingesetzt. „Da gehen wir dann auf Nummer sicher“, ergänzt der WiKo-Projektleiter.
Der bisherige Brutnachweis unterstreicht die hohe Bedeutung extensiv genutzter Offenlandschaften für seltene Vogelarten wie die Sumpfohreule. Zugleich zeigt er, wie erfolgreiche Brutvorkommen heute auf intensive Schutz- und Betreuungsmaßnahmen angewiesen sind.
- Information: „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.