Wichtige Maßnahme: Solarpumpen sorgen trotz anhaltender Trockenheit für Nässe auf WiKo-Flächen.
(Malte Weinacht
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WiKo)
Trotz der anhaltenden Trockenheit ist das Brutgeschäft der Wiesenvögel in vollem Gang: „Wir haben momentan sehr viele Kiebitzküken, Uferschnepfenküken und Brachvogelküken“, erzählt Arno Schoppenhorst, Projektleiter des WiKo nach einem überprüfenden Drohnenflug im Gelände. „Bislang gibt es noch wenig Rotschenkel und Bekassine – auch Löffelente und Knäkente haben erst sehr spät mit der Brut angefangen.“ Ansonsten seien die Schlupferfolge aber sehr gut, ergänzt der erfahrene Tierökologe von Ökologis.
Dabei sei der ausbleibende Regen zurzeit fast das größte Problem, so Schoppenhorst. „Bisher hat es minimal geregnet, also haben wir jetzt in unseren ganzen Gebieten Solarpumpensysteme aufgestellt, quasi alles was geht.“ Die kleineren Pumpen arbeiten sehr dosiert. Sie fangen durch die Sonneneinstrahlung morgens an zu laufen und pumpen den ganzen Tag – selbst bei bedecktem Himmel. Dadurch werden etwa zwanzig Kubikmeter Wasser am Tag gepumpt. Große Pumpsysteme schaffen sogar 100 bis etwa 120 Kubikmeter. So können sogar bis zu vier Hektar große Flächen (was etwa eine Größe von 4 ½ Fußballfeldern entspricht) stark vernässt werden.
Gerade in den wertvollen Brutgebieten der Uferschnepfe wird auf diese Weise ein ideales Habitat trotz anhaltender Trockenheit geschaffen. Denn die Wiesenlimikolen nutzen die entstehenden Kleingewässer zur Nahrungssuche. Die Bewässerung ist für die Altvögel nicht so bedeutend wie für den Nachwuchs. Bei besenderten Brachvögeln konnte beobachtet werden, dass diese sogar mehrere Kilometer zur Nahrungssuche fliegen – etwa in die benachbarten Wümmewiesen. Aber die geschlüpften Jungvögel sind auf die Nassflächen angewiesen.„Wir pumpen natürlich nur so viel wie nötig – nicht so viel wie möglich!“, setzt Schoppenhorst hinzu. Alle Maßnahmen werden daher den wasserrechtlichen Anforderungen der Wasserbehörden gerecht. Auch auf privaten Flächen wird zum Teil vernässt – dann immer in enger Absprache mit den landwirtschaftlichen Betrieben und dank deren Kooperationsbereitschaft.
Besonders in der anstehenden ersten Mahd sind solch enge Absprachen essentiell. „Der große Showdown ist voraussichtlich Mitte Mai.“, weiß Arno Schoppenhorst. „Jetzt arbeiten wir auf Hochtouren daran, Flächen in der Nähe wichtiger Brutgebiete, die gemäht werden sollen, zu bewässern, um sie attraktiver zu gestalten und die Vogelfamilien entsprechend zu lenken. Die erste Mahd ist sozusagen eine Zäsur im ganzen Brutgebiet. Wenn man da nicht aufpasst, dann ist die ganze Arbeit bis hierher vergebens gewesen. Wir müssen jetzt alle versuchen, dass keine Tiere in die Mähwerke kommen.“
- Information: „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.