Was ist WiKo – Gebietsvorstellung Borgfelder Wümmewiesen

28. August 2026 | WiKo

Ein Überschwemmungsgebiet als Lebensraum für seltene Arten – die Borgfelder Wümmewiesen

WiKo Projektkarte mit Fokus auf die Borgfelder Wümmewiesen. WiKo Projektkarte mit Fokus auf die Borgfelder Wümmewiesen.  (BUNDmagazin/J+R / BUND Bremen)

Die Borgfelder Wümmewiesen sind eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft, deren besonderer Wert eng mit dem Wasser verbunden ist. Die regelmäßigen Überschwemmungen der Wümme im Winterhalbjahr, die extensive landwirtschaftliche Nutzung und eine gezielte Wasserhaltung schaffen Lebensbedingungen, die in vielen Flussniederungen Mitteleuropas heute nur noch selten zu finden sind. Das Gebiet ist deshalb nicht nur ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel, sondern auch ein wertvoller Brut- und Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten.


Eine zentrale Besonderheit des Naturschutzgebietes Borgfelder Wümmewiesen ist die Möglichkeit, die natürliche Überschwemmungsdynamik in der Aue weitgehend zu erhalten. Dadurch entstehen großflächige, flache Wasserbereiche und feuchte Wiesen. Für tausende Zugvögel bietet das Gebiet geeignete Rast- und Nahrungsflächen in der kalten Jahreszeit. Im Frühjahr, wenn botanische Besonderheiten wie Kuckuckslichtnelke oder das Sumpf-Läusekraut blühen, suchen bodenbrütende Vogelarten das Naturschutzgebiet auf. Gebietsbetreuer und Mitarbeiter bei Stiftung NordWest Natur Robin Maares weiß: „Der Zeitpunkt der ersten Mahd kann darüber entscheiden, ob Nester ausgebrütet und Jungvögel erfolgreich aufgezogen werden können, oder nicht.“. Die Schutzgebietsverordnung der Borgfelder Wümmewiesen berücksichtigt diese Anforderungen. Bereits Ende der 1980er-Jahre wurde der Status als Naturschutzgebiet festgelegt. Gerade in den Kernzonen beginnt die Mahd durch landwirtschaftliche Betriebe erst Ende Juni. Dadurch haben Vögel die Chance, ihre Brut erfolgreich abzuschließen. Damit die landwirtschaftlichen Betriebe die mit dem Naturschutz verbundenen Einschränkungen tragen können, erhalten sie seit der Ausweisung des Naturschutzgebietes jährlich Ausgleichszahlungen. Diese berücksichtigen unter anderem Einschränkungen bei Mahd, Viehbesatz und Düngung sowie die naturschutzorientierte Wasserhaltung.

  • Information: „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.
     

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